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Feldlerche (Alauda arvensis)

Die Feldlerche kommt außer im äußersten Norden in ganz Europa sowie in Teilen Nordafrikas, Asiens und in Japan vor. Je nach geografischer Verbreitung gehört die Art zu den Standvögeln oder Kurzstreckenziehern. Die in Mitteleuropa vorkommenden Tiere machen meist nur kurze Wanderungen, ab Mitte Februar bis Anfang März werden die Reviere wieder besetzt.

Die Feldlerche bewohnt nicht zu feuchte, weiträumige Offenflächen mit niedriger und gerne lückenhafter Vegetation aus Gräsern und Kräutern. In Mitteleuropa ist sie weitgehend an landwirtschaftlich genutzte Flächen gebunden. Gut geeignete Habitattypen sind flachgründige Magerweiden, die von Schafen beweidet werden. Auch Ackersukzessionsbrachen auf flachgründigen Böden sowie extensiv genutzte Agrarflächen zählen zu den optimalen Habitaten. Intensiv genutztes Grünland wird dagegen gemieden.

Die Eiablage in die versteckt am Boden angelegten Nester in eine 15 bis 25 Zentimeter hohe Vegetation erfolgt frühestens ab Mitte März, meist jedoch erst ab Mitte April. Ein Gelege besteht aus 2 bis 6 Eiern, die 11 bis 12 Tage bebrütet werden. Es brütet ausschließlich das Weibchen. Die Jungvögel verlassen im Alter von 7 bis 11 Tagen das Nest und können nach 15 bis 20 Tagen schon kurze Strecken fliegen, nach 30 Tagen sind sie selbständig. Die Geschlechtsreife wird im ersten Lebensjahr erreicht. In Mitteleuropa sind 2 Jahresbruten häufig. Die letzten Gelege werden Mitte Juli bis Anfang August begonnen.

Nahrung
Die Nahrung besteht sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Bestandteilen. Im Sommer werden vor allem Insekten gefressen, aber auch andere Wirbellose wie Spinnen, kleine Schnecken und Regenwürmer. Im Winter ernähren sich Feldlerchen überwiegend pflanzlich von Samen, Keimlingen, frisch austreibenden Gräsern und kleinen Blättern.

Bestände und Bedrohung
Für den Feldlerchenbestand in Mitteleuropa nennt die IUCN als grobe Schätzung 40 bis 80 Millionen Brutpaare. Der Bestand in Deutschland wurde für 2008 auf 2,1 bis 3,2 Millionen Paare geschätzt, die Art war damit die neunthäufigste Brutvogelart. Während die Feldlerche um 1900 neben dem Haussperling noch die häufigste Brutvogelart in NRW war, kam es ab den 1970er Jahren zu starken Bestandsrückgängen. Allein in den 1980er Jahren halbierte sich der Bestand in Westfalen. Dieser Trend setzte sich auch in Folgezeit fort. Der Landesbestand in NRW für den Zeitraum 2005 bis 2009 wird mit 85.000 bis 140.000 Revieren angegeben. Langzeituntersuchungen, u.a. aus dem Kreis Gütersloh, zeigen, dass der negative Bestandstrend bis heute anhält. Der Bestandsverlust in NRW gegenüber den 1940er Jahren dürfte etwa bei 80 Prozent liegen. Nach der Roten Liste für NRW (2011) gilt die Feldlerche als gefährdete Art. Im Kreis Gütersloh liegen die Verbreitungsschwerpunkte der Feldlerche im nördlichen Kreisgebiet. Insgesamt ist aber von einer relativ geringen Siedlungsdichte mit größeren Verbreitungslücken auszugehen. Dass dies Mitte des 20. Jahrhunderts noch ganz anders war beschreibt Georg Möbius: „Die Feldlerche ist eine der häufigsten Brutvögel auch unseres Gebietes. Sie kommt schon sehr früh im Jahr aus den Überwinterungsgebieten zurück, sodass man einzelne bei sehr schönem sonnigen Wetter schon im Februar hören kann. (…) Meist stellten wir im Frühjahr größere bis große Verbände (mehrere Hunderte) fest, wenn sie sich auf Feldern beim Flughafen aufhielten.“ Auch wenn es nicht mehr mehrere Hunderte sind, hat sich im Gebiet des Flughafens bis heute eine größere Feldlerchenpopulation gehalten. Bei den avifaunistischen Untersuchungen auf dem Flugplatz Gütersloh im Jahr 2013 konnte dort immerhin ein Bestand von 38 Feldlerchenpaaren kartiert werden. Hinzu kamen mindestens 45 Individuen, die als Durchzügler im Grünland rastend angetroffen wurden.

Die Ursachen für den Rückgang dieser Art liegen in der seit den 1970er Jahren intensivierten Landwirtschaft. Hinzu kommen in jüngerer Zeit der vermehrte Anbau von Energiepflanzen (Mais) und der Wegfall von Stilllegungsflächen seit 2007.

Schutzmaßnahmen
Eine Maßnahme zum Schutz der Lerchen ist die Anlage von sogenannten Lerchenfenstern. Dabei werden nach einer in England entwickelten Methode kurze Streifen auf den Feldern bei der Aussaat von Raps oder Wintergetreide ausgelassen. Die Lerchen können dann dort ihre Nester anlegen und Nahrung finden. Mit der gleichzeitigen Anlage von Blühstreifen können lokale Populationen gestützt werden. Allerdings zeigen aktuelle Untersuchungen, dass mit diesen Maßnahmen allein der Bestandsrückgang insgesamt nicht aufgehalten werden kann. Vielmehr ist eine breite Kombination von Schutzmaßnahmen zwingend notwendig. Dazu gehören Kompensationsmaßnahmen in der Eingriffsregelung und spezielle Vertragsnaturschutzangebote. Als erfolgreichste Maßnahme haben sich bislang Sukzessionsbrachen erwiesen. Darüber hinaus können kleinere Ruderalflächen als Nahrungsgebiet oder zum Brüten von Bedeutung sein und sollten erhalten und gepflegt werden. Die Mahd sollte hier, genau wie auf Brachflächen, an Randstreifen und Gräben jedoch erst nach der Brutzeit ab August erfolgen.

Für die Feldlerche geeignete Schutzmaßnahmen können über Vertragsnaturschutz, Agrarumweltmaßnahmen bzw. Greening gefördert werden. Empfehlenswert sind insbesondere die extensive Ackernutzung, die Anlage von Ackerbrachen durch Selbstbegrünung und die Grünlandextensivierung (Pakete 5026, 5027, 5033, 5041, 5042, 5121 ff. im Vertragsnaturschutz). Eine Kurzübersicht über die Fördermaßnahmen für Feldvögel enthält das Artenschutzhandbuch Kreis Gütersloh (s. Quellenangaben).

Die Biologische Station führt seit dem Jahr 2005 das Projekt „Praktischer Schutz der Feldlerche im Kreis Gütersloh“ durch. Mit Hilfe ortsansässiger Landwirte konnten bereits eine Vielzahl von Hilfsmaßnahmen umgesetzt werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen aus dem Projekt hat das MUNLV das landesweite Programm "1.000 Fenster für die Lerche" im Frühjahr 2009 ins Leben gerufen. Ansprechpartner für die Teilnahme an dem Programm ist im Kreis Gütersloh und in Bielefeld die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld.

Sonstiges
Die Feldlerche war 1998 und 2019 Vogel des Jahres.


Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Feldlerche
  • Artportrait im Artenschutzhandbuch Kreis Gütersloh:
  • Fördermaßnahmen für Feldvögel im Kreis Gütersloh:
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 2, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Grüneberg, C., S.R. Sudmann et al. (2013): Die Brutvögel Nordrhein-Westfalens. - Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft e.V. und Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz NRW (Hrsg.), LWL-Museum für Naturkunde, Münster.
  • Möbius, G. (1998): Lokalavifauna von Gütersloh und Umgebung. - Berichte Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend 39, 153–196.
  • Lenz, N.: Die Vogelwelt im Norden Güterslohs (1975 – 1977), unveröffentlichtes Manuskript

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Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

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