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Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)

Der Große Abendsegler ist abgesehen von den nördlichen Regionen in fast ganz Europa anzutreffen. Auch in weiten Teilen Asiens sowie im nördlichen Afrika ist er beheimatet.

Großer Abendsegler, Foto: Holger Meinig
Großer Abendsegler, Foto: Holger Meinig

Das Fell ist kurz und eng anliegend und am gesamten Körper einfarbig rostbraun glänzend gefärbt.

Die Länge des Körpers beträgt maximal 8,2 Zentimeter, die Flügelspannweite beträgt etwa 40 Zentimeter – etwas mehr als bei der Amsel. Große Abendsegler zählen – ihrem Namen entsprechend – zu unseren größten Fledermäusen. Sehr auffallend sind die deutlichen Drüsenwülste in den Mundwinkeln, die man bei geöffnetem Mund sieht.

Lebensweise und Lebensraum
Der Große Abendsegler bewohnt in Gruppen unterschiedlicher Größe alte (Specht-)Höhlen in Bäumen; er nutzt aber auch Gebäude und manchmal Nistkästen als Quartier. Der Lebensraum des Abendseglers umfasst dabei vor allem Laubwälder mit hohem Altholzbestand, er ist aber auch in Kiefernwäldern mit einem guten Angebot an Spechthöhlen oder Fledermauskästen zu finden. Ferner werden auch Alleen und Parkanlagen besiedelt. Abendsegler führen lange Wanderungen zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren durch. Als Winterquartiere, in denen manchmal bis zu 1.000 Tiere angetroffen werden können, bevorzugen sie Baumhöhlen für ihren Winterschlaf.

Die Tiere gehen kurz vor Dämmerungsanbruch - im Spätherbst auch am Tage - auf Jagd. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Nachtfaltern, Grillen und Käfern. Der Große Abendsegler ist in der Lage, auch große Käfer wie z.B. Maikäfer zu fressen. Er jagt in der Regel als Langstreckenflieger über den Baumwipfeln und fängt seine Beute bei Geschwindigkeiten bis zu 60 Kilometer pro Stunde. Ziehende Abendsegler sieht man gelegentlich auch tagsüber, manchmal zusammen mit Zugvögeln.

Die Tiere paaren sich zwischen August und Oktober. Nach der Paarung speichert das Weibchen den Samen bis zum "Gebrauch“ im Frühjahr in der Gebärmutter. Ab Juni bringen die Weibchen ein bis 2 Junge zur Welt.

Bestände und Gefährdung
Bestandszahlen für NRW liegen nicht vor. Das Vorkommen der Tiere hängt insbesondere von seinen weiträumigen Wanderungen ab.

In der Roten Liste von NRW (2011) ist der Große Abendsegler in der Vorwarnliste eingestuft. Die Tiere treten in NRW besonders im Flachland das ganze Jahr über regelmäßig und zum Teil in großer Zahl auf, gleichwohl ist ihr Bestand hierzulande während der Zeit der Jungenaufzucht auffallend gering. Obwohl die Abendsegler durchaus einen großen Teil ihres Fortpflanzungsverhaltens (Balz und Paarung) in NRW zeigen, ist die Bildung von Wochenstuben (Unterkunft mehrerer Weibchen für die Geburt und das Säugen der Jungen) bisher nur im linksrheinischen Gebiet sicher nachgewiesen. Die eigentlichen Wochenstubengebiete liegen jedoch weiter östlich (Ostdeutschland, Polen, Baltikum), bei uns sind im Sommer überwiegend Männchen anzutreffen. Lt. Artenschutzhandbuch des Kreises Gütersloh gab es 2003 einen Wochenstubennachweis im Kreisgebiet.

Bei einer im Jahr 2013 im Stadtpark und im Botanischen Garten durchgeführten Untersuchung der Vögel und Fledermäuse konnte nachgewiesen werden, dass der gesamte Untersuchungsraum vom Großen Abendsegler als Jagdrevier genutzt wird. Auch bei Fledermauserfassungen zu Artenschutzprüfungen in Gütersloh wird die Art regelmäßig, oft auch in größerer Zahl angetroffen.

Besondere Gefahren für den Bestand des Abendseglers ergeben sich aus dem Umstand, dass im Winter Bäume gefällt werden, die zum Teil großen Winterschlafgesellschaften als Quartier dienen. Weitere Gefahren drohen durch Elektrostacheldrähte, Straßenverkehr und durch Windkraftanlagen.

Hilfsmaßnahmen
Wirkungsvolle Hilfsmaßnahmen bestehen vor allem darin, dass man alte Bäume mit Höhlen stehen lässt und geeignete Fledermauskästen in typischen Lebensräumen aufhängt, darunter auch regelmäßig wärmegedämmte größere Spezialkästen zur Überwinterung. Da Fledermäuse häufig ihr Quartier wechseln, muss bei der Anbringung von Fledermauskästen auf ein ausreichend großes Angebot von Ausweich- bzw. Wechselquartieren geachtet werden. Weiterhin sollte auf den Einsatz von Elektrostacheldrähten möglichst verzichtet werden.

Vor Baumfällungen ist unbedingt auf Baumhöhlen zu achten. Höhlenbäume unterliegen einem besonderen Schutz. Selbst wenn die Höhlen im Augenblick nicht genutzt sein sollten, können sie als Wechselquartier für eine Fledermauspopulation von Bedeutung sein. Auch überwinternde Fledermäuse dürfen nicht gestört werden. Vor unvermeidbaren, zwingend erforderlichen Fällungen (auch im Winter) müssen evtl. Höhlen von Fachleuten auf vorhandene Fledermäuse geprüft und Umsiedlungen in nahe gelegene und sofort verfügbare geeignete Ausweichquartiere organisiert werden. Derartige Maßnahmen sind mit der Naturschutzbehörde des Kreises Gütersloh abzustimmen und von ihr zu genehmigen.

Hinweis:
Sollte sich ein Abendsegler (oder jede andere Fledermaus, in Betracht kommen vor allem auch Zwerg- und Bartfledermäuse) ausnahmsweise in ein Zimmer verirren, bewahrt man am besten Ruhe und hilft dem Tier wieder in Freiheit, indem man das Fenster weit öffnet und den Raum dann verlässt. Man sollte nicht versuchen, die Tiere zu greifen: Abendsegler können kräftig zubeißen, wenn sie sich bedroht fühlen!


Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Abendsegler
  • Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V.: Das Artenschutzhandbuch für den Kreis Gütersloh, 2011 (http://www.biostation-gt-bi.de/artenschutz/index.php)
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 2, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Meinig H, Vierhaus H (2015): Großer Abendsegler (Nyctalus noctula). In: AG Säugetierkunde NRW — Online-Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens. Heruntergeladen von saeugeratlas-nrw.lwl.org am 09.09.2015

Kontakt und Informationen

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Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

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