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Haussperling (Passer domesticus)

Haussperlinge, besser bekannt unter dem Namen „Spatzen“, kommen – teils auf Einbürgerungen zurückgehend – auf allen 5 Kontinenten vor. Der Hausspatz ist mit der bekannteste und am weitesten verbreitete Singvogel, der sich als Kulturfolger schon vor über 10.000 Jahren dem Menschen angeschlossen hat.

Haussperling (Männchen), Foto: Andreas Schäfferling
Haussperling (Männchen), Foto: Andreas Schäfferling

Der Haussperling hat eine kräftige und etwas gedrungene Statur, wiegt rund 30 Gramm und erreicht eine Körperlänge von 14 bis 16 Zentimetern. Die Flügelspannweite beträgt etwa 23 Zentimeter.

Die Tiere zeigen das ganze Jahr über ein sehr geselliges und soziales Verhalten, wobei viele Verhaltensweisen auf das Leben in der Gruppe ausgerichtet sind.

Haussperlinge sind sowohl Nischen- als auch Höhlen- und Freibrüter. Aber auch künstliche Nistkästen, Schwalbennester und Spechthöhlen werden genommen. Bei uns nisten die meisten Spatzen unter den Dachpfannen, meist der untersten Reihe hinter der Dachrinne. Als Nistmaterial wird fast alles verbaut, was im Umkreis von 20 bis 50 Metern zur Verfügung steht: Stroh, Gras, Wolle, Papier oder Lumpen.

In Europa beginnt die Besetzung des Nistplatzes durch die Männchen bereits ab Mitte Februar bis März. Die Brutzeit beginnt Ende April und reicht bis in den August. In dieser Zeit werden 2 bis 3, selten 4 Bruten hochgezogen. Ein Gelege besteht aus 4 bis 6 Eiern, die von beiden Partnern zwischen 10 und 15 Tage bebrütet werden. Bei witterungsbedingten Brutunterbrechungen kann die Brutzeit auch bis zu 22 Tage andauern. Nach gut 2 Wochen sind die Nestlinge flügge. Allerdings ist die Sterblichkeitsrate der Jungvögel in den ersten Wochen mit 60 bis 80 Prozent sehr hoch. Als Ursachen werden Schwierigkeiten bei der selbstständigen Nahrungsbeschaffung und Verluste durch Beutegreifer vermutet.

Nahrung
Der Haussperling ernährt sich vor allem von Sämereien. Bevorzugt werden dabei die Samen von Weizen, Hafer und Gerste. Auch die Samen von Gräsern und Kräutern stehen auf seinem „Speiseplan“. Im Frühjahr und Sommer können auch bis zu 30 Prozent der Gesamtnahrung aus Insekten und anderen Wirbellosen bestehen.

Seine Jungen füttert der Haussperling in den ersten Tagen fast ausschließlich mit Raupen und anderen zerkleinerten Insekten. Erst mit zunehmendem Alter werden auch Sämereien verfüttert, deren Anteil nach und nach bis auf ein Drittel erhöht wird.

Vor allem in der Stadt werden Spatzen auch zu Allesfressern, was besonders an Imbissständen und Freiluftlokalen beobachtet werden kann.

Bestände und Bedrohung
Der weltweite Bestand des Haussperlings wird auf etwa 500 Millionen Exemplare geschätzt. In Deutschland wird ein Bestand zwischen 5,6 und 11 Millionen Brutpaaren vermutet. Damit ist der Spatz hierzulande nach dem Buchfink der zweithäufigste Brutvogel.

Im Westen Mitteleuropas ist der Bestand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich zurückgegangen. Auch in Nordrhein-Westfalen sind über 80 Prozent des Bestands in den letzten 60 Jahren verschwunden. Im Zeitraum 2005 bis 2009 lag der Bestand in NRW bei 560.000 bis 760.000 Revieren. Als Rückgangsursachen werden Veränderungen in der Landwirtschaft (Einsatz effizienterer Erntemaschinen, Einstellung der offenen Nutztierhaltung, Pestizideinsatz), die Aufgabe kleinbäuerlicher Strukturen und Veränderungen in den Siedlungen (hoher Anteil versiegelter Flächen, Aufgabe der Kleintierhaltung, Ersatz der natürlichen Vegetation durch gebietsfremde Pflanzen) genannt.

In der Roten Liste für NRW (2011) wurde der Haussperling aus der Kategorie "ungefährdet" in die Vorwarnliste hochgestuft. Des Weiteren wird hier dazu ausgeführt: „Untersuchungen aus den letzten Jahren existieren so gut wie nicht, doch ist ein weiterer Rückgang sehr wahrscheinlich. Es ist unklar, warum der Haussperling in den Ballungsräumen in NRW so stark abnimmt, in anderen Ballungsräumen, beispielsweise Berlin, dagegen stabil bleibt. Hier besteht Forschungsbedarf.“

In Gütersloh leben noch mehrere tausend Paare. Während Haussperlinge vor etwa 50 Jahren noch überall im besiedelten Bereich anzutreffen waren, haben sie sich heute aus vielen Stadtbereichen zurückgezogen. Insgesamt sind die Bestände in den letzten 20 Jahren sehr deutlich zurückgegangen.

Haussperling (Weibchen), Foto: Andreas Schäfferling
Haussperling (Weibchen), Foto: Andreas Schäfferling

Schutzmaßnahmen
Durch die Anbringung künstlicher Nisthilfen am Haus oder im Garten, die als Brutplatz verwendet werden können, kann zumindest ein Teil der bei Gebäudesanierungen verloren gegangenen Nischen und Hohlräume ersetzt werden. Da Spatzen gesellig sind, sollten möglichst mehrere benachbarte Nisthilfen angeboten werden. Im Handel sind sogar spezielle „Mehrfamilienvillen“ erhältlich. Wichtige Revierrequisiten sind weiterhin: ganzjährig verfügbares Futter (z.B. bei Hühner- und Taubenhaltungen, an Höfen, an Futterstellen), dichte Hecken oder (möglichst immergrüne) Grünfassaden als Tageseinstand und Schlafplatz sowie eine trockene Sandbadestelle. Da Spatzen Nahrungsopportunisten sind und sich besonders in der Nähe ganzjährig verfügbarer Nahrungsquellen ansiedeln, kann man sie mit Futtergetreide unterstützen (so wie das früher indirekt bei der Geflügelhaltung geschah). Gut geeignet sind Futtersilos mit Weizenkörnern, die kaum von anderen Singvogelarten angenommen werden.

Darüber hinaus sollte der Pestizideinsatz weiter reduziert werden, damit das vor allem für die Nestlinge wichtige Angebot an tierischer Nahrung auch künftig ausreichend zur Verfügung steht. Im eigenen Garten sollte man auf den Einsatz von Pestiziden gänzlich verzichten.

Sonstiges
Der Haussperling war 2002 Vogel des Jahres.

Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Haussperling
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 2, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Die Brutvögel Nordrhein-Westfalens, Grüneberg,C., S.R. Sudmann et al., 2013, Nordrhein-Westfälische Ornithologengeselschaft e.V. und Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz NRW (Hrsg.), LWL-Museum für Naturkunde, Münster

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