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Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

Die Aurorafalter sind im gesamten Europa und im Mittleren Osten weit verbreitet. In Asien kommen sie in gemäßigten Klimabereichen bis Japan vor. Sie leben auf mageren feuchten, aber auch trockenen Wiesen, sowie in lichten und feuchten Wäldern.

Aurorafalter
Aurorafalter, Männchen - Foto: Franz Thiesbrummel

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 35 bis 45 Millimetern. Die Grundfarbe der Flügel beider Geschlechter ist weiß, wobei die äußerste Spitze der Vorderflügel grau bis grau-schwarz gefärbt ist. Die äußere Hälfte der Vorderflügel der Männchen ist auffallend orange gefärbt (vgl. Name: Aurora = Morgenröte). Die Färbung ist auch auf der Flügelunterseite zu sehen. Da diese Färbung bei den Weibchen fehlt, können sie leicht mit anderen Weißlingsarten verwechselt werden. Charakteristisch ist aber in beiden Geschlechtern die unregelmäßig und stark zerrissene grüne Fleckung der Unterseite des Hinterflügels.

Lebensweise und Lebensräume
Im Mai heftet das Weibchen einzelne Eier, selten auch zu mehreren, an die Blütenstiele der Raupenfutterpflanzen an. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Raupen, die sich im hiesigen Raum bevorzugt von den Blüten und Fruchtständen von Wiesenschaumkraut und Knoblauchsrauke ernähren. Darüber hinaus gehören noch einige andere Kreuzblütler zum Nahrungsspektrum, z.B. das Silberblatt. Nach etwa fünf Wochen ist die Fress- und Wachstumsphase abgeschlossen. Die Raupe sucht sich nun eine geeignete Unterlage in Bodennähe, meist am Pflanzenstängel ihrer Nahrungspflanze, um sich dort zu verpuppen. Die Gürtelpuppe überwintert, der Falter schlüpft nach einer zehnmonatigen Puppenruhe in der ersten Wärmeperiode im darauffolgenden Jahr. Die Flugzeit der Aurorafalter reicht von Anfang April bis Ende Juni; Hauptflugzeit ist der Mai.

Als Lebensräume werden sonnige Waldsäume, feuchte oder trockene Magerwiesen, Heckenlandschaften sowie blütenreiche Wege und Böschungen besiedelt.

Bestände und Gefährdungen
Der Aurorafalter gilt fast überall als häufig vorkommend, wenngleich seine früher weit verbreitete Hauptfutterpflanze, das Wiesenschaumkraut, durch Düngung und Entwässerung immer seltener wird. In NRW gilt der Aurorafalter heute in allen Großlandschaften als ungefährdet. Während der Schmetterling in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in Ostwestfalen nur noch vereinzelt zu beobachten war, haben sich in der Zwischenzeit seine Bestände jedoch wieder erholt. Meldungen über Vorkommen liegen von der Ebene bis in höhere Lagen aus allen Naturräumen vor.

Schutzmaßnahmen
Auch wenn derzeit für den Aurorafalter keine konkrete Gefährdung vorliegt, sollten die bestehenden Lebensräume (insbesondere feuchte und frische Wiesen) und die darin vorkommenden Nahrungspflanzen geschützt und erhalten werden. Dazu können auch Gartenbesitzer beitragen, indem sie Wiesenschaumkraut im Rasen vor dem ersten Schnitt auswachsen und fruchten lassen und Säume beim Mähen ganz aussparen, um die Puppenwiegen nicht zu zerstören. Da Wiesenschaumkraut (im Gegensatz zur Knoblauchsrauke) bei hohen Düngergaben verschwindet, sollte allenfalls sparsam gedüngt werden. Auch Knoblauchsrauken und Silberblatt kann man an Rändern, Säumen und Gebüschen als Ersatzpflanze für den Falter kultivieren.


Quellen:

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