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Hohltaube (Columba oenas)

Die Hohltaube ist eine von 5 in Mitteleuropa lebenden Taubenarten. Sie kommt von Europa (außer Island und Nordskandinavien) bis Westsibirien sowie Kleinasien und Nordafrika vor. Als Zugvogel zieht sie im Winter nach West- und Südeuropa.

Ihren Lebensraum haben Hohltauben vor allem in Laub- und Mischwäldern sowie Parks mit größeren Baumbeständen. Gelegentlich findet man sie auch in Alleen, Feldgehölzen und Obstbaumplantagen als Brutvogel. Voraussetzung für eine Ansiedlung ist das Vorhandensein geeigneter Bruthöhlen (meist alte Höhlen des Schwarzspechtes), auch entsprechend geeignete Nistkästen werden gerne als Brutplatz angenommen. Seit den 1970er Jahren werden zunehmend auch Höhlungen in Kopfbäumen und Gebäudenischen als Nistplatz angenommen. Die Siedlungsdichte korreliert daher heute nicht mehr mit den Schwarzspechtvorkommen, sondern ist von dieser Vogelart inzwischen völlig unabhängig.

Die Brutzeit erstreckt sich von März bis September. Gewöhnlich erfolgen 2 bis 4 Jahresbruten. Ein Gelege besteht aus 2 Eiern, die etwa 16 bis 18 Tage von beiden Eltern bebrütet werden. Nach etwa 20 bis 30 Tagen sind die Jungtiere flügge.

Hohltauben können auf den ersten Blick leicht mit den häufigen Ringeltauben verwechselt werden, sind jedoch zierlicher und haben keine weißen Markierungen an Hals und Flügelbug. In Wäldern wird man auf sie am ehesten durch ihr zweisilbiges dumpfes Gurren „huuru – huuru“ aufmerksam.

Nahrung
Die Nahrung der Hohltaube besteht aus Früchten und Samen krautiger Pflanzen, die sie auf Feldern und Grünflächen findet. Im Wald werden auch Beeren, Eicheln, Bucheckern und kleine Pflanzenteile verzehrt.

Bestände und Bedrohung
Der Gesamtbestand der Hohltaube wird laut IUCN als stabil und ungefährdet angesehen.

In Deutschland haben die Bestände seit 1990 um mehr als 20 Prozent zugenommen. In NRW ist die Hohltaube fast flächendeckend verbreitet, lediglich die Mittelgebirge sind nur gering besiedelt. Nach der Roten Liste für NRW (2011) gilt der Bestand der Hohltaube mit Ausnahme des Weserberglandes (Vorwarnliste) in allen Landesteilen als ungefährdet. Seit den 1970er Jahren kam es hier sogar zu deutlichen Arealausweitungen. Allein in NRW hat sich das Verbreitungsgebiet bis in die 1990er Jahre um mehr als 70 Prozent vergrößert. Für den Zeitraum 2005 bis 2009 wurde ein Bestand von 8.500 bis 16.000 Reviere ermittelt, was einer nochmaligen Zunahme um fast 60 Prozent gegenüber den 1990er Jahren bedeutet. Durch gezielte Anbringung von Nisthilfen konnten lokal extreme Bestandszunahmen registriert werden (Hamm, Dortmund). NRW beherbergt heute fast ein Fünftel des gesamtdeutschen Bestandes und trägt für diese Art eine besondere Verantwortung als Bundesland mit dem größten Hohltaubenbestand.

Für das Gebiet der Stadt Gütersloh beschreibt Georg MÖBIUS eine Reihe von Beobachtungen in den 1940er und 1950er Jahren. Für die Zeit danach schreibt er jedoch: “Wir haben in den letzten Jahren trotz aufmerksamer Beobachtung in unserem engeren Gebiet keine Hohltaubenbeobachtungen mehr machen können und bringen das Verschwinden mit der Wiederbewaffnung der Jäger in Zusammenhang.“ Dem Brutvogelatlas NRW zufolge lag der Gütersloher Bestand im Erfassungszeitraum 2005 bis 2009 etwa zwischen 40 und 100 Brutpaaren. Auf Grund der Waldarmut und des eher spärlichen Alt- und Höhlenbaumvorkommens sind Hohltaubenbeobachtungen in Gütersloh somit nach wie vor etwas Besonderes.

Schutzmaßnahmen
Während die Art früher vor allem durch die Beseitigung von Höhlenbäumen bedroht wurde, mangelt es heute zumindest landesweit durch eine breitere Palette an Brutplätzen kaum noch an Brutplätzen. Da Höhlenbäume jedoch auch für eine Reihe anderer Vogelarten von existenzieller Bedeutung sind, sollte deren Erhalt auch künftig eine hohe Priorität eingeräumt werden, zumal in unserem Raum Schwarzspechthöhlen nach wie vor die wichtigsten Brutplätze für Hohltauben stellen dürften und diese größte Spechtart in Gütersloh nur wenig verbreitet ist. Durch Nisthilfen in geeigneter Größe kann der Bestand daher unterstützt werden. Mitentscheidend für den künftigen Bestand der Hohltaube könnte die Nahrungsversorgung sein, da die Vielfalt an Wildkräutern abnimmt. Extensivierungsmaßnahmen und die Erhaltung von Grünland kommen auch den Hohltauben zugute.


Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Hohltaube
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 2, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Die Brutvögel Nordrhein-Westfalens, Grüneberg, C., S.R. Sudmann et al., 2013, Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft e.V. und Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz NRW (Hrsg.), LWL-Museum für Naturkunde, Münster
  • Georg MÖBIUS: Lokalavifauna von Gütersloh und Umgebung, Berichte Naturwissenschaftlicher Verein von Gütersloh und Umgebung 39 (1998), S. 153 – 196

Kontakt und Informationen

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Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

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