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Teichmolch (Lissotriton vulgaris)

Der Teichmolch bevorzugt halboffene bis offene Landschaften. Als Landhabitate kommen Grünlandgebiete mit Hecken, Waldränder, naturnahe Gärten und Parks sowie Uferränder von Gewässern in Betracht. Während der Zeit an Land ernähren sich die Tiere vorwiegend von Würmern, Schnecken und Insekten.

Tagsüber halten sie sich unter Steinen, Laub oder Wurzeln versteckt, nicht weit entfernt von ihren Laichplätzen (meist nur 20 bis 60 Meter, seltener auch mehrere Hundert Meter).

Markante Kennzeichen des etwa 6 bis10 Zentimeter langen Teichmolches sind der dunkel gefleckte gelbliche Bauch und die braune Grundfärbung der Oberseite. Der nächsthäufige Bergmolch ist dagegen unterseits ungefleckt und kräftig orange gefärbt, oberseits blaugrau bis schieferschwarz. Zur Fortpflanzungszeit bewegen sich die Tiere im Wasser ähnlich wie kleine Fische, kommen aber regelmäßig an die Oberfläche und schnappen Luft. An Land sind sie hauptsächlich in der ersten Nachthälfte aktiv und wenig mobil. Bei Regenwetter kann man sie manchmal schon tagsüber oder in der Dämmerung sehen. Sie sind schon an ihrer trägen Bewegung leicht von flinken Eidechsen zu unterscheiden, die bei Störungen sehr rasch fliehen.

Lebensweise
Im Februar begeben sich die Teichmolche auf die Wanderschaft zu ihren Laichgewässern: ideal sind kleine bis mittelgroße, pflanzenreiche und besonnte Weiher und Teiche mit Versteckmöglichkeiten außerhalb des Waldes im besiedelten und unbesiedelten Bereich. Bevorzugt werden fischfreie Gewässer, die über eine reichhaltige Unterwasserflora als Versteck und für die Eiablage verfügen. Auch neu angelegte Gartenteiche werden häufig binnen weniger Jahre besiedelt. Diese müssen aber fischfrei sein!

Die Wanderzeit erstreckt sich von März bis in den Mai, wenn die Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius beträgt. Höhere Temperaturen, Regen und hohe Luftfeuchte steigern die Aktivität. Balz und Laichgeschehen beginnen meist Mitte April, wenn die Wassertemperatur mindestens 8 Grad Celsius beträgt. Im Wasser sind die Tiere auch tagaktiv. Die meisten Alttiere verlassen im Juni/Juli die Gewässer wieder und legen dann in einem intensiven Häutungsprozess ihre „Landtracht“ an, bei der die Flossensäume zurückgebildet sind. Die Larven verwandeln sich meist ab Juli bis September und wandern dann ebenfalls ab.

Während der alljährlichen Laichzeit im Frühjahr werden im Wasser vor allem Insekten und Kleinkrebse, aber auch Froschlaich, Kaulquappen und sogar Eier und Larven der eigenen Art gefressen. Die wasserlebenden Larven nehmen zunächst kleine Planktonorganismen auf (Kleinkrebse, Insektenlarven).

Verbreitung und Bestand
In Deutschland ist der Teichmolch die häufigste der 4 vorkommenden Arten von Wassermolchen und kommt – abgesehen von den höheren Berglagen – fast überall vor. In NRW ist der Teichmolch nahezu flächendeckend verbreitet und im Tiefland die mit Abstand häufigste Molchart. Im Bergland tritt er dagegen hinter Berg- und Fadenmolch zurück. Langfristige Bestandsveränderungen sind bei uns nicht feststellbar, in den südwestdeutschen Bundesländern wurde er jedoch bereits auf die Vorwarnliste zurückgehender Arten gesetzt.

Daten über Vorkommen des Teichmolches in Gütersloh liegen derzeit nur lückenhaft vor. Bei einer Untersuchung von 23 Kleingewässern im Süden von Gütersloh im Jahr 2015 wurde er in 11 Gewässern gefunden; in 5 Gewässern war er mit dem Bergmolch, in einem mit dem Fadenmolch vergesellschaftet. Es ist davon auszugehen, dass es in vielen Gartenteichen und anderen Kleingewässern entsprechende Vorkommen gibt. Bei Kleingewässerkontrollen ist er in Gütersloh neben der Erdkröte und den Grünfröschen der am stetigsten anzutreffende Lurch.

Gefahren und Schutzmaßnahmen
Gefahren, die zu lokalen Verlusten führen können, drohen den Teichmolchen durch die Vernichtung und Verlandung ihrer Laichplätze, Gewässerverschmutzungen durch organische und chemische Stoffe, Fischbesatz in Kleingewässern, Aufforstungen ihres Lebensraums mit Nadelbäumen, aber auch durch die Rodung von Hecken und Feldgehölzen in ihren Landlebensräumen und in ihrer Wanderzeit durch den Straßenverkehr. Lösch- und Schwimmbecken ohne Ausstiegshilfen sowie Teiche ohne flache Uferzonen können eine tödliche Gefahr darstellen. Weitere Todesfallen sind insbesondere Lichtschächte vor Kellerfenstern, Kellereingänge und Gullydeckel, aus denen die Tiere nicht mehr entkommen. Lichtschächte sollten daher mit einem feinmaschigen Drahtgewebe gesichert und regelmäßig kontrolliert werden.

Neuerdings bedroht eine vermutlich aus Asien nach Westeuropa eingeschleppte Krankheit durch sogenannte Chytrid-Pilze die europäischen Schwanzlurche (Molche und Salamander). Keinesfalls sollten daher eventuell im Handel gekaufte Schwanzlurche ausgesetzt werden, auch nicht in Gartenteiche!

Zu den wichtigsten Maßnahmen für den Erhalt der Amphibienbestände gehören außerdem die regelmäßige Pflege und Offenhaltung (Entschlammung, Freistellung von Gehölzen etc.) von Stillgewässern, die Verhinderung von Einleitungen schädlicher Stoffe, das Abfischen bzw. Vermeiden von Fischbesatz in Kleingewässern, die Umgestaltung naturferner Fischteiche sowie die Neuanlage naturnaher und pflanzenreicher Artenschutzgewässer an geeigneten Standorten. Punktuell sind auch Schutzmaßnahmen für die Amphibienwanderung an Straßen und Wegen angezeigt. Hilfreich sind weiterhin die Erhaltung oder Anlage von Kleinstrukturen als Tages- und Winterverstecke in der Nähe der Laichgewässer (Totholz, Steinschüttungen) und der Erhalt oder die Anpflanzung von Hecken und Gehölzen im Gewässerumfeld zur Vernetzung der Lebensräume.


Quellen:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Teichmolch
  • http://www.herpetofauna-nrw.de
  • http://www.feldherpetologie.de
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 2, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Hachtel, M., M. Schlüpmann, K. Weddeling, B. Thiesmeier, A. Geiger & C. Willigalla (Red.) (2011): Handbuch der Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalens. 2 Bände – Bielefeld (Lauenti-Verlag)
  • Feldmann, R. (Hg., 1981): Die Amphibien und Reptilien Westfalens. – Abh. a. d. Landesmuseum f. Naturkunde Münster 43, H. 4. - Münster
  • Günther, R. (Hg., 1996): Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. – Jena

Kontakt und Informationen

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Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

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