Accesskeys

1 2 3
4 5 6
7 8 9
0

Zugänglichkeit

Schriftgröße

Brandschutzerziehung "Das Feuer hat zwei Gesichter"

Feuer übt auf Kinder eine geradezu magische Faszination aus. Doch der allzu sorglose und nicht geschulte Umgang mit Feuer führt jedes Jahr aufs Neue mit über 600 Brandopfern und Sachschäden in Milliardenhöhe zu schlimmen Katastrophen. Dabei erschreckt die Tatsache, dass jeder dritte Brand durch ein zündelndes Kind verursacht wird. Grund genug, bereits frühzeitig mit der Brandschutzerziehung zu beginnen. Denn Feuer in seiner Ursprünglichkeit wird heute kaum noch erlebt. Speisen werden gekocht oder gebraten, das Wasser ist heiß, die Wohnung warm, ohne dass offenes Feuer zu sehen oder zu spüren ist.

60 % der durch Kinder verursachten Brände erfolgen vorsätzlich, 40 % fahrlässig. Befragte  Kinder und Jugendliche antworteten auf die Frage, warum sie gezündelt haben, wie folgt:

  • 38% aus Interesse, wie es brennt
  • 25% aus Langeweile
  • 15% aus Zorn und Wut
  • 22% machten keine Angabe

Aus diesem Grund hat sich eine Gruppe aus den Löschzügen der Feuerwehr Gütersloh gebildet, die sich als Brandschutzerzieher zur Aufgabe gemacht haben, diese Bausteine in die Kindergärten und -tagesstätten an die Kinder, Erzieher und Eltern zu vermitteln.

 

Brandschutzerziehung ist ein durch Feuerwehrangehörige erteilter Unterricht, in dem Erwachsene und Kinder lernen, wie sie potentielle Brandgefahren erkennen und beseitigen können.

In theoretischen und praktischen Einheiten wird den Teilnehmern aufgezeigt, wie schnell z.B. durch Unachtsamkeit ein Feuer ausbrechen kann, wie man dieses verhindert und, wenn doch einmal etwas passiert, wie man sich richtig verhält und einen korrekten Notruf absetzt.

Die Brandschutzerziehung von Kindern findet in der Stadt Gütersloh meist in Kindergärten und Kindertagesstätten statt.

Durch das Vorstellen der Ausrüstung der Feuerwehr, ganz besonders der persönlichen Schutzausrüstung der Einsatzkräfte, soll gerade den Kindern die Angst bei einem Notfall genommen werden. Viele Kinder verstecken sich aus Angst vor Rauch und Flammen, aber auch vor den mit Atemschutzmaske ausgestatteten Feuerwehrleuten in Schränken und Nischen, wo sie in einem Brandfall nur schwer zu finden sind.

„Früh übt sich…“ oder „was Hänschen nicht lernt,…“

Als Kleinkind warnen die Eltern in der Regel das Kind mit den Worten „Vorsicht, du verbrennst dich“, wenn es zum Beispiel brennenden Adventskerzen zu nahe kommt. Doch diese Ermahnung steht konträr zu dem Bedürfnissen von Kindern. Kinder haben einen großen Entdeckungsdrang und müssen ihre (Um)Welt aktiv erleben.

Daher ist es wichtig, dass Kinder die Gefahren des Feuers einschätzen lernen.

Warum ist Brandschutzerziehung für uns wichtig?

Feuer hat auch heute nichts von seiner Faszination verloren. Gerade im Multimediazeitalter schwinden echte Erlebnisräume und Anlässe für Erfahrungen aus „1. Hand“. So werden Kletterpartien eher im Computerspiel als im echten Fels gemeistert oder Fußballpartien visuell vor dem Fernseher überstanden. Wer aber auf real erlebte Erfahrungen nicht zurückgreifen kann, schätzt unter Umständen Situationen und Risiken falsch ein.

Diese Tatsache trifft auch auf das Element Feuer zu. Es wird von uns meist nur durch besondere Ereignisse erlebt, sei es der faszinierende Charakter eines Lagerfeuers oder aber ein von Medien dargestellter Waldbrand. Der wirkliche, gefühlte Umgang mit Feuer bleibt uns oft verwehrt.

Dem Thema Raum geben.

Berücksichtigung finden sollten bei allen brandschutzerzieherischen Maßnahmen das Alter, das Verhalten und die Entwicklung der Kinder. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Erziehern und Feuerwehr ist dabei ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Bei einem so sensiblen Thema ist es unbedingt notwendig, verstärkt aufeinander zuzugehen, zu informieren, zu diskutieren und sich über Erfahrungen auszutauschen.

Wie können Eltern ihre Kinder unterstützen?

  • sich Zeit nehmen
  • sich Erlerntes zeigen lassen
  • die Sinneserfahrungen fördern
  • das Notrufschema einüben
    • Wie heiße ich?
    • Wo bin ich?
    • Was ist passiert?
    • Wie viele Menschen sind in Gefahr?
    • Warten auf Rückfragen!

Der oberste Grundsatz in der Brandschutzerziehung lautet bei allen Kindern (auch noch bei den Großen): „Die Verantwortung für die Hilfsaktion soll sofort auf den nächsten Erwachsenen übertragen werden“.

Nimmt man das Kind nicht aus der Verantwortung und es kommt zu großen (Personen-) Schäden, bauen sich Schuldgefühle auf, die ein Leben lang anhalten können.

Ansprechpartner:
Fachbereich 37 –Feuerwehr-
Sachgebiet – Vorbeugender Brandschutz
Herr Achtert
Tel. 05241 – 82 2024

 

Offizielles Onlineportal der Stadt Gütersloh | Datum: So, 17. Dezember 2017