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Das Stadtarchiv: Eher trendy als verstaubt

Nicht nur im Kopf des Stadtarchivars nimmt die Gütersloher Stadtgeschichte viel Platz ein - Stephan Grimm hat viele Daten, Namen und Geschichten ad hoc parat. Aber auch die Akten, Sammlungen und Fotos, aus denen er sein enormes stadtgeschichtliches Wissen immer wieder bereichert, brauchen Platz.

Stephan Grimm mit Büste Westerfrölke
Stephan Grimm, hier mit einer Büste des Malers Paul Westerfrölke, ist Mister Stadtarchiv.

Den haben sie im Gebäude in der Hohenzollernstraße 30 in der ehemaligen Tischlerei Schlüpmann vor exakt 30 Jahren gefunden. Zunächst standen 80 Quadratmeter zur Verfügung, im Jahr 1989 kamen dann durch den Anbau des Magazins 207 Quadratmeter hinzu.

So konnte sich das Gedächtnis von Gütersloh unter anderem in Form von Akten, Zeitungssammlungen, Fotos, Druckschriften und Büchern zur Lokalgeschichte ausbreiten und für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Privatforscher und auch die Medienvertreter zur Fundstelle werden. Beraten und begleitet werden die Besucher von Diplom-Archivar Stephan Grimm, der die kleinen und großen Forscher mit seinen Tipps schnell zum Erfolg ihrer Suche nach geschichtlichen Details führt. Unterstützt wird Grimm bei seiner Arbeit von Jana Knufinke und drei fest angestellten Teilzeitkräften, nämlich Manfred Koschany, Dieter Olzog und Christiana Schulte. Außerdem helfen ein paar Ehrenamtliche, ohne die viele Arbeiten noch längst nicht so weit gediehen wären.

Von wegen verschroben, verkrustet, verstaubt: „Als lebendig und trendy“, beschreibt Grimm das Stadtarchiv. Als Archivar versteht er sich als jemand, der die Zukunft im Blick hat und überlegt, was er heute tun muss, um die Geschichte der Stadt zu erhalten. „Ich bin  nicht nur Ordnungsfanatiker“, stellt Grimm klar. Die Akten in den 1.500 Regalmetern sind nur Mittel zum Zweck. Das Interesse an den Menschen steht bei dem Stadtarchivar im Mittelpunkt. Er hilft anderen gern, die Familiengeschichte zu recherchieren und so die Fragen nach der Identität zu beantworten.

Rund 260 Besucher im Jahr begeben sich in der Hohenzollernstraße 30 a auf historische Schatzsuche. Per Telefon und E-Mail erhält Stephan Grimm täglich Anfragen. Jede Anfrage nimmt der 60jährige, der vor 35 Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht hat, als Ansporn. Das hat dem Stadtarchiv in den letzten 30 Jahren viel Akzeptanz und Ansehen eingebracht. Auf das Stadtarchiv möchte heute niemand mehr verzichten.

Fundstelle Stadtarchiv

Das Stadtarchiv Gütersloh an der Hohenzollernstraße hält Bestände für historische und regionale Forschungen und Dokumentationen vor. Es bietet die Möglichkeit, Gütersloher Nachlässe zu übergeben und zu archivieren. Umgekehrt steht das Archivgut aber auch für eigene Recherchen und Ausarbeitungen zur Verfügung.


Offizielles Onlineportal der Stadt Gütersloh | Datum: Fr, 23. Juni 2017