Schule und Bildung
Schulen haben wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Menschen – und dieser wird angesichts der immer engeren Zusammenhänge zum Beispiel von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Produkten des Handwerks und der Industrie immer größer. Auch im Handel, der Verwaltung und im gesellschaftlich-kulturellen Leben steigen die Ansprüche an Bildung und Ausbildung – in Gütersloh reagiert man darauf und entwickelt teilweise unter Druck von außen ein Schulwesen bis hin zur Lehrerausbildung.
Bis 1825 trug die soeben eingeführte Schulpflicht kaum dazu bei, das allgemein niedrige Bildungsniveau zu heben. Noch wurden die Kinder vor allem in der Landwirtschaft zumindest zeitweise als Arbeitskräfte benötigt. Deren Ausbildung und Zukunftschancen spielten für die Eltern angesichts der Abgabenpflichten in Landwirtschaft und der beginnenden Strukturkrise der Garnherstellung kaum eine Rolle
Immerhin bestanden im Dorf mit der Küsterschule in der Kirchstraße und der 1820 eröffneten Knabenschule im heutigen Museumsgebäude bereits Schulen mit ausgebildeten Lehrkräften. Auch eine jüdische Schule wurde lange von der Gemeinde unterhalten.
In den Bauerschaften unterrichteten - wenn überhaupt - oft ehemalige Soldaten oder körperbehinderte Männer mit begrenzten pädagogischen Fähigkeiten und fachlichen Kenntnissen in den sogenannten Winkelschulen. Die konfessionell geprägten religiösen Inhalte wie biblische Geschichte oder Katechismusunterricht standen dort in ihrer Bedeutung noch vor dem Lesen, Schreiben und Rechnen.