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Wiedenbrücker Apfel

Der Wiedenbrücker Apfel ist eine lokale Apfelsorte aus Ostwestfalen, die um 1900 von der Baumschule Dürbusch in Wiedenbrück gezüchtet wurde. Die Sorte wird auch „Schöner aus Wiedenbrück“ oder „Schöner von Wiedenbrück“ genannt.

Wiedenbrücker Apfel
Wiedenbrücker Apfel, Foto: BUND Lemgo

Der Baum bevorzugt einen humusreichen Standort, eignet sich aber auch für eine Anpflanzung auf lehmigen Böden. Er liefert bereits früh Erträge, die später reich und regelmäßig bleiben. Frost ist für die spätblühende Sorte meist kein Problem. Für Krankheiten und tierische Schädlinge ist sie wenig anfällig.

Die Früchte sind im September ernte- und genussreif, sie bleiben bis November haltbar. Das Fruchtfleisch ist süßsäuerlich, aromatisch und saftig. Das extrem schmale Kernhaus trägt selten mehr als ein bis 2 Kerne. Die Äpfel eignen sich vor allem sehr gut zum Herstellen von Apfelmus und als Kuchenbelag. In den ersten Wochen nach der Ernte können sie auch als Tafelobst genossen werden.

In den Gärten der Gütersloher Hoflagen und Siedlungen wurden über Jahrhunderte zahlreiche Obstsorten angebaut und als Tafel- und Wirtschaftsobst genutzt. Doch die überwiegend hochstämmigen Obstbaumbestände werden immer weniger, und viele „alte“ Sorten werden heute vom Erwerbsobstbau nicht mehr angeboten. Damit drohen auch die Gene nützlicher Eigenschaften wie z.B. Krankheitsresistenzen verloren zu gehen.

Im Folgenden werden exemplarisch 3 Apfelsorten vorgestellt (Gelber Münsterländer Borsdorfer, Wiedenbrücker Apfel, Westfälische Tiefblüte) die früher in Gütersloh angebaut worden sind, wobei insbesondere der Wiedenbrücker eine weite Verbreitung fand und "Hauptsorte" war. Neuerdings sind alte Obstsorten auch wieder in guten Baumschulen erhältlich, so dass jeder, der einen entsprechenden Platz im Garten hat, seinen eigenen Beitrag zur Erhaltung „alter Sorten“ leisten kann. Über das Kulturlandschaftsprogramm des Kreises Gütersloh können die Pflege und Ergänzungspflanzungen in Streuobstwiesen unter bestimmten Voraussetzungen finanziell gefördert werden (Bewirtschaftungspakete 5301 / 5302). Nähere Auskünfte erteilt die Naturschutzbehörde des Kreises Gütersloh (NclBrndstttrgt-ntd, Tel. 0 52 41-85 27 15).

Allen Obstbaumbesitzern und solchen, die es werden wollen, wird die unter den Quellen genannte Broschüre über Alte Obstsorten mit wertvollen Tipps über Sortenwahl, Pflanzung und Pflege von Obstbäumen zur Lektüre empfohlen. Die Broschüre kann über die Stiftung für die Natur Ravensberg oder über die Biologische Station Ravensberg (Am Herrenhaus 27, 32278 Kirchlengern, nfstftng-rvnsbrgd, nfbshfd) bezogen werden.

Auch im Raum Gütersloh können sich Interessenten u.a. bei Hof- und Gartentagen (z.B. auf der Baumschule Upmann in Steinhagen-Ströhen alljährlich am letzten Sonntag im September) informieren und es gibt auch Ansprechpartner in den örtlichen Gartenbauvereinen. In Isselhorst beispielsweise sind Renate und Rainer Bethlehem bereit, bei Führungen durch ihren Obstgarten mit allein etwa 30 Apfelsorten zu beraten. In Kooperation mit der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld finden dort auch regelmäßig Obstgehölzschnittkurse statt.

Ein jederzeit öffentlich zugängliches Anschauungsobjekt im Gütersloher Stadtpark ist die 2001 angelegte Obstbaumwiese des Grünflächenamtes an der Oststraße / Ecke Parkstraße, auf der Bäume mit 50 verschiedenen heimischen Apfel-, Birnen-, Kirschen- und Pflaumensorten sowie eine Infosäule zu finden sind.

Interessenten alter Obstsorten sei außerdem der Sortengarten (Obst-Arboretum) von Hans-Joachim Bannier in Bielefeld-Olderdissen mit über 500 Obstsorten empfohlen. Der Garten ist nur unregelmäßig geöffnet, über alte-apfelsorten@web.de kann man sich aber zur Information über Veranstaltungen in einen Mailverteiler eintragen lassen.


Quellen:


Weiterführende Internetseiten:

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