Westfälische Tiefblüte

Die westfälische Tiefblüte ist eine schon seit langem in Westfalen bekannte Apfelsorte, die genaue Herkunft ist jedoch unbekannt. Bereits 1913 wurde die Sorte in dem Werk „Deutschlands Obstsorten“ beschrieben.

Westfälische Tiefblüte, Frucht
Westfälische Tiefblüte, Foto: Susanne Schütte

Der Baum hat einen mittelstarken Wuchs und eine kugelige Krone. Als Standort bevorzugt er einen humosen Boden, gedeiht aber auch auf schweren lehmigen Böden. Insgesamt ist der Baum sehr robust und widerstandsfähig, lediglich auf schweren und nassen Böden ist er krebsanfällig. Der Baum bringt jedoch nur jedes zweite Jahr, dann aber reichliche Erträge.

Wegen der späten Blüte, die recht lange währt, ist diese sehr unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen.

Die Frucht ist mittelgroß und rund. Die reife Frucht hat eine grüne bis grüngelbe Farbe, auf der Sonnenseite ist sie bräunlich-orange. Das Fruchtfleisch ist fest, saftig und hat einen erfrischenden weinsäuerlichen Geschmack. Im Oktober sind die Äpfel pflückreif. Sie haben auf Grund ihrer dominierenden Säure überwiegend Wirtschaftsobstqualität, werden aber auch als Tafelobst verwendet. Bei entsprechender Lagerung können sie bis April gegessen werden. Auch für die Herstellung von Saft, Apfelmus und Wein sowie als Kuchenbelag sind sie hervorragend geeignet.

In den Gärten der Gütersloher Hoflagen und Siedlungen wurden über Jahrhunderte zahlreiche Obstsorten angebaut und als Tafel- und Wirtschaftsobst genutzt. Doch die überwiegend hochstämmigen Obstbaumbestände werden immer weniger, und viele „alte“ Sorten werden heute vom Erwerbsobstbau nicht mehr angeboten. Damit drohen auch die Gene nützlicher Eigenschaften wie z.B. Krankheitsresistenzen verloren zu gehen.

Im Folgenden werden exemplarisch drei Apfelsorten vorgestellt (Gelber Münsterländer Borsdorfer, Wiedenbrücker Apfel, Westfälische Tiefblüte) die früher in Gütersloh angebaut worden sind, wobei insbesondere der Wiedenbrücker eine weite Verbreitung fand und "Hauptsorte" war. Neuerdings sind alte Obstsorten auch wieder in guten Baumschulen erhältlich, so dass jeder, der einen entsprechenden Platz im Garten hat, seinen eigenen Beitrag zur Erhaltung „alter Sorten“ leisten kann. Über das Kulturlandschaftsprogramm des Kreises Gütersloh können die Pflege und Ergänzungspflanzungen in Streuobstwiesen unter bestimmten Voraussetzungen finanziell gefördert werden (Bewirtschaftungspakete 5301/5302). Nähere Auskünfte erteilt die Naturschutzbehörde des Kreises Gütersloh (NclBrndstttrgt-ntd, Tel. 05241-852715).

Allen Obstbaumbesitzern und solchen, die es werden wollen, wird die unter den Quellen genannte Broschüre über Alte Obstsorten mit wertvollen Tipps über Sortenwahl, Pflanzung und Pflege von Obstbäumen zur Lektüre empfohlen. Die Broschüre kann über die Stiftung für die Natur Ravensberg oder über die Biologische Station Ravensberg (Am Herrenhaus 27, 32278 Kirchlengern,info@stiftung-ravensberg.de,nfbshfd) bezogen werden.

Auch im Raum Gütersloh können sich Interessenten u.a. bei Hof- und Gartentagen (z.B. auf der Baumschule Upmann in Steinhagen-Ströhen alljährlich am letzten Sonntag im September) informieren und es gibt auch Ansprechpartner in den örtlichen Gartenbauvereinen. In Isselhorst beispielsweise sind Renate und Rainer Bethlehem bereit, bei Führungen durch ihren Obstgarten mit allein etwa 30 Apfelsorten zu beraten. In Kooperation mit der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld finden dort auch regelmäßig Obstgehölzschnittkurse statt.

Ein jederzeit öffentlich zugängliches Anschauungsobjekt im Gütersloher Stadtpark ist die 2001 angelegte Obstbaumwiese des Grünflächenamtes an der Oststraße / Ecke Parkstraße, auf der Bäume mit 50 verschiedenen heimischen Apfel-, Birnen-, Kirschen- und Pflaumensorten sowie eine Infosäule zu finden sind.

Interessenten alter Obstsorten sei außerdem der Sortengarten (Obst-Arboretum) von Hans-Joachim Bannier in Bielefeld-Olderdissen mit über 500 Obstsorten empfohlen. Der Garten ist nur unregelmäßig geöffnet, über lt-pflsrtnwbd kann man sich aber zur Information über Veranstaltungen in einen Mailverteiler eintragen lassen.


Quellen:
H.J. Bannier: Alte Obstsorten neu entdeckt für Westfalen und Lippe, 3. Auflage 2008

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