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Europäischer Aal (Anguilla anguilla)

Mit ihrem schlangenförmigen Körper können die weiblichen Aale bis zu 1,5 Meter lang und sechs Kilogramm schwer werden. Die Männchen erreichen dagegen nur eine Körperlänge von etwa 60 Zentimeter. Erwachsene Aale verbringen ihr Leben im Süßwasser.

Zur Fortpflanzung kehren sie jedoch ins Meer zurück und können dabei mehrere tausend Kilometer zurücklegen. Denn das Laichgebiet des europäischen und des amerikanischen Aals liegt in der südlich der Bermuda-Inseln gelegenen Sargassosee. Während die erwachsenen Aale nach dem Laichvorgang sterben, werden die geschlüpften Larven in den kommenden 3 Jahren mit dem Golfstrom an die europäischen Küsten gespült. Erst hier entwickeln sich die Larven zu kleinen, etwa 0,5 Gramm schweren aalförmigen Fischen, den sogenannten Glasaalen. Nach dieser Metamorphose dringen die jungen Aale dann in die Flüsse und Seen ein, wo sie in den nächsten 6 bis 12 Jahren zur Geschlechtsreife heranwachsen.

Obwohl die Aale eigentlich ausschließlich im Wasser leben, sind sie durchaus in der Lage, beachtliche Strecken über feuchtes Land zurückzulegen. Der lebensnotwendige Sauerstoff wird dann über die Haut aufgenommen.
Aale können ein Alter von bis zu 50 Jahren erreichen.

Gefährdungen
Die Bestände des europäischen Aals sind in der Vergangenheit im gesamten Verbreitungsgebiet erheblich zurückgegangen. Das Glasaalaufkommen hat sich seit 1970 auf unter 5 Prozent verringert. Die Ursachen liegen zum einen in einer Überfischung, aber auch darin, dass immer mehr Gewässer beispielweise mit Staustufen und Wasserkraftanlagen verbaut wurden und so die Wanderung der Aale unterbunden wurde. Viele Aale werden auch bei der Wanderung in ihr Laichgebiet von den Turbinen älterer Wasserkraftanlagen getötet.

In Deutschland steht der Aal seit 1998 auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Auch in der Roten Liste für Nordrhein-Westfalen ist der Aal als stark gefährdet eingestuft.

In Anbetracht der außerordentlich schlechten Erhaltungssituation der Art in der Natur haben die Mitgliedsstaaten beschlossen, eine CITES Exportquote für das Jahr 2011 festzulegen und diese auf Null zu setzen und auch keine Importe von Aal und Aalprodukten für 2011 zu gestatten. Diese Entscheidung wurde auch für die Jahre 2012, 2013, 2014 und 2015 bestätigt.

Vorkommen in Gütersloh
Bei einer Befischung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen im Jahr 2008 wurden Aale im Unterlauf der Dalke nachgewiesen. Weitere Vorkommen sind aus Ems, Dalke und Wapel bekannt. So wurden Aale bei einer fischereibiologischen Untersuchung der Dalke im Jahr 1989 in den Bereichen Amtenbrinksweg, Parkbad, Wiesenstraße, Putzhagen und Neue Mühle vorgefunden. Auch im Hochwasserrückhaltebecken Reinkebach (Breslauer Straße) leben Aale. Aufgrund der Aufstiegshindernisse durch Stauwehre et cetera dürften alle diese Bestände überwiegend auf Besatzmaßnahmen durch Fischereivereine zurückzuführen sein.

Schutzmaßnahmen
Voraussetzung für den Schutz der in Gütersloh vorkommenden Aale (und auch anderer Fischarten) ist die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Gewässer. Damit können zumindest die Voraussetzungen geschaffen werden, dass die hier lebenden Aale ihr Laichgewässer in der Sargassosee erreichen können und eine Rückkehr der Jungtiere ermöglicht wird.

Gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist dies für alle europäischen Gewässer bis spätestens 2027 umzusetzen. Bezogen auf das Beispiel Dalke bedeutet dies, dass alle nicht mehr benötigten Stauwehre entweder entfernt oder so hergerichtet werden, dass ein Fischaufstieg entgegen der Fließrichtung des Gewässers ermöglicht wird. Dort, wo ein Stauwehr unverzichtbar ist, ist ein Fischaufstieg über ein durchgängiges Umgehungsgerinne zu ermöglichen.

In den vergangenen Jahren wurden im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen bereits eine ganze Reihe von Stauanlagen an der Dalke durch Sohlgleiten ersetzt (z.B. Putzhagen, Gabelsberger Weg, Wiesenstraße, Amtenbrinks Weg), oder sie wurden durch Umgehungsgerinne für Fische passierbar gemacht (z.B. Meiers Mühle / Eselsbach, Strangmühle). Auch das Wehr der Bandweberei Güth & Wolf verfügt über einen Fischpass. Planungen bestehen aktuell für die Neue Mühle im Zusammenhang mit der Renaturierung des Dalke- und Wapelunterlaufes. Schwer zu umgehen bleibt allein die Mühle Avenstroth, da die dortige frühere Mühlenumflut an der Kreuzung Verler Straße / Stadtring massiv überbaut worden ist.


Quellen:

Kontakt und Informationen

Frau Sonja Wolters
Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

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