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Mit gutem Beispiel voran: Japanische Studenten besichtigen renaturierten Abschnitt der Dalke

Mit nachhaltiger Stadtentwicklung Natur und Stadt in Einklang bringen – das ist in Gütersloh mit der fortschreitenden Renaturierung der Dalke gelungen. Und auch über die Stadtgrenzen hinaus findet die ökologische Stadtplanung der Dalkestadt große Anerkennung.

So haben Bernd Winkler und Dirk Buddenberg vom Fachbereich Grünflächen der Stadt Gütersloh kürzlich eine Gruppe von acht japanischen Studenten der Wirtschaftswissenschaften aus Tokio mit ihrem Professor Keiro Hattori und dem Bielefelder Reiseleiter Koji Nagai in Gütersloh begrüßt. Entlang der Dalke veranschaulichten Winkler und Buddenberg die erfolgreichen Renaturierungsmaßnahmen und zeigten die positive Entwicklung vom verbauten Fluss zum eigendynamischen Fließgewässer.

Zurück zur Natur: Anhand von  Bildern und Infotafeln zeigt Bernd Winkler den Studenten, wie die Dalke früher aussah.
Zurück zur Natur: Anhand von  Bildern und Infotafeln zeigt Bernd Winkler den Studenten, wie die Dalke früher aussah.

Meterhohe Stahlspundwände und ein schnurgerader Flussverlauf, abgeschottet von den Bürgerinnen und Bürgern – diesen Anblick der Dalke kannten die Gütersloher noch bis vor zwanzig Jahren, als man so in den 1960ern versuchte, den starken Überschwemmungen entgegenzuwirken. „Das Wasser aus der Dalke sollte einfach schnell abgeführt werden“, weiß Bernd Winkler um die Intention der damaligen Baumaßnahmen. Da dieses Konzept weder ökologisch, noch stadtgestalterisch und auch im Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels kein zukunftsfähiges war, habe die Stadt Gütersloh ab 1998 mit der Renaturierung der verbauten Dalkeabschnitte des insgesamt 15 km langen Verlaufs auf dem Gütersloher Stadtgebiet begonnen, so der Fachbereichsleiter. Und das Ergebnis der bisher auf einer Länge von 4,3 km durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen konnte sich vor seinen Gästen aus Japan mehr als sehen lassen.

„OWL ist eine wichtige Region und hat auch im Bereich Stadtentwicklung einiges zu bieten“, weiß Koji Nagai, der bereits seit fast zehn Jahren Austauschprojekte im Baubereich zwischen Deutschland und Japan betreut. Für acht Studenten der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Meiji Gakuin Universität aus Tokio organisierte der studierte Architekt und Stadtplaner zum Thema „Nachhaltige Stadtentwicklung“ eine Rundreise durch Ostwestfalen-Lippe und dem Ruhrgebiet. Dass Gütersloh bei seinem Programm nicht fehlen darf, war dem Bielefelder sofort klar: „Gütersloh ist ein Positivbeispiel dafür, wie man einen Fluss, der direkt durch die Stadt fließt, sinnvoll in der Stadtplanung integrieren kann.“ Denn auch Japan ist zunehmend vom Klimawandel und der Urbanisierung betroffen. Daher sei es besonders wichtig, die japanischen Studenten für eine nachhaltige Einbindung von Natur in den städtischen Raum zu sensibilisieren, so Nagai.

Natur pur: Die Exkursion entlang der Dalke war für (v.r.) Dirk Buddenberg, Bernd Winkler, Koji Nagai, Biologiestudentin Laura Lachenicht, Keiro Hattori und die japanischen Studenten ein voller Erfolg.
Natur pur: Die Exkursion entlang der Dalke war für (v.r.) Dirk Buddenberg, Bernd Winkler, Koji Nagai, Biologiestudentin Laura Lachenicht, Keiro Hattori und die japanischen Studenten ein voller Erfolg.

Mit den bisherigen Renaturierungsmaßnahmen der Dalke zeigten sich Bernd Winkler und Dirk Buddenberg zufrieden. „Jetzt können die Gütersloher die Dalke wieder als Gewässer wahrnehmen und sie ist als Fluss erlebbar“, betont Winkler den optischen Vorteil, den die Umgestaltung mit sich brachte. Aber auch die Natur profitierte enorm von der Renaturierung des Fließgewässers. So sind die Uferbereiche mit zahlreichen fließgewässertypischen Pflanzen bewachsen und auch der Fischbestand hat sich seit der Umgestaltung positiv entwickelt. „Ohne die starren Begrenzungen kann das Gewässer sich jetzt wieder eigendynamisch ausbreiten“, erläutert Buddenberg. Die großflächigen Auenbereiche der Dalke bieten auch bei andauernden Niederschlägen den Wassermassen ausreichend Platz, sodass auch zukünftig Überschwemmungen und Hochwasser vermieden werden können.


Eine Meldung vom 14.09.2017


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