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Feldgrille (Gryllus campestris)

Feldgrillen besiedeln warme, trockene und sonnige Standorte mit niedriger Vegetation, vor allem Sandmagerrasen und Heideflächen sowie nährstoffarme Wiesen, wo sie ihre 10 bis 20 Zentimeter tiefen und circa 2 Zentimeter breiten Wohnröhren in den Boden graben.

Männliche Feldgrille vor der Wohnröhre, Urheber: Ingo Jürgens, Datei: Feldgrille_M_Ingo-Jürgens
Männliche Feldgrille vor der Wohnröhre, Urheber: Ingo Jürgens, Datei: Feldgrille_M_Ingo-Jürgens

Ausgewachsene Grillen sind von Ende April bis Anfang August anzutreffen; die Art entwickelt sich zweijährig und überwintert im letzten oder vorletzten Larvenstadium. Sie ernährt sich in der Regel von Pflanzen.

Artverbreitung und Gefährdung
Feldgrillen sind flinke Läufer, fliegen jedoch nicht. Da die Larven nur bis zu 100 Meter und die erwachsenen Tiere 1 bis 3 Kilometer wandern, sind zusammenhängende Lebensräume (Habitatverbund) entscheidend für die Ausbreitung der Art. Auch passiver Transport ist möglich, z.B. von Eiern mit Bodenbewegungen. Daher trifft man – vor allem an den Rändern des Verbreitungsgebietes – meist nur isolierte Inselpopulationen an. Die westfälischen Vorkommen liegen nahe der Nordwestgrenze des Verbreitungsgebietes, die diagonal etwa entlang der Linie Münster-Osnabrück-Bremen-Hamburg verläuft (vgl. Karte aus Maas et al 2002). Die Gütersloher Vorkommen stellen bereits „Außenposten“ dar, die durch die Mittelgebirgsschwelle vom Hauptverbreitungsgebiet der Art weitgehend getrennt sind.

In der Roten Liste für die Bundesrepublik Deutschland (1998) und in der Roten Liste für das Land Nordrhein-Westfalen (2011) ist die Feldgrille als gefährdet eingestuft. Besonders stark ist ihr Rückgang im nordwestdeutschen Tiefland (einschließlich Emsland / Westfälische Bucht), wo die Art vielerorts ausgestorben ist (Gebietsverlust von knapp 80 Prozent) und neuerdings für den gesamten Teilraum als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft wird (Maas et al. 2002). Nach jahrzehntelangem Rückgang dieser Art in NRW scheint der Trend jedoch gestoppt worden zu sein. Stellenweise kommt es auch wieder zu einer Ausweitung der Vorkommen und zur Ansiedlung neuer Populationen, z.B. in der Senne. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat die Feldgrille in wärmeren Zonen (Süd- und Mitteleuropa, Nordafrika, Westasien).

Lautäußerungen
Die geschlechtsreifen Männchen der Feldgrille verfügen über eine hoch entwickelte akustische Kommunikation, die sich auf differenzierte Laut- und Gehörorgane stützt. Feldgrillen verfügen über mehrere Gesangsformen, die als Lock-, Rivalen- und Werbegesang bezeichnet werden. Das in schneller Folge vor der Röhrenmündung vorgetragene „zri“ ist bis 100 Meter weit und bei warmer Witterung bis tief in die Nacht zu hören. Dieser angenehm klingende Gesang verbreitet im Frühsommer südliches Flair. Weibliche Feldgrillen geben keine Laute von sich.

Vorkommen in Gütersloh und Schutzmaßnahmen
Vorkommen der Feldgrille gibt es im Osten des Kreises Gütersloh, angrenzend an den Truppenübungsplatz Senne und im Naturschutzgebiet Moosheide in Schloß Holte-Stukenbrock. In der Stadt Gütersloh findet man Feldgrillen vor allem in den nördlichen Außenbereichen in der „Niehorster Heide“ und im Umfeld von Isselhorst. Im Jahr 2011 wurde eine weitere sehr große Population auf dem sonst nicht zugänglichen Militär-Flughafen bestätigt - flächendeckend auf circa 100 Hektar im Bereich magerer Grünlandflächen!

Es sollten daher Anstrengungen unternommen werden, die Reste der landesweit und in Gütersloh selten gewordene Lebensräume der nährstoffarmen Sandmagerrasen und Heideflächen dauerhaft zu erhalten und zu pflegen. Dazu gehört auch eine extensive Nutzung und Ausmagerung von Grünlandparzellen, in denen die Grillen leben, sowie angrenzender Bereiche, um eine Verbindung der Populationen zu ermöglichen.


Quellen:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Feldgrille
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 2, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V., Artenschutzhandbuch für den Kreis Gütersloh
  • Grüning, D. & B. Walter (2010): Vorkommen der Feldgrille (Gryllus campestris) im Umfeld der „Niehorster Heide“ (Kreis Gütersloh). - Ber. Naturwiss. Verein für Bielefeld u. Umgegend 49, 162–169
  • Maas, S.; P. Detzel & A. Staudt (2002): Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands – Verbreitungsatlas, Gefährdungseinstufung und Schutzkonzepte. Ergebnisse aus dem F+E-Vorhaben 89886015 des Bundesamtes für Naturschutz. – Bundesamt für Naturschutz (Hg.), Bonn-Bad Godesberg.

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Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

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