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Mauerbienen (Gattung Osmia)

Mauerbienen sind mit fast 50 Arten in Mitteleuropa vertreten.
Viele Arten sind auffallend pelzig behaart, von untersetzter Gestalt und erinnern an sehr kleine Hummeln.

Daneben gibt es auch langgestreckte, weniger behaarte Arten. Metallisch glänzende Färbungen am Körper sind nicht selten. Mauerbienen gehören zu den häufigsten Solitärbienen (= Einsiedlerbienen, die nicht in Staaten leben). Auch in Siedlungsgebieten häufige Vertreter sind die Rote und die Gehörnte Mauerbiene (O. bicornis = O. rufa und O. cornuta), die beide schon früh im Jahr ab März fliegen.

Lebensraum und Lebensweise
Die Nester werden artspezifisch angelegt. Etwa ein Drittel der mitteleuropäischen Arten nutzt bereits vorhandene Hohlräume. Andere Arten bauen ihre Nester in sandigem Boden oder frei an Felsen. Immerhin ein Viertel der Arten bauen ihre recht komplizierten Nester in leeren Schneckenhäusern oder im Mark von Pflanzenstängeln.

Die rote Mauerbiene besiedelt auch gerne Nisthilfen, die Gehörnte Mauerbiene bevorzugt vorhandene Hohlräume senkrechter Flächen (Ritzen, Spalten, Bohrlöcher) und auch entsprechend platzierte Nisthilfen. Beide Arten vermauern ihre Nestverschlüsse mit feuchter Erde.

Das Weibchen versorgt die künftigen Larven einer jeden Zelle mit Pollen und etwas Nektar. Dann legt es ein Ei an den Pollenvorrat und verschließt die Zelle. Der Zellverschluss ist im Regelfall zugleich die Rückwand der nächsten Zelle – hinter einem Nestverschluss verbergen sich also in der Regel mehrere Zellen. Deren Zahl variiert je nach Tiefe des Nistlochs.

Die Larve häutet sich nach dem Schlüpfen mehrmals und frisst wochenlang vom Nahrungsvorrat, bevor sie sich in einen Kokon einspinnt und verpuppt. Am Ende der Metamorphose schlüpft aus der Puppe die flugfähige Biene (Imago). Die Winterpause kann in unterschiedlichen Stadien eingelegt werden: Manche Arten überwintern als Larven, andere als fertige Insekten. Die Flugzeiten dauern etwa 1,5 bis 3 Monate, sind aber artspezifisch sehr unterschiedlich. Einige Arten fliegen bereits im März/April, andere sind bis August unterwegs. Im Allgemeinen fliegt nur eine Generation pro Jahr.

Gefährdung
Zahlreiche Mauerbienenarten werden in der Roten Liste von NRW (2011) geführt, einige sind sogar bereits ausgestorben oder stehen unmittelbar vor dem Aussterben. Von den Rückgängen sind insbesondere diejenigen Mauerbienenarten betroffen, die bei der Wahl ihrer Lebensräume sowie ihrer Nistplätze und Nahrungspflanzen stark spezialisiert sind. Viele dieser Arten werden zukünftig nur über den gezielten Schutz ihrer Lebensräume und Nist- und Nahrungsressourcen zu erhalten sein.

Hilfsmaßnahmen
Dem Schutz bedeutender Mauerbienenlebensräume (Steinbrüche, Sand- und Kalkmagerrasen, Zwergstrauchheiden, nährstoffarmes Grünland oder trockenen Brachen und Säume) kommt eine zentrale Bedeutung zu. Da viele Mauerbienenarten ihre Brutzellen in totem Holz anlegen, kann diesen Arten zudem auch durch den Schutz von Totholz geholfen werden. Besonntes Totholz im Waldrand oder in Hecken hat einen besonders großen Wert für holznistende Mauerbienenarten und sollte nicht entnommen werden. Durch die Anlage von Totholzstapeln kann der aktuelle Totholzmangel in der Landschaft kompensiert werden.

Einige Mauerbienenarten lassen sich durch Aufstellen von Nisthilfen auch im Siedlungsraum gezielt fördern. Solche „Bienenhotels“ können bei guter Qualität und am richtigen Standort eine Vielzahl solitärer Bienen und Wespen beherbergen, die allesamt völlig problemlose Gäste im Garten oder auf dem Balkon sind und nicht lästig werden. Hierdurch wird nicht nur dem allgemeinen Rückgang vieler Solitärbienen infolge von Landschaftsveränderungen entgegen gewirkt, sondern es bieten sich auch gute Gelegenheiten für Naturbeobachtungen: Männchen und Weibchen, die (zumindest grobe) systematische Zuordnung einiger Arten nach Baumaterial und Art des Nestverschlusses und sogar spezielle Parasiten wie Gold-, Erz- und Schlupfwespen oder Taufliegen lassen sich mit einiger Geduld beobachten und unterscheiden - eine größere Bienenwand bietet einen schier unendlichen Immen-Kosmos!

Wichtig sind ein trockener, regengeschützter Standort mit möglichst praller Sonneneinstrahlung und ein Mix verschiedener Nistmaterialien, außerdem ein artenreicher naturnaher Garten mit einem vielfältigen Blütenangebot ohne Giftanwendung. Anregungen und Bauanleitungen für Bienenhotels findet man z.B. im Internet (Stichworte Bienenhotel, Insektenhotel). Manche billigen käuflichen Bienenhotels jedoch werden aus verschiedenen Gründen schlecht angenommen. Gute Tipps zur Vermeidung von Baufehlern bei Bienenhotels und zu den dort anzutreffenden Arten gibt der Bienenexperte Paul Westrich auf seinen sehr empfehlenswerten Internetseiten www.wildbienen.info (Stichwort „Artenschutz“).

Übrigens lassen sich zahlreiche Wildbienen, darunter auch stärker spezialisierte Arten, die den Pollen für ihren Nachwuchs nur an Blüten einer Pflanzenfamilie oder Pflanzengattung sammeln, auch im Siedlungsraum durch für Wildbienen optimierte Einsaatmischungen fördern (z.B. von Westrich, s. Quellenhinweis). Einige Saatguthersteller (s. Quellenhinweis) verwenden heute auch regionales Saatgut (nach den Kriterien verschiedener Regiosaatgutprojekte) und bieten Mischungen für verschiedene Regionen und geologische Ausgangsbedingungen an. Solche Mischungen sind nicht nur bunt, sondern enthalten auch die von vielen Wildbienen so dringend benötigten Pollenquellen und verzichten auf standortfremde Arten und Kulturpflanzen.


Quellen

Kontakt und Informationen

Frau Sonja Wolters
Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

Rathaus Haus III1. ObergeschossRaumnummer161
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