Ausstellung zu den Eingemeindungen Güterslohs 1910
Am 1. April 1910 wurden die Landgemeinde (Amt) Gütersloh mit den Bauerschaften Blankenhagen, Nordhorn, Sundern und Pavenstädt und die Bauerschaft Kattenstroth aus dem Amt Reckenberg in die Stadt Gütersloh eingemeindet. Mit diesem Datum endeten die jahrzehntelangen Bemühungen der wachsenden Stadt um die Vergrößerung ihres zu kleinen Stadtgebietes.
Das Stadtarchiv zeigt anläßlich der "Langennachtderkunst" am 15. Mai 2010 in seinen Räumen von 20 Uhr bis 23.30 Uhr eine Dokumentation zu den Eingemeindungen vor 100 Jahren. Erstmals zu sehen ist unter anderem ein aktueller Stadtplan, in dem die Grenzen des Dorfes von 1822 und die Phasen aller Eingemeindungen bis zum Jahr 1970 dargestellt sind.
Erweitert um eine Dokumentation der Eingemeindungen von 1970 wird die Ausstellung ab 20. Mai 2010 im Stadtmuseum Gütersloh zu sehen sein.
Ausstellung "9.11.1938 - Reichspogromnacht in Ostwestfalen-Lippe"
Die Ausstellung "9.11.1938 - Reichspogromnacht in Ostwestfalen-Lippe" war vom 29. Oktober bis 19. Dezember 2009 im Kreishaus Gütersloh und vom 17. Januar bis 14. Februar 2010 im Städtischen Museum Lemgo zu sehen. Vom 16. September bis 13. Oktober 2010 wird sie erneut im Kreis Gütersloh gezeigt, in der Bürgerbegegnungsstätte Haus Werther in Werther.
Exemplare der zur Ausstellung erschienenen Broschüre "9.11.1938 - Reichspogromnacht in Ostwestfalen-Lippe" sind im Stadtarchiv und im Stadtmuseum Gütersloh zum Preis von 4,00 € erhältlich.
Weitere Verlegung von „Stolpersteinen“ in Gütersloh
Der Künstler Gunter Demnig aus Köln ist nach 2005, 2006 und 2008 am Freitag, den 18. Dezember 2009, zum 4. Mal nach Gütersloh gekommen, um sechs weitere Stolpersteine zu verlegen und um einen Stein auszutauschen. Damit ist die Anzahl der verlegten Steine auf 44 gestiegen. Wegen des anhaltenden Frostes konnten 2 Steine nicht eingesetzt werden. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt verlegt. Die Aktion des Künstlers wurde 1992 ins Leben gerufen um der deportierten jüdischen Frauen, Männer und Kinder zu gedenken, die in den Konzentrationslagern und Tötungsanstalten der Nationalsozialisten ermordet wurden. Die Steine sind an den Orten zu finden, wo jüdische Mitbürger vor ihrer Deportation bzw. vor ihrem Wegzug gelebt haben. Berücksichtigt wurden alle, die in Gütersloh geboren oder von hier aus deportiert wurden.
Die fortschreitende Erforschung und Auswertung von nicht im Stadtarchiv verfügbaren Quellen, vor allem der Datenbank des Bundesarchivs „Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945“, führte dazu, dass weitere, bisher nicht bekannte Personen, für das Stolpersteinprojekt berücksichtigt werden konnten
Für folgende Personen sind Steine verlegt worden:
Berliner Straße 19
Paul Hope
Jg. 1899
Deportiert
Auschwitz
Lucia Levy
Geb. Hope
Jg. 1896
Deportiert 1941
Riga
Berliner Straße 46
Emma Löwenstein
Geb. Wolf
Jg. 1856
Deportiert 1942
Theresienstadt
Berliner Straße 48
Julius Wolf
Jg. 1881
Deportiert 1942
Lodz
Friedrich Wolf
Jg. 1891
Deportiert 1943
Lodz
Hermann Wolf
Jg. 1874
Deportiert 1943
Auschwitz
Max Wolf
Jg. 1875
Deportiert 1941
Minsk
Berliner Straße 50
Benjamin Eisenstein
Jg. 1876
Deportiert 1943
Auschwitz
Emmi Eisenstein
Geb. Lion
Jg. 1882
Deportiert 1943
Auschwitz
Kirchstraße 2 (Das Haus existiert nicht mehr, der Standort ist heute Bürgersteig vor dem Veerhoffhaus.)
Leonhard Beifuss
Jg. 1904
Deportiert 1943
Auschwitz
Lieselotte Beifuss
Geb. Daltrop
Jg. 1910
Deportiert 1943
Auschwitz
Rudolf Beifuss
Jg. 1937
Deportiert 1943
Auschwitz
Jenny Daltrop
Geb. Buchheim
Jg. 1883
Deportiert 1942
Osten
Paula Daltrop
Geb. Löwenstein
Jg. 1883
Deportiert 1942
Osten
Theodor Daltrop
Jg. 1881
Deportiert 1941
Lodz
Kirchstraße 3 (Das Haus existiert nicht mehr, der Standort ist heute Bürgersteig gegenüber dem Veerhoffhaus, auf der anderen Straßenseite.)
Ernst Löwenbach
Jg. 1872
Deportiert 1942
Theresienstadt
Martha Löwenbach
Jg. 1874
Deportiert 1942
Theresienstadt
Domhof 5
Ida Löwenstein
Geb. Meyer
Jg. 1868
Deportiert 1943
Sobibor
Königstraße 12 (frühere Hausnummer, heute Eingang zur Boutique „Liberty“)
Klara Herzberg
Geb. Levy
Jg. 1886
Deportiert 1941
Riga
Feldstraße 25 (Das Haus existiert nicht mehr, der Standort ist heute Zugangsfläche zum Theodor-Heuss-Platz.)
Sophie Meinberg
Geb. Rosenbaum
Jg. 1864
Deportiert 1942
Theresienstadt
Bismarckstraße 16
Hilde Heinemann
Geb. Katz
Jg. 1914
Deportiert 1942
Warschau
Max Katz
Jg. 1873
Deportiert 1942
Warschau
Selma Katz
Geb. Hamlet
Jg. 1885
Deportiert 1942
Warschau
Grete Kaufmann
Geb. Steinberg
Jg. 1910
Deportiert 1943
Auschwitz
Ludwig Kaufmann
Jg. 1912
Deportiert 1943
Auschwitz
Kahlertstraße 24
Hannchen Levy
Geb. de Vries
Jg. 1881
Deportiert 1941
Riga
Bernhard Levy
Jg. 1882
Deportiert 1941
Riga
Else Plaut
Geb. Meinberg
Jg. 1895
Deportiert 1942
Warschau
Erika Plaut
Jg. 1930
Deportiert 1942
Warschau
Josef Steinberg
Jg. 1877
Deportiert 1943
Auschwitz
Eickhoffstraße 17 (Fassade Sporthaus Finke)
Friedrich Stern
Jg. 1890
Deportiert 1944
Minsk
Sara Stern
Geb. Jonas
Jg. 1858
Deportiert 1942
Theresienstadt
Eickhoffstraße 21 (Eingang Sparkasse)
Lina Stern
Jg. 1860
Deportiert 1943
Theresienstadt
Münsterstraße 24
Emma Blumenthal
Geb. Ruthenburg
Jg. 1868
Deportiert 1943
Auschwitz
Sofie Schönenberg
Geb. Wolf
Jg. 1892
Deportiert 1943
Auschwitz
Gustav Ruthenburg
Jg. 1882
Deportiert 1941
Kowno
Bernhard Ruthenburg
Jg. 1883
Deportiert 1943
Auschwitz
Rosa Weinberg
Geb. Ruthenburg
Jg. 1886
Deportiert 1942
Auschwitz
Paula Ruthenburg
Jg. 1888
Gedemütigt / Entrechtet
Flucht in den Tod
1942
Karl Ruthenburg
Jg. 1892
Deportiert 1944
Auschwitz
Münsterstraße 32
Luise Ostheimer
Geb. Ruthenburg
Jg. 1896
Deportiert 1943
Sobibor
Anna Rosendahl
Geb. Ruthenburg
Jg. 1901
Deportiert 1942
Auschwitz
Wilhelm Ruthenburg
Jg. 1894
Deportiert
Auschwitz
Hohenzollernstraße 1
Selma Visser
Geb. Eichwald
Jg. 1878
Deportiert 1942
Riga
Immer wieder 1984 - Eine Ausstellung im Rahmen des Projekts "Jugend und Archiv"
Gefördert vom Kulturstaatssekretariat des Landes Nordrhein-Westfalen will das Projekt "Jugend und Archiv" junge Menschen mit den schriftlichen Quellen und Sammlungen in den Archiven vertraut machen.
Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens regte das Stadtarchiv das Thema "Immer wieder 1984" an, das die Entstehung und die heutige Wahrnehmung von fünf im Jahr 1984 gegründeten "Kulturorten" näher beleuchten sollte: das Bürgerzentrum Alte Weberei, die neue Stadtbibliothek, die Mediothek des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums, der Synagogen-Gedenkstein Feldstraße/Daltropstraße und drei Brunnenplastiken im öffentlichen Raum. Vom 18. August bis 27. September 2009 präsentierten die Schüler ihre Arbeitsergebnisse im Stadtmuseum Gütersloh. Ein Vortrag des Stadtarchivars am 10.Oktober 2009 im Stadtmuseum bot die Gelegenheit, weitere Ereignisse des Jahres 1984 kennenzulernen sowie Einzelheiten und Hintergründe zur Geschichte der Einrichtungen zu erfahren.
Vortrag "Geschichte aus der Zeitung - Zeitungsgeschichte"
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Stadtarchivs fand am 6.Oktober 2009, 20 Uhr, in der Aula der Volkshochschule, Hohenzollernstraße 43, ein Vortrag mit dem Thema "Geschichte aus der Zeitung - Zeitungsgeschichte" statt. Referent war der langjährige Gütersloher Chefredakteur der Neuen Westfälischen, Stefan Brams. Er nahm die umfangreiche Zeitungssammlung des Archivs zum Anlass, die Funktion der Zeitung für das öffentliche Leben zu reflektieren und ihren Beitrag zu einem auf den Menschen fokussierten Geschichtsverständnis deutlich zu machen.
Dokumentation Eingemeindungen Güterslohs vor 100 Jahren
Zur "Langen Nacht der Kunst" am Sonnabend, den 15. Mai 2010, hat das Archiv von 20 Uhr bis 24 Uhr geöffnet. Zu sehen ist eine Dokumentation zur Eingemeindung der Bauerschaften, Pavenstädt, Blankenhagen, Nordhorn, Sundern und Kattenstroth in Stadt Gütersloh am 1. April 1910. Darüber hinaus werden Luftbilder von 1938 und 1945 und der Gütersloh betreffende der Ausstellung "9.11.1938 - Reichspogromnacht in Ostwestfalen-Lippe" gezeigt.
Die Bestände des Archivs konnten um folgende Nachlässe und Deposita ergänzt werden:
- Von dem 1996 übernommenen Nachlass der Familie des Seidenwarenfabrikanten (Fa. Gebr. Bartels) und Kommerzienrates Ferdinand Bartels (1834-1905) liegt ein Findverzeichnis vor. Die Briefwechsel, Fotos und Geschwisterrundbriefe können nach Rücksprache mit den Eigentümern eingesehen werden. Der ehemalige Prokurist der Firma, Dr. Werner Husemann, übergab im August 2002 Fotos von Firmenangehörigen sowie Dokumente des Firmengründers über Grundstücksangelegenheiten, Druckschriften, Zeitungsausschnitte und Aktienscheine, u.a. der Gesellschaft Eintracht.
- Geschäftsunterlagen, Fotos und eine Chronik zur Entwicklung der mechanischen Baumwollweberei Greve & Güth wurden dem Archiv von einem Urenkel des Firmengründers und Kommerzienrates, Fritz Güth (1848-1924), übergeben. Das Unternehmen wurde 1874 gegründet, 1975 wurde der Betrieb eingestellt. Die alten Fabrikgebäude sind erhalten und werden heute als Kultur- und Kommunikationszentrum Die Weberei genutzt. Ein Findverzeichnis der Unterlagen liegt vor.
- Im Juli 2002 wurden dem Archiv 26 Kartons mit Dokumenten, Zeitungsausschnitten, Fotos, Filmen und Drucksachen zur Geschichte und Entwicklung der Bandweberei Güth & Wolf (gegr. 1887) übergeben. Die Unterlagen sind geordnet und können über eine Findverzeichnis eingesehen werden.
- Die älteren Akten, Protokolle, Fotos und Plakate aus der Altregistratur des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums wurden vom Stadtarchiv übernommen und können zu Forschungszwecken genutzt werden.
- Von Frau Luise Lotte Puwelle konnten wertvolle Aufzeichnungen und Originaldokumente zur Geschichte der Unternehmerfamilien August Vogt (1815-1898), Heinrich Wolf (1851-1897) und Moritz Friedrich Puwelle (1799-1873) erworben werden. Heinrich Wolf und Wilhelm Vogt (1852-1921) gründeten 1878 die Fleischwarenfabrik Vogt & Wolf.
- Im Februar 2006 konnte die Ordnung und Erschließung des Depositums 'Städtischer Musikverein' abgeschlossen werden. In einem Findbuch verzeichnet sind für die Zeit von 1881 bis 1998 insgesamt 51 Einheiten (Akten, Programmhefte, Fotos, Tonbandaufnahmen).
- Im September 2006 erfolgte die Verzeichnung von 229 Akten aus den Registraturresten der Baufirmen Heinrich Wilhelm Schlüpmann, Adolf Schlüpmann, Gebr. Schlüpmann und Walter Schlüpmann. Ein Findverzeichnis liegt vor. Das 1852 gegründete Zimmereigeschäft war bis 1985 in Betrieb, im ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus Hohenzollernstraße 30a befindet sich heute das Stadtarchiv.
- Im Juli 2007 überließ Ortrud Krüger-Stohlmann dem Stadtarchiv Dokumente und Fotos aus dem Nachlass ihres Großvaters, Dr. August Stohlmann (1849-1912). Unter ihnen befindet sich der Schriftwechsel des Sanitätsrats und ersten Gütersloher Ehrenbürgers Dr. med. Friedrich Wilhelm Stohlmann (1803-1886) mit dem Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) zur Wetterbeobachtung und Klimaforschung.
- Im März 2008 übergab der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins, Otto Walger, dem Archiv erste Unterlagen seiner heimatkundlichen Sammlung. Sie umfassen u.a. Aufzeichnungen aus seiner Tätigkeit im Heimatverein und im Verkehrsverein.
- Nach der Übernahme von Unterlagen der Firma Kramer Fahrzeugbau GmbH & Co. an der Carl-Miele-Straße, darunter ca. 4800 Fotos von Fahrzeugen, Anhängern und Aufliegern, konnte im April 2008 ein Findverzeichnis vorgelegt werden. Die Überlieferung beginnt mit der Gründung des Betriebs 1910 durch den Schmiedemeister Wilhelm Kramer und endet mit dem Verkauf an die Firma MAN Sirp im Jahr 2002 (Werk Herford 2004).
- Im April 2008 konnten 58 Akten aus Registraturresten der Seidenweberei Hellmuth Waltenberg verzeichnet werden. Die Firma bestand von 1936 bis 1976 am Bäckerkamp 21.
Erschließung der Diasammlung abgeschlossen
Im März 2008 konnte die Ordnung und Erschließung der Diasammlung abgeschlossen werden. Mehrere Jahre lang hat Ilse Lohmann in ehrenamtlicher Tätigkeit 7786 Dias neu gerahmt, mit Ordnungsnummern versehen, etikettiert und in die Datenbank eingegeben. Zusätzlich befinden sich 2587 Dias in geschlossenen Lichtbildserien im Magazin des Archivs, unter anderem von Gotthard Kaese, dem früheren Bürgermeister Dr. Helmut Kaufhold, Karl Meier zur Gütersloher Gastronomie, zur Partnerstadt Chateauroux und Aufnahmen aus dem Amt Avenwedde um 1968 (Format 6 cm x 6 cm).
Neue Mitarbeiter im Archiv
Am 1. August 2009 begann Jana Knufinke eine Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv. Neun ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mehrere Praktikantinnen und Praktikanten unterstützen z.Zt. das Team.
Am 4. 1.2010 nahm Katharina Aust eine auf zwei Jahre befristete Tätigkeit auf. Sie ist mit dem Einscannen und Verzeichnen der ca. 27.000 Exemplare umfassenden Fotosammlung beschäftigt. Mit Beginn des Jahres hat Manfred Koschany mit der Digitalisierung der Plakatsammlung begonnen.




