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Waldgrille (Nemobius sylvestris)

Mit einer Körperlänge (ohne Anhänge) von knapp einem Zentimeter ist die Waldgrille deutlich kleiner als die Feldgrille. Man findet die erwachsenen Tiere von Juni bis November ausschließlich im Falllaub von Laubwäldern. Mit ihrer schwarz-braunen Färbung fallen sie dort kaum auf.

Da ihre Nachkommen im Larvenstadium überwintern, sind sie gerade in strengen Wintern zwingend auf die isolierende Falllaubschicht angewiesen. Höhere Temperaturen als 25 Grad Celsius werden nur bei größerer Luftfeuchtigkeit überstanden. Die Waldgrille ist kälteempfindlich und, insbesondere als erwachsenes Tier, empfindlich gegen Austrocknung, was die bevorzugte Besiedlung von Laubwäldern erklärt. Sie ernährt sich in der Regel von Pflanzen.

Artverbreitung und Gefährdung
Waldgrillen springen zwar gut, sind jedoch flugunfähig und wandern kaum. Da ihr Lebensraum jedoch weniger selten und gefährdet ist als derjenige der Feldgrillen, ist die Art häufiger anzutreffen und auch nicht gefährdet, ihre langfristige Bestandsentwicklung gilt als konstant. Ihr Verbreitungsgebiet ist auf West- und Mitteleuropa beschränkt. Da Deutschland einen erheblichen Teil des Verbreitungsgebietes abdeckt, besteht hier eine starke Verantwortlichkeit für die Erhaltung dieser Art (Maas et al. 2002). Die nördliche Arealgrenze verläuft durch das Westfälische Tiefland und Südniedersachsen (Osnabrück-Göttingen-Berlin). Wie auch bei der Feldgrille liegen die Gütersloher Vorkommen also am Verbreitungsrand.

Lautäußerungen
Das Männchen zirpt in 2 verschiedenen Tonlagen um das Weibchen anzulocken (lautes Zirpen, Spontangesang) und um es zu umwerben (leises Zirpen, Werbegesang). Das bis weit in den Herbst hinein zu hörende, kurze und wohlklingend-schnurrende „rürr“ wird nach jeweils kurzer Unterbrechung minutenlang wiederholt. Der zarte Gesang erklingt vom Vormittag bis in die Nacht, ist jedoch nicht weit zu hören und nach Richtung und Entfernung schwer abzuschätzen; sein Rhythmus erinnert an Morsezeichen (Bellmann 2006). Ein Weibchen legt etwa 150 Eier in den oberen Bodenschichten ab. Die Eier ruhen den Winter über, im nächsten Jahr schlüpfen von Juni bis September die Larven.

Vorkommen in Gütersloh und Schutzmaßnahmen
In Gütersloh kommt die Waldgrille ausschließlich in Feldgehölzen mit Birken und Eichen oder lichten Waldrändern vor. Mit einem Anteil von knapp 7 Prozent an der Gesamtfläche zählt Gütersloh zu den waldarmen Gebieten. Durch die Erhaltung bestehender Waldflächen und ihrer Säume sowie die Vergrößerung des Waldanteils kann der Lebensraum der Waldgrille (und auch für viele andere Arten wie z.B. der Waldeidechse) erhalten und verbessert werden.


Quellen:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Waldgrille
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 2, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Bellmann, H. (2006): Der Kosmos Heuschreckenführer. - Stuttgart
  • Maas, S.; P. Detzel & A. Staudt (2002): Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands – Verbreitungsatlas, Gefährdungseinstufung und Schutzkonzepte. Ergebnisse aus dem F+E-Vorhaben 89886015 des Bundesamtes für Naturschutz. – Bundesamt für Naturschutz (Hg.), Bonn-Bad Godesberg.

Kontakt und Informationen

Frau Sonja Wolters
Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

Rathaus Haus III1. ObergeschossRaumnummer161
Tel+49 5241 / 82-2086
Fax+49 5241 / 82-3392
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