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Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)

Gebänderte Prachtlibellen besiedeln die eher träge fließenden Mittel- und Unterläufe von ganzjährig wasserführenden Fließgewässern, besonders solche mit sandigem Untergrund, ersatzweise auch ähnlich strukturierte Gräben.

Gelegentlich wird die Art auch an Stillgewässern angetroffen. Wichtig ist dabei, dass das Gewässer ausreichend besonnt wird und viele Wasser- und Uferpflanzen beherbergt. Die aus dem Wasser ragenden Blätter werden gerne als Ruheplatz genutzt. Die besiedelten Gewässer müssen mindestens der Güteklasse II – III (mäßig bis stark belastet) entsprechen und naturnah strukturiert sein. Durch Begradigung und Verschmutzung von Fließgewässern geht die Art deutlich zurück.

Neben der empfindlicheren und selteneren Blauflügel-Prachtlibelle ist sie die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art der Prachtlibellen. Mit 4 bis 5 Zentimeter Körperlänge und 6 bis 7 Zentimeter Flügelspannweite sind die Prachtlibellen unsere größten Kleinlibellen, die sich u.a. durch die in Ruhestellung zusammengeklappten Flügel von den Großlibellen unterscheiden. Charakteristisch für die Art ist neben der Färbung der Flügel (Männchen mit breiter blauschillernder Binde, Weibchen rauchfarben getönt) der flatternde, gaukelnde, mehr an Schmetterlinge erinnernde Flugstil. Ihr Körper ist glänzend metallisch, blau bei den Männchen, bronze-grün bei den Weibchen.

Schon kurz nach Befruchtung beginnt das Weibchen mit der Eiablage, indem es die Eier (10 bis 22 Stück pro Minute) nahe der Wasseroberfläche in Wasserpflanzen einsticht. Nach etwa 6 bis 9 Wochen ist die Entwicklung in den Eiern abgeschlossen, dann kommt es zum Schlupf der Larven.

Die Libellenlarven benötigen eine Unterwasservegetation, die in die Strömung ragt und ihnen guten Halt bietet. Auch freigespültes Wurzelwerk von Uferbäumen kann diese Funktion übernehmen. Durch Verändern der Körperhaltung passen sie sich den jeweiligen Strömungsbedingungen an. Wie alle Libellenlarven ernähren sie sich von kleinen Wassertieren.

Am Ende ihrer meist zweijährigen Larvenzeit erklettern die Larven eine Uferpflanze und häuten sich dort zur Imago (die Imago ist das aus dem Jugendstadium hervorgegangene geschlechtsreife Insekt). Die Flugzeit reicht etwa von Mai bis August. Innerhalb von 10 Tagen haben die Imagines ihre Reifezeit abgeschlossen. Sie kehren dann an ihr Schlupfgewässer zurück. Dort besetzen die Männchen Reviere, verteidigen sie gegen Eindringlinge und zeigen ein ausgeprägtes Balzverhalten. Auffällig ist ihr langsamer, pendelnder Balzflug, bei dem sie ihre blauen Flügelflecken präsentieren. Das Männchen bewacht das Weibchen bei der Eiablage. Die Aktivitäts- und Lebensperiode der fertigen Libelle dauert durchschnittlich nur etwa 2 Wochen.

Während in vielen Bundesländen die Bestände der Gebänderten Prachtlibelle als gefährdet eingestuft sind, gilt die Art in NRW als ungefährdet (LÖBF 1999). Auch im Kreis Gütersloh ist sie erfreulicherweise noch an vielen Fließgewässern zu finden, sofern diese ganzjährig Wasser führen. Das Artenschutzhandbuch der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld e.V. weist Vorkommen am Lichtebach in Gütersloh auf. Darüber hinaus sind vor allem auch an der Dalke Vorkommen der Gebänderten Prachtlibelle bekannt.

Die Reinhaltung und Renaturierung von Fließgewässern (z.B. der Dalke) stellt eine wichtige Maßnahme dar, um die Strukturvielfalt eines Bachsystems zu erhöhen. Insbesondere eine reiche Wasser- und Ufervegetation ist als Lebensraum für die Larven und als Laichrevier für die Libellen von Bedeutung. Durch Rücksichtnahme bei der Gewässerunterhaltung und Uferpflege werden diese und andere Arten geschont.


Quellen:

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Umweltschutz
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