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Schwarzpappel (Populus nigra)

Die Schwarzpappel ist ein kräftiger Laubbaum aus der Familie der Weidengewächse. Sie kann bis zu 30 Meter hoch und 100 bis 150 Jahre alt werden, in seltenen Fällen bis zu 300 Jahre. Der Stamm solcher majestätischer Bäume kann einen Durchmesser von bis zu 2 Meter erreichen.

Schwarzpappel
Schwarz-Pappel, Urheber: Adobe Stock

Die Borke ist grau-braun und weist x-förmige Rippenstrukturen auf. Die Schwarzpappel kann leicht mit der aus Nordamerika eingeführten und in den Nachkriegsjahren sehr häufig angepflanzten Kanadischen Pappel verwechselt werden, ist im Gegensatz zu dieser jedoch bei uns selten, wird aber gelegentlich ebenfalls gepflanzt. Schwarzpappeln sind getrenntgeschlechtig (zweihäusig), das heißt es gibt sowohl weibliche als auch männliche Bäume.

Die Schwarzpappel stellt relativ hohe Ansprüche an Licht und Wärme. Ihre Standorte müssen darüber hinaus sehr gut mit Nährstoffen und Wasser versorgt (d.h. sehr feucht oder wechselfeucht) sein. Bevorzugt besiedelt werden gut durchlüftete Sand- und Kiesböden. Als sogenannter Flussbegleiter ist sie relativ unempfindlich gegenüber länger anhaltenden Überschwemmungen. Ihre natürliche Heimat sind die Weichholzauen der größeren Stromtäler, in NRW vor allem das Rheintal. In Westfalen deuten archäologische Funde (Einbaum) an der Ems und alte Dokumente darauf hin, dass sie früher einheimisch gewesen sein dürfte (Runge 1972). Das nächstgelegene natürliche Vorkommen dürfte im Lippetal liegen (Kulbrock et al. 2004). Durch Flussregulierungen, Eindeichungen, Trockenlegungen und Grundwasserabsenkungen sowie durch die fortschreitende Landnutzung sind ihre ursprünglichen Standorte, die typischen Auen, immer weiter reduziert worden. Zusätzlich wurde sie durch Kreuzungen zwischen den heimischen und den nordamerikanischen Schwarzpappeln verdrängt (Schmitt, Schulze & Vornam 1996).

Das glatte Holz der Schwarzpappel ist bei Skulpturenschnitzern sehr beliebt. Eine aus den Knospen gewonnene Salbe wurde bereits im zweiten Jahrhundert gegen Entzündungen angewandt. Solche Salben finden auch heute noch Verwendung als schmerzstillender Balsam.

Der Bestand der Schwarzpappel ist in Deutschland als gefährdet eingestuft. Nach der Bundesartenschutzverordnung gehört sie jedoch nicht zu den besonders geschützten Pflanzen. In der Roten Liste für das Land NRW ist die Schwarzpappel in der Westfälischen Bucht und dem Westfälischen Tiefland mit der Einstufung „gefährdet“ noch am günstigsten bewertet. In den anderen Großlandschaften gilt sie als stark gefährdet bzw. es liegen keine Nachweise vor.

In Gütersloh kommt die echte Schwarzpappel äußerst selten vor. Es gibt hier nur ein ausgewachsenes Exemplar, das sicher eine reine Schwarzpappel ist und kein Hybrid (d.h. keine Kreuzung verschiedener Arten oder Unterarten darstellt), wie die genetische Untersuchung durch die Forstgenbank NRW ergab. Dieser einst gepflanzte Baum steht an der Parkstraße in der Nähe der Einmündung Am Stadtgarten. Bezogen auf den Stammumfang ist diese Schwarzpappel mit einem Umfang von 5,21 Meter (!) der größte städtische Baum in Gütersloh. Im Fachbereich Grünflächen werden davon Stecklinge vermehrt und an geeigneten Stellen im Stadtgebiet ausgepflanzt, z.B. bei der Dalkerenaturierung Im Füchtei. Obwohl die Schwarzpappel in unserem Raum nicht als altheimisch gelten kann, steht sie doch als Leitart stellvertretend für den Lebensraum der Flussauen, der heute fast nirgendwo mehr in seiner natürlich Ausprägung mit einer begleitenden Weichholzaue existiert.


Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarz-Pappel
  • http://www.floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=4451&
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 1, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Stadt Gütersloh, Fachbereich Grünflächen
  • •Kulbrock, P.; H. Lienenbecker & G. Kulbrock (2004): Beiträge zu einer Neuauflage der Flora von Bielefeld-Gütersloh, Teil 5. – Ber. Naturwiss. Verein Bielefeld 44, 69-198.
  • Runge, F. (1972): Die Flora Westfalens. - Münster.
  • Schmitt, H.P.; L. Schulze & B. Vornam (1996): Maßnahmen zur Erhaltung der Schwarzpappel in Nordrhein-Westfalen. - LÖBF-Jahresbericht 1996 (Recklinghausen). https://blag-fgr.genres.de/fileadmin/SITE_GENRES/downloads/docs/BLAG/Schwarzpappel_1996.pdf

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