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Bienenwolf (Philanthus triangulum)

Der Bienenwolf gehört zur Insektenfamilie der Echten Grabwespen und ist nahezu in ganz Europa bis nach Sibirien verbreitet.

Die Tiere haben einen auffallend großen Kopf mit einer breiten blassgelben „Maske“ im Gesicht zwischen den Fühlern und Mundwerkzeugen. Der Hinterleib ist überwiegend gelb mit schwarzen oder rotbraunen Querbinden und erinnert an Wespen. Die Körperlänge der Weibchen liegt zwischen 13 und 18 Millimeter, die Männchen sind mit 8 bis 10 Millimeter deutlich kleiner.

Lebensraum und Lebensweise
Der Bienenwolf besiedelt in hoher Stetigkeit warme und trockene Lebensräume, meist sandige Heide- und Magerrasenflächen mit lückiger Vegetation. Auch im Siedlungsraum tritt die Art gelegentlich auf und kann hier unter günstigen Bedingungen große Nestaggregationen ausbilden. Bienenwölfe fliegen in der Zeit vom Juni bis September, teilweise in zwei Generationen.

Während sich die erwachsenen Tiere überwiegend vom Nektar verschiedener Pflanzen ernähren, besteht die Nahrung der Larven offenbar ausschließlich aus Honigbienen, die allein durch das Weibchen erbeutet werden. Erbeutete Bienen werden sofort durch ein schnell wirkendes Gift bewegungsunfähig gemacht. Unmittelbar danach presst der Bienenwolf mit seiner Hinterleibsspitze den Hinterleib der Beute zusammen. Durch den so entstehenden Druck auf den Honigmagen der Biene quillt ein Tropfen Nektar aus dem Mund des Beutetiers. Dieser Nektar dient dem Bienenwolf als willkommene zusätzliche Nahrung.

Ihre Nester bauen die Bienenwölfe gern kolonieartig in Gruppen, sie fallen durch Häufchen des ausgegrabenen Sandes auf (ähnlich den Hosenbienen-Kolonien). Die Weibchen graben eine Röhre in den Boden, die bis zu einem Meter lang sein kann. Diese endet in 5 bis 7 Kammern, in die im Normalfall 3 bis 4, aber auch teilweise bis zu 6 gelähmte Honigbienen als Nahrung für den Nachwuchs gebracht werden. Das Ei wird auf der zuletzt eingetragenen Biene abgelegt. Nach etwa 3 Tagen schlüpft die Larve und hat nach einer Woche den Nahrungsvorrat aufgezehrt. Danach verspinnt sich die Larve in einen Kokon, in dem sie bis zur Verpuppung im nächsten Frühjahr verharrt. In warmen Sommern kann die Verpuppung schon im August erfolgen und es schlüpft eine zweite Generation.

Eine Besonderheit dieser Art ist, dass weibliche Bienenwölfe eine bestimmte Bakterienart kultivieren, die sie in speziellen Drüsen ihrer Antennen züchten. Diese Bakterien werden von den Larven in den Kokon mit eingewebt und produzieren eine antibiotische Substanz, die die Larve vor Pilz- und Bakterieninfektionen schützt.

Gefährdung
Der Bienenwolf gilt derzeit in seinem Bestand als nicht gefährdet. Seine Lebensräume gehen jedoch infolge menschlicher Einwirkung immer mehr verloren, sodass die Art insgesamt immer seltener wird.

Nachweise über Vorkommen des Bienenwolfs in Gütersloh gibt es auf dem Gelände des ehemaligen Tanklagers in Niehorst sowie auf einer kleinen ehemaligen Sandabgrabung bei Spexard. Auch im Siedlungsbereich, z.B. im Sandbett von Pflasterflächen, findet man gelegentlich Nestkolonien der Bienenwölfe.

Hilfsmaßnahmen
Da der Bienenwolf in seinem Bestand nicht gefährdet ist, sind spezielle Schutz- und Hilfsmaßnahmen derzeit nicht erforderlich. Allerdings sollten die offenen und sandigen Heide- und Magerrasenflächen in ihrem Bestand dauerhaft erhalten und gepflegt werden. Wichtig ist hier insbesondere die Verfügbarkeit von Rohboden als Nistplatz. Dort wo offene Sandwege oder Tritte schwerer Weidetiere fehlen, kann Rohboden in größeren Zeitintervallen durch kleinflächiges Abplaggen wieder hergestellt werden. Die früher verbreitete Bekämpfung der Bienenwölfe zum Schutz der Honigbienen ist heute nicht mehr zu rechtfertigen, da der Bienenstock Verluste durch Bienenwölfe problemlos ausgleicht und sich Schäden im Allgemeinen in Grenzen halten.


Quellen

Kontakt und Informationen

Frau Sonja Wolters
Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

Tel+49 5241 / 82-2086
Fax+49 5241 / 82-3392
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