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Ameisenjungfern und Ameisenlöwen (Myrmeleontidae)

Die Ameisenjungfern bilden eine sehr interessante Familie innerhalb der Insektenordnung der Netzflügler. Weltweit gibt es etwa 2.000 Arten, davon leben 11 in Mitteleuropa.

Trotz äußerlicher Ähnlichkeit sind sie mit den Libellen nicht verwandt. Die erwachsenen Tiere der meisten Arten sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich in der Vegetation, meistens flach an senkrecht stehenden Grashalmen. Entsprechend selten sieht man sie, trotz ihrer Größe (Flügellänge bis 4 Zentimeter). Ihre Nahrung besteht aus kleinen Insekten.

Die in Mitteleuropa heimischen Ameisenjungfern zählen durchweg zu den seltenen Arten, die alle nach der Bundesartenschutzverordnung gesetzlich geschützt sind. Nur zwei Arten werden bei uns regelmäßig in geeigneten Biotopen angetroffen: die Gewöhnliche und die Gefleckte Ameisenjungfer (Myrmeleon formicarius und Euroleon nostras). Doch sind auch deren Lebensräume oftmals bedroht, so dass beide Arten auf der bundesweiten Vorwarnliste der gefährdeten Tiere Deutschlands stehen (Stand 1998). Durch ihre Trichterbauten im Sand (siehe unten) fallen die Larven dieser Arten eher auf als die erwachsenen Tiere. Die allermeisten Ameisenlöwenarten bauen allerdings keine Fangtrichter und sind entsprechend schwer zu finden. Sie sind charakteristische Arten der Sandlandschaften.

Die Weibchen unserer Ameisenjungfern legen etwa 20 Eier an warmen und sandigen Stellen in kleinen Gruben ab. Nach kurzer Zeit schlüpfen die Larven, die ausgewachsen eine Länge von bis zu 17 Millimeter haben. Sie werden Ameisenlöwen (Insekt des Jahres 2010) genannt. Während die erwachsenen Tiere nur eine Lebenserwartung von schätzungsweise 2 bis 4 Wochen haben, benötigen die Larven etwa 2 Jahre für ihre Entwicklung.

Ihre bevorzugten Lebensräume zeichnen sich durch ausgeprägte Trockenheit und sandig-lockeren, rieselfähigen Untergrund in einer gehölzreichen Umgebung aus. Dort nisten sie an offenen, vegetationsfreien und regengeschützten, meist besonnten Flächen, die auch recht klein sein können und nur für wenige Fangtrichter Platz bieten. Manchmal reicht schon eine Handbreit lockerer Sandboden, der zuverlässig vor Regen geschützt, aber der Sonne ausgesetzt ist, etwa unter Steinvorsprüngen, unter Baumwurzeln oder an Hauswänden.

Diese Trichter stellen eine Besonderheit dar: Sie sind nicht nur der Lebensraum der Larve, sondern sichern als ausgeklügelte Falle auch deren Ernährung. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass das Material trocken bleibt und auch nach Befeuchtung schnell wieder seine rieselfähige Konsistenz erhält. Wie schon der Artname sagt, stellen Ameisen die Hauptnahrung dar. Daneben gehören auch Asseln, Spinnen, Milben und Tausendfüßer zur potentiellen Beute, teilweise sogar kleine Nacktschnecken und Regenwürmer. Gerät ein Beutetier auf die Trichterwand, wird das Abrutschen durch Sandwürfe auf das Beutetier selbst wie auch durch ungerichtete Würfe gefördert. Am Trichtergrund ergreift der Ameisenlöwe seine Beute dann blitzschnell in der Körpermitte mit seinen Kieferzangen und saugt sie aus.

Wer den Ameisenjungfern und ihren Larven helfen möchte, sollte regengeschützte, sonnige und sandige Stellen am Haus und im Garten erhalten oder gezielt anlegen. Es ist gut möglich, dass man dort dann die Trichter der Ameisenlöwen finden kann. Diese sollte man in Ruhe gewähren lassen und ihre Trichter nicht zerstören. Immerhin sammeln sie in ihrer Lebensspanne viele Ameisen ein, die man daher auch nicht mit Gift bekämpfen sollte.

Eine Kolonie der Gefleckten Ameisenjungfer in einer Wohnsiedlung in Steinhagen wurde von Bleckmann & Lienenbecker (2005) beschrieben und auch aus Avenwedde gibt es Beobachtungen von Trichtern im Regenschatten von Dachtraufen und Koniferen in Hausgärten. Vielleicht werden es bald noch mehr – mit Ihrer Unterstützung?

Quellen:

Kontakt und Informationen

Frau Sonja Wolters
Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

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