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Waldkauz (Strix aluco)

Der Waldkauz besiedelt die Laub- und Mischwälder in weiten Teilen Europas und in Teilen Nordafrikas. Nach Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis in den Norden des Iran und Westsibirien.

Ein disjunktes Vorkommen (Teilareal, das vom übrigen Verbreitungsgebiet einer Pflanzen- oder Tierart räumlich getrennt wurde und mit den üblichen Verbreitungsmitteln dieser Art nicht überbrückt werden kann) reicht von Tadschikistan und Afghanistan über den Himalaya bis nach China.

Waldkäuze sind nach dem Uhu unsere größten und kräftigsten Eulen, deren „Huuuu“-Tremolo man auch im Siedlungsrandbereich in der Nähe größerer Bäume hören kann. Charakteristisch sind ihre großen dunklen Augen, doch bekommt man die Vögel nur selten zu Gesicht. Sie sind ausgeprägte Standvögel, die ihr Revier auch im Winter nicht verlassen. Lediglich die Jungtiere wandern in verschiedenen Richtungen ab, wenn sie im Herbst aus dem elterlichen Revier vertrieben werden.
Bevorzugte Lebensräume der Waldkäuze sind einerseits aufgelockerte Laub- und Mischwälder mit Altholzbeständen und Baumhöhlen. Darüber hinaus werden auch reich strukturierte Kulturlandschaften besiedelt. Ein einmal besetztes Revier wird gewöhnlich lebenslang beibehalten. Entscheidend für eine Ansiedlung ist ein ganzjährig gutes Nahrungsangebot. Der Waldkauz ist grundsätzlich sehr anpassungsfähig und brütet auch in Parkanlagen, auf Friedhöfen und in Alleen sowie Gärten oder Hoflagen mit altem Baumbestand. Auch bei der Auswahl des Brutplatzes ist die Art nicht sehr wählerisch. Bruten findet man in Schwarzspechthöhlen, auf Greifvogelhorsten und Rabenvogelnestern. Auch in Kirchen, Dachböden, Scheunen, in Nistkästen, Erdhöhlen und auf dem Waldboden werden Brutnester angelegt. Der Waldkauz ist vorwiegend nachtaktiv. Den Tag verbringt er meist in schützender Deckung, die er nur bei Störung oder extremer Kälte verlässt.
In Mitteleuropa beginnt die Brutzeit im Allgemeinen im März. Ein Gelege besteht meist aus zwei bis vier Eiern, die vorwiegend nachts im Abstand von zwei bis vier Tagen gelegt werden. Die Brutzeit beträgt durchschnittlich 28 bis 30 Tage. Es brütet ausschließlich das Weibchen. Die Jungen schlüpfen in den Intervallen, in denen das Ei gelegt wurde. Im Alter von 29 bis 35 Tagen verlassen die Jungvögel erstmalig die Bruthöhle. Nach etwa 50 Tagen können sie erste kurze Strecken fliegen. Bis etwa zu ihrem 100. Lebenstag werden sie von den Altkäuzen versorgt. Waldkäuze haben nur eine Jahresbrut, bei einem Gelegeverlust kann es jedoch zu Nachbruten kommen.
Waldkäuze sind sehr fürsorgliche Eltern und verteidigen ihre Brut vehement – man sollte daher ihren Jungen nicht zu nahe treten!

Nahrung
Auch die Zusammensetzung der Nahrung ist breit gefächert und wird durch das jeweilige Angebot bestimmt. In guten Mäusejahren machen Wühlmäuse und Echte Mäuse den Hauptteil der Nahrung aus. Der Waldkauz kann Beutetiere bis zur Größe seines eigenen Körpergewichts schlagen. Sein Beutespektrum umfasst daher auch Kaninchen, Eichhörnchen und Wanderratten. Vögel machen durchschnittlich etwa 15 Prozent seines Beutespektrums aus. Während der Flugjagd suchen Waldkäuze gezielt die Massenschlafplätze von Kleinvögeln auf und bringen sie durch plötzliches Flügelklatschen zum Auffliegen. Höhlenbrütende Vögel greift er mit Hilfe seiner langen Beine aus der Bruthöhle. In Mitteleuropa hat man bis zu 100 Vogelarten gezählt, die vom Waldkauz geschlagen werden. Dazu zählen Sperlinge und Finken, aber auch Tauben und Elstern. Darüber hinaus werden auch alle anderen vorhandenen Tiere geeigneter Größe gefressen, z.B. Spitzmäuse, Frösche, Fische, Käfer oder Regenwürmer.

Bestände und Bedrohung
Der Waldkauz gilt in seinem Bestand insgesamt als nicht gefährdet. Während in Deutschland der Bestand von 1988 bis 2009 leicht abgenommen hat, haben die Bestände in Nordrhein in den letzten 10 bis 15 Jahren leicht zugenommen. In Westfalen sind die Bestände stabil, wobei sich hier derzeit ein heterogenes Bild von Zu- und Abnahmen zeigt. Der derzeitige Bestand in NRW liegt bei 7.000 bis 12.500 Brutrevieren. Nach der Roten Liste (2011) für NRW zählt der Waldkauz in allen Großlandschaften zu den ungefährdeten Arten, gilt aber als streng geschützt. Die Verbreitung im Kreis Gütersloh ist nur schlecht dokumentiert. Es zeigt sich aber eine auffällige Häufung im Norden des Kreises, die auf einer intensiveren Erfassung und einem größeren Waldanteil beruht. Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit ist von einer weiten Verbreitung der Art im ganzen Kreisgebiet auszugehen. Dem Brutvogelatlas NRW zufolge lag der Gütersloher Bestand im Erfassungszeitraum 2005 bis 2009 etwa zwischen 30 und 70 Brutpaaren. Damit sind Waldkäuze ähnlich häufig wie Schleiereulen, deren Zahl in schneereichen Wintern allerdings stärker einbrechen kann. Georg MÖBIUS schreibt: „Der Waldkauz ist in Gütersloh ein vor allem im Winter oft zu hörender Brutvogel. Wir sahen und hörten ihn in der Venn-, Kürfürsten-, Moltke- und Hohenzollernstraße. Wir fanden vor Jahren ausgeflogene Jungvögel auf dem alten Friedhof, wo die Bruthöhle sicher in alten Bäumen, die bei der kath. Kirche standen, gewesen ist.“
In sehr strengen Wintern kommt es zu lokalen Bestandseinbrüchen. Weitere Gefahren drohen den Tieren durch Stromschlag an Freileitungen sowie durch den Schienen- und Straßenverkehr.

Schutzmaßnahmen
„Die wichtigste Maßnahme ist der Erhalt der Brutplätze. Alte Bäume mit Großhöhlen sollten nicht gefällt und „Eulenlöcher“ auf Dachböden, Scheunen und Kirchtürmen nicht versperrt werden. Auch durch spezielle großvolumige Nistkästen kann der Art geholfen werden. Störungen während der Brutzeit und in strengen Wintern sollten vermieden werden. Außerdem ist die Absicherung von ungesicherten Leitungen und gefährlichen Strommasten zur Reduzierung von Tierverlusten sehr wichtig.“ (Artenschutzhandbuch Kreis Gütersloh)

Sonstiges
Der Waldkauz war 2017 Vogel des Jahres.

Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Waldkauz
  • http://www.biostation-gt-bi.de/artenschutz/index.php?page=1&category=1&id=94
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 2, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Die Brutvögel Nordrhein-Westfalens, Grüneberg, C., S.R. Sudmann et al., 2013, Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft e.V. und Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz NRW (Hrsg.), LWL-Museum für Naturkunde, Münster
  • Georg MÖBIUS: Lokalavifauna von Gütersloh und Umgebung, Berichte Naturwissenschaftlicher Verein von Gütersloh und Umgebung 39 (1998), S. 153 – 196

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Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

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