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Der Wasserturm

Am 4.8.1887 beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Bau eines Wasserwerks für Gütersloh einschließlich aller erforderlichen technischen Einrichtungen, zu denen auch ein Wasserturm für die Druckregulierung im Rohrnetz gehörte.

Der Wasserturm auf einer älteren, nicht datierten Bauzeichnung. Da die elektrische Wasserstandsanzeige über der Eingangstür vermutlich erst im Spätsommer oder frühen Herbst 1889 eingebaut wurde, dürfte es sich nicht um die Ursprungszeichnung handeln.Angedacht war, den Wasserturm am Dreiecksplatz zu errichten. Nach kontroversen Diskussionen wurde dann aber ab Herbst 1887 mit dem Bau des Wasserturms an der Friedrichstraße begonnen. Am 1. Oktober 1888 wurde in Gütersloh die zentrale Wasserversorgung und der Wasserturm in Betrieb genommen.












Bild links: Der Wasserturm auf einer älteren, nicht datierten Bauzeichnung. Da die elektrische Wasserstandsanzeige über der Eingangstür vermutlich erst im Spätsommer oder frühen Herbst 1889 eingebaut wurde, dürfte es sich nicht um die Ursprungszeichnung handeln.






Mehr als 60 Jahre versah der Wasserturm seine Funktion als Druckregulierer für das städtische Rohrnetz. Erst mit dem Bau eines neuen Pumpwerks in Spexard (1946/48) und der Inbetriebnahme einer Rohrdruckleitung 1950 wurde der Turm für die Wasserversorgung in Gütersloh entbehrlich, blieb aber als technisches Bauwerk und voll funktionsfähig für Reservezwecke erhalten. Erst 1982 wurde der Wasserbehälter endgültig außer Betrieb genommen.

Wasserturm an der Friedrichstraße, Aufnahme: Postkarte, um 1930

















Wasserturm, circa 1930


Wasserturm mit neuem „Kopfschmuck“ nach der Renovierung 1958 	Aufnahme: Stadtwerke (Hochbauamt)Im Jahr 1958 wurde der Wasserturm – nunmehr ohne Funktion – renoviert. Besonders auffallend war dabei die Neugestaltung der oberen Verkleidung mit senkrecht gewellten Eternitplatten. An Stelle von Einzelfenstern wurden 2 umlaufende Fensterbänder eingebaut.
















Wasserturm mit neuem „Kopfschmuck“ nach der Renovierung 1958

Wegen seiner Bedeutung für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse und für die Geschichte des Menschen wurde die Gesamtanlage Wasserturm am 25.10.1984 unter Denkmalschutz gestellt.

1998 musste der Wasserturm erneut umfassend renoviert werden. Betroffen waren insbesondere die Außenwände im Turmschaftbereich, durch die Feuchtigkeit in das Innere des Wasserturms eindrang. Am 12.07.1997 beschloss der Werksausschuss die Ausführung der Renovierungsarbeiten. In diesem Rahmen sollte auch der Turmkopf in seiner historischen Form wieder hergestellt werden. Für die gesamten Renovierungsarbeiten wurden seitens der Stadtwerke Gütersloh mehr als 800.000,- DM (etwa 400.000,- €) investiert.
Weitere 300.000,- DM (rund 153.000,- €) wurden von der Stadt-Stiftung aus dem Mark-Wössner-Jugendfonds für die Herrichtung eines Jugendzentrums im Wasserturm bereit gestellt.
Am 14.09.1998 wurde das „Jugendcafé Wasserturm“ eröffnet und entwickelte sich rasch zu einem gut besuchten Treffpunkt. Das Jugendcafé wurde zunächst von der Arbeitslosenselbsthilfe und ab 2002 von der Arbeiterwohlfahrt betrieben. Am 31.12.2005 wurde der Betrieb des Jugendcafés wieder eingestellt. Von 2009 bis 2012 wurde der Wasserturm für das Projekt Create Music OWL genutzt. Heute nutzt die Kreismusikschule Gütersloh den Wasserturm als Proberaum für Bands.

Wasserturm, 2009
Wasserturm, 2009

Technische Daten:
Standort:
Friedrichstraße, 74,35 m über NN
Gebäudehöhe: 42,60 Meter
Gründung: Fundamentring aus Sandstein mit 13,50 Meter Durchmesser, innerer Durchmesser: 8,00 Meter, sichtbarer Schaft des Turmes 12,00, Meter sich auf  8,00 Meter verjüngend bis zum Tragring des Wasserbehälters in 28,60 Meter Höhe
Wasserbehälter: Inhalt 310 Kubikmeter, hergestellt aus Flussstahlplatten, überlappend vernietet, Abdichtung mit Bitumen innen und außen
Zu- und Ableitung des Wassers: gusseiserne Leitungen mit 275 Millimeter Durchmesser. Der Überlauf erfolgt über eine Leitung mit 125 Millimeter Durchmesser
Bauwerk: Hoher Turmbaukörper auf kreisförmigem Grundriss. Doppelgeschossige Sockelzone mit Strebepfleilern, dazwischen Ziegelwandfelder. Darüber 3 durch Sandsteinprofile gegliederte Geschosse mit abschließendem Blendarkadenkranz. Drei darüber liegende Stockwerke mit Plattenverkleidung, Zeltdach

Quelle:
Text- und Bildmaterial: Stadtarchiv Gütersloh

Stand: 07/2014

Offizielles Onlineportal der Stadt Gütersloh | Datum: So, 17. Dezember 2017