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Station 1: Naturschutzgebiet Große Wiese

Die erste Station des Wassererlebnispfades Dalke ist keine Station im engeren Sinne, sondern umfasst Teile des Naturschutzgebietes Große Wiese östlich der Sürenheider Straße rechts und links der Dalke.

Karte Naturschutzgebiet Große Wiese
Karte Naturschutzgebiet Große Wiese

Das in diesem Gebiet seit Jahren aktive Naturschutzteam Gütersloh hat hier schon viele Beiträge zur weiteren Aufwertung und inhaltlichen Bereicherung des Schutzgebietes geleistet. Eine Auswahl aus den vielfältigen Projekten soll hier vorgestellt werden.

Der Wassererlebnispfad Dalke befasst sich an dieser Station außerdem mit der Flora und Fauna des Naturschutzgebietes sowie mit der Geschichte der in der Nähe befindlichen Mühle Eikelmann.

Das Naturschutzgebiet "Große Wiese" in Gütersloh-Avenwedde

Das Naturschutzgebiet "Große Wiese" ist das jüngste (erste Unterschutzstellung am 28.12.1994) und mit circa 228 Hektar Fläche zugleich das größte Naturschutzgebiet in Gütersloh. Es erstreckt sich über die Stadtgrenze hinweg bis nach Verl und liegt im Wesentlichen südlich der Luise-Hensel-Straße und östlich der Sürenheider Straße. Große Teile des Gebietes sind für Besucher gut und weitgehend ohne Störung der Tier- und Pflanzenwelt von den Erschließungs- und Durchgangsstraßen Schillerweg, Siekstraße, Paderborner Straße und Dürerweg einsehbar. Der Grünlandkomplex setzt sich nach Westen bis an den Ortsrand von Avenwedde fort (Paschedags Wiesen), steht dort allerdings nicht mehr unter Naturschutz. (Die Bilderstrecke am Ende dieses Artikels zeigt Eindrücke aus dem Naturschutzgebiet Große Wiese im Spätsommer 2009, Fotos: Stadt Gütersloh)

Ein Schutzgebiet mit landesweiter Bedeutung
Als einer der großen Grünlandschwerpunkte gehört die „Große Wiese“ nicht nur zum Kern des Gütersloher Biotopverbundsystems. Der stark vom Grundwasser beeinflusste Lebensraum bildet auch als Bestandteil des Feuchtwiesen-Schutzprogramms Nordrhein-Westfalen einen wichtigen Trittstein im landesweiten Biotopverbund. Der Kreis Gütersloh beherbergt die meisten Zentren des stark gefährdeten Biotoptyps „Feuchtwiesen“ im östlichen Sandmünsterland; eine vergleichbar hohe Dichte von Feuchtwiesen findet sich erst wieder im westmünsterländischen Grenzgebiet zu den Niederlanden und zu Niedersachsen.

Karte Naturschutzgebiet Große Wiese
Karte Naturschutzgebiet Große Wiese

In über 100 Schutzgebieten versucht das Land NRW seit 1985, den dramatischen Rückgang des ehemals weit verbreiteten feuchten Grünlandes zu stoppen und durch finanzielle Hilfen die traditionelle bäuerliche Grünlandwirtschaft wenigstens in den ökologisch hochwertigsten Bereichen zu erhalten.

Landschaftsgeschichte und Landschaftscharakter

Blänke im Naturschutzgebiet "Große Wiese", Foto: Stadt Gütersloh
Blänke im Naturschutzgebiet "Große Wiese", Foto: Stadt Gütersloh

Die „Große Wiese“ ist eine alte Kulturlandschaft, also eine vom Menschen geprägte und überformte Landschaft. Die landwirtschaftliche Nutzung war in früheren Jahrhunderten weit weniger intensiv als heute: Die Möglichkeiten, mit Dünger und Maschinen die Nachteile des kargen Bodens auszugleichen, entwickelten sich erst allmählich. So konnten sich in einer zunehmend vielgestaltigen, mosaikartig gegliederten Landschaft viele Tier- und Pflanzenarten ansiedeln, die ohne die bäuerliche Wirtschaftsweise hier nicht heimisch geworden wären und die heute den Naturschutzwert der Feuchtwiesen-Schutzgebiete ausmachen.

Blänke im Naturschutzgebiet "Große Wiese" an der Siekstraße, Foto: Stadt Gütersloh
Blänke im Naturschutzgebiet "Große Wiese" an der Siekstraße, Foto: Stadt Gütersloh

Nach der Rodung der ursprünglichen Wälder zur Gewinnung von Ackerland entstand auf den mageren Sandböden das „Heidebauerntum“, das seinen Höhepunkt um 1800 erreichte. Damals war im Naturraum „Obere Emssandebene“ mehr als die Hälfte der Fläche von Heide bedeckt, von der allerdings inzwischen kaum noch Spuren zu finden sind. Im heutigen Naturschutzgebiet zeigt aber bereits das Kartenbild um 1790 einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Wiesenflächen mit den bodenfeuchten Kernbereichen Bornenwiese, Große Wiese und Dalkeniederung. Dazwischen eingestreut lagen die trockeneren Heiden (in denen das Vieh frei weiden konnte), durch Heckeneinfassungen geschützte Ackerparzellen, baumreiche Hoflagen sowie wenige kleine Waldstücke.

Durch Kultivierung der Heide sowie Be- und Entwässerungsmaßnahmen wurde im 19. Jahrhundert der Grünlandanteil erheblich ausgeweitet. Das „Grünlandbauerntum“ erreichte im Ostmünsterland seinen Höhepunkt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Um 1950 nahm Grünland fast die gesamte heutige Schutzgebietsfläche ein. Zwar wurden nach dem 2. Weltkrieg zunehmend Parzellen zu Ackerland umgebrochen, doch hat sich nicht zuletzt durch die Sicherstellung als Feuchtwiesen-Schutzgebiet im Jahr 1994 der Charakter einer offenen, stark durch Grünlandnutzung geprägten Kulturlandschaft mit gliedernden Baumhecken, Feldgehölzen und gehölzumrahmten Hoflagen bis heute erhalten. Derart gestaltete Landschaften haben erwiesenermaßen auch einen besonders hohen Wert für die Erholung der Menschen.

Die Dalke im Bereich des NSG Große Wiese
Der Verlauf der Dalke wurde im Bereich des heutigen Naturschutzgebiets teilweise stark verändert. Karten um 1800 zeigen, wie sich der Bach durch die Landschaft in unzähligen Windungen schlängelte, die teilweise sehr genau gezeichnet wurden, weil die Dalke die Grenze zwischen dem Amt Reckenberg (Fürstbistum Osnabrück) und der Grafschaft Rietberg bildete. Eine ungefähre Vorstellung davon vermittelt noch der Bachabschnitt östlich der Paderborner Landstraße, der vom späteren Dalkeausbau wenig betroffen war - wenngleich auch dort manche Schlingen begradigt wurden, was teilweise noch heute am Verlauf der Flurstücksgrenzen ablesbar ist. Westlich der Paderborner Straße hat die Dalke ihren ehemaligen Charakter als kleiner, von Gehölzen gesäumter Wiesenbach vollkommen verloren. Sie wurde begradigt, verbreitert, mit naturfernen Baumaterialien befestigt sowie teilweise aufgestaut und hat dabei einen erheblichen Teil ihres ökologischen Wertes eingebüßt.

Auch die Wasserführung und –qualität der Dalke verschlechterte sich: Von den immer weiter wachsenden versiegelten Flächen der Siedlungen und Straßen (unter anderem von der Autobahn) wird Regenwasser stoßweise eingeleitet, das zudem belastet ist. Hinzu kommen landwirtschaftliche Drainagen, die zusätzliches Wasser und Nährstoffe in die Dalke führen. Auch das Abwasser aus Kläranlagen erhöht den Abfluss und verschmutzte die Dalke zeitweilig stark. Während die chemisch-biologische Wasserqualität durch den Ausbau der Kläranlagen wieder besser geworden ist, bleiben die Strukturdefizite problematisch, die letztlich auch die Selbstreinigungskraft der Dalke mindern. Die Wasseramsel als empfindliche Vogelart, die auf saubere Gewässer angewiesen ist, ist erst in den letzten wenigen Jahren wieder verschwunden – die Ursache ist unklar, möglicherweise spielen unerkannte Einleitungen im Oberlauf eine Rolle.

Vertragsnaturschutz
Landwirte, Naturschutzbehörde und –verbände bemühen sich darum, den besonderen schutzwürdigen Charakter der „Großen Wiese“ durch eine angepasste schonende Bewirtschaftung zu erhalten. Instrumente dazu sind Flächentausch oder –kauf sowie die Angebote des Kulturlandschaftsprogramms des Kreises Gütersloh. Danach können mit finanzieller Unterstützung der EU, des Landes und des Kreises sogenannte Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen werden, die bestimmte Einschränkungen für den Einzelfall enthalten (z.B. Beweidungsobergrenzen, Mahdtermine, Dünger- und Pestizidverzicht). Auf diese Weise unterstützt die öffentliche Hand eine am historischen Vorbild orientierte Wirtschaftsweise, die sich heute finanziell nicht mehr lohnen würde.

Kulturhistorische Besonderheiten
In einigen schon sehr früh als Grünland genutzten Bereichen haben sich die alten Flurgrenzen über Jahrhunderte nahezu unverändert erhalten und vermitteln noch heute einen Eindruck von der historischen Nutzung (z.B. in den Fluren Bornenwiese und Große Wiese im engeren Sinn). Diese Flurstücksgrenzen fallen durch Gräben und Baumreihen oder –hecken ins Auge, deren Verlauf sich noch an natürlichen Gegebenheiten (Boden-, Grundwasser- und Vorflutverhältnisse) und nicht an der heutigen Maschinentechnik orientierte.

Kulturhistorisch besonders interessant sind Flößwiesen, die in früheren Jahrhunderten zur Nährstoffanreicherung im Winterhalbjahr zeitweilig künstlich über Graben- und Stausysteme unter Wasser gesetzt wurden. Heute versucht das Naturschutzteam Gütersloh e.V., im Bereich des Hofes Kröning diese alte Nutzung nachzuahmen und die Bewässerungseinrichtungen hierfür wieder herzustellen.

Verhalten im Naturschutzgebiet
An der Landschaft im Naturschutzgebiet und ihrer reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt sollen sich auch noch unsere nachfolgenden Generationen erfreuen können. Daher werden auch alle Besucher gebeten, sich im Naturschutzgebiet rücksichtsvoll zu verhalten und zu beachten, dass die landwirtschaftlichen Flächen auch weiterhin die wirtschaftliche Grundlage der bäuerlichen Betriebe darstellen und überwiegend in Privatbesitz sind. Bitte bleiben Sie – ebenso wie auch Ihre vierbeinigen Begleiter – deshalb auf den Wegen! Weil sich die Tiere daran gewöhnt haben, gelingen Ihnen dort sicher schönere Beobachtungen als bei unerlaubten Streifzügen im Gelände.

Pflanzen- und Tierwelt des Naturschutzgebiets "Große Wiese"

Das Naturschutzgebiet "Große Wiese" wird von der Naturschutzbehörde des Kreises Gütersloh und in deren Auftrag von der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld e.V. sowie dem Verein für Landschaftspflege und Landschaftsschutz im Kreis Gütersloh e.V. fachlich betreut.

Naturschutzfachliches Ziel der Bewirtschaftung und Pflege des Gebietes ist die Erhaltung und Entwicklung eines großflächigen feuchten Grünlandkomplexes mit typischen Kleinlebensräumen für Pflanzen und Tiere, z.B. weite Wiesenflächen mit eingestreuten Kleingewässern, flachen Wiesengräben, Röhrichtflächen, historischem Flur- und Heckennetz, Flößwiesen und Bruchwaldparzellen.

Im Gebiet verstreut kommen gefährdete Wiesengesellschaften vor mit seltenen Pflanzenarten wie Zittergras, Kleiner Klappertopf, Sumpfsternmiere, Bachnelkenwurz, verschiedene Sauergrasarten, Schild-Ehrenpreis, Fieberklee und Sumpf-Blutauge. Noch etwas verbreiteter und daher für unsere Feuchtwiesen charakteristisch sind Sumpfdotterblume, Kuckucks-Lichtnelke und Wasser-Greiskraut. 1997 wurden insgesamt 43 Pflanzenarten der Roten Liste nachgewiesen.

Insbesondere die weiten Wiesenflächen sind Lebensraum für gefährdete Wiesenvogelarten, vor allem für den Großen Brachvogel (2 Reviere). Die früher ebenfalls heimische Bekassine ist inzwischen verschwunden, vereinzelt brüten noch Kiebitze und Steinkauz. An den Gewässern, von denen einige durch das Naturschutzteam Gütersloh neu angelegt wurden, und den angrenzenden Riedflächen leben Wasser-, Teich- und Blässralle, Reiher- und Stockente sowie Zwergtaucher. Vereinzelt haben sogar Knäkente, Flussregenpfeifer und Graureiher erfolgreich gebrütet. Als Neubürger haben sich in den letzten Jahren 3 auffällige Gänsearten angesiedelt, die leicht zu beobachten sind: Grau-, Kanada- und Nilgans.

Auf den feuchten Wiesen- und Uferbereichen rasten Sumpf-, Wat- und Wasservögel auf dem Durchzug in den Frühjahrs- und Herbstmonaten. Auch der Weißstorch hat sich hier wieder angesiedelt. In den Röhrichtflächen und Hochstaudensäumen nisten Feuchte liebende Singvögel wie Teich- und Sumpfrohrsänger und Rohrammern. Dorngrasmücke, Goldammer, Kuckuck, Nachtigall und Neuntöter besiedeln zum Teil unregelmäßig die Hecken- und Saumbereiche. In alten Gehölzen bauen Bunt-, Klein-, Schwarz- und Grünspecht ihre Höhlen, die teilweise auch von Hohltauben und Fledermäusen genutzt werden.

Die Gewässer bergen reiche Amphibienvorkommen von Gras- und Grünfröschen, Erdkröten und verschiedenen Molcharten. An der Dalke leben Eisvogel, Gebirgsstelze und Wasseramsel. Die Umgebung der Gewässer wird als Nahrungsrevier von mehreren Fledermausarten genutzt, z.B. der Zwerg- und der Wasserfledermaus. Speziell für Fledermäuse hat das Naturschutzteam viele Unterschlupfe gebaut: neben Fledermauskästen vor allem zwei Erdtunnel als Überwinterungsquartiere.

In den Wiesen leben außerdem viele gefährdete Insektenarten. Von den Heuschrecken sind besonders die Schwert- und die Sumpfschrecke zu nennen (8 von 15 vertretenen Heuschreckenarten finden sich auf der Roten Liste NRW), von den Tagfaltern (19 Arten wurden 1999 nachgewiesen) unter anderem der Mauerfuchs als seltener Gast. Typischer sind die Tagfalterarten Großes Ochsenauge, Hauhechel-Bläuling, Kleiner Feuerfalter und Kleiner Heufalter (= Kleines Wiesenvögelchen), die man auf magerem Grünland noch regelmäßig beobachten kann, das vor allem an Weg- und Grabenrändern sowie auf den abgeschobenen Blänkenflächen gedeiht. 1999 wurden außerdem nicht weniger als 25 Libellenarten beobachtet (darunter 7 Rote-Liste-Arten), die vor allem auf die Kleingewässer angewiesen sind.

Das Naturschutzteam Gütersloh e.V.

Ziel des Vereins ist die Sicherung und Bewahrung der biologischen Vielfalt.

Die Mitglieder des Naturschutzteams Gütersloh sind ehrenamtliche Naturschützer, die sich im Jahr 1989 zu einem Verein zusammengeschlossen haben. 1994 wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen und erhielt vom Finanzamt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit.

Ziele des Vereins sind die Sicherung und Bewahrung der biologischen Vielfalt in den letzten relativ intakten Lebensräumen für Pflanzen und Tiere in Gütersloh. Der Schwerpunkt der Arbeit konzentriert sich dabei auf die Dalkeaue und das Naturschutzgebiet „Große Wiese“ im Osten der Stadt.

Im Jahr 1999 wurde dieses größte zusammenhängende Wiesengebiet der Stadt als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es hat eine Größe von 228 Hektar. In Zusammenarbeit mit Landwirten und Behörden setzt sich das Naturschutzteam durch Anlegen von Blänken, Tümpeln und Teichen, die Anpflanzung und Pflege von Hecken und blütenreicher Wiesen sowie die Einrichtung vieler Nisthilfen für verschiedene Vogel-, Fledermaus- und Insektenarten für die weitere Aufwertung dieses Lebensraumes ein.

Naturschutzgebiet Große Wiese, Foto: Franz Thiesbrummel
Naturschutzgebiet Große Wiese, Foto: Franz Thiesbrummel

Besonders stolz sind die Vereinsmitglieder auf den erstmaligen Bruterfolg eines Weißstorchpaares in diesem Frühjahr. Obwohl bereits 2011 ein erstes Storchennest errichtet worden war und in den Folgejahren auch regelmäßig von einem Storchenpaar besetzt wurde, gelang erst 2014 ein Bruterfolg. Ende November erhielt das Naturschutzteam dann die Nachricht, dass einer der in Gütersloh geborenen Jungstörche anhand seiner Ringnummer im spanischen Ort Almazan, etwa 190 Kilometer von Madrid entfernt, identifiziert wurde. Weitere Informationen dazu mit vielen Bildern finden Sie auf der Homepage des Naturschutzteams

Auch die im Jahr 2004 gegründete Umweltstiftung Gütersloh hat die Aktivitäten des Naturschutzteams regelmäßig finanziell unterstützt. Beispielhaft seien hier 2 größere Maßnahmen erwähnt:

Im Jahr 2005 wurde ein großer Fledermaustunnel als Winterquartier errichtet. Mit einem eingebauten Ultraschalldetektor können die Aktivitäten der Fledermäuse überwacht werden.

Einflug Fledermaustunnel, Foto: Stadt Gütersloh
Einflug Fledermaustunnel, Foto: Stadt Gütersloh

Um das Austrocknen wertvoller Feuchtbiotope in den Sommermonaten zu verhindern wurde mit Zustimmung der unteren Wasserbehörde im Jahr 2010 eine circa 350 Meter lange Wasserleitung von der Dalke zu den vom Naturschutzteam angelegten Weihern und Blänken am Hasselbach verlegt.

Auch die vielfältigen Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet wurden durch die finanzielle Förderung bei der Beschaffung technischer Geräte (Hochentaster, Motorsense, diverse Kleingeräte) unterstützt.

Storchenradweg

Dieser Weg soll als Storchenradweg mit einem Logo ausgeschildert werden. Er beginnt am Freizeitbad Die Welle und führt zunächst entlang der Dalke bis zur Strangmühle. Hier biegt er nach rechts, führt entlang der Spexarder Str. und quert sie an der Fußgängerampel in den Apfelweg. Am Straßenende fährt man nach rechts auf den Heideweg und umrundet den Sürenheider Wald, fährt ein Wegstück entlang der A2 bis zur Sürenheider Straße und dann nach links in Richtung Ruthmanns Mühle. Kurz vorher geht es dann jedoch nach rechts in den Wolfsweg und führt über Neuer Weg bis zur Feuerbornstraße. Schon bald erreicht der Weg dann die Paderborner Straße. Hier geht es über den Fahrradweg in Richtung Friedrichsdorf und erreicht bald die Gaststätte Siekhänschen und führt hier nach links in die Siekstraße, um dann das Ziel an der rechten Seite zu erreichen: Den Informations- und Aussichtspunkt an der Storchenwiese.
Zurück geht es durch das Naturschutzgebiet „Große Wiese“ über die Siekstraße in
Richtung Gütersloh, man überquert die Sürenheider Straße und biegt in den Alexanderweg
und fährt in Richtung Immelstraße. Nach kurzer Fahrt geht es dann links in den Menkebachweg. An der Menkebachbrücke sieht man dann rechts in den Wiesen den zweiten Storchenhorst in Gütersloh, der seit diesem Jahr dort besetzt ist. Weiter geht es dann über den Apfelweg, über die Spexarder Straße an der Ampel und führt über die Straße Im Lütken Ort.
Am Hof Amtenbrink erreicht die Wegstrecke dann wieder die Dalke. Nach links geht es dann wieder entlang der Dalke zum Ausgangspunkt Die Welle.

Die Geschichte der Mühle Eikelmann (Kurzfassung)

Kurz nachdem die Dalke Gütersloher Stadtgebiet erreicht, findet sich bei Flusskilometer 13,5 auf der rechten Seite Eikelmanns Getreidemühle. Sie liegt an der Siekstraße im Ortsteil Avenwedde. Die Dalke bildet in diesem Bereich die Grenze zwischen Verl und Gütersloh. Links auf Verler Stadtgebiet befindet sich das Gebäude der vor 1837 gegründeten Graupen- und Bokemühle, rechtsseitig die ehemalige Seifen- und spätere Kornmühle.

Anfänglich wurde diese Mühle von einem Wasserrad mit einer Fallhöhe von 3 Metern betrieben, seit 1910 von einer Francis-Turbine. Im gleichen Jahr erfolgte der Einbau eines Gasmotors, der 1931 durch einen leistungsstarken Dieselmotor ersetzt wurde. Auf diese Weise konnte auch in wasserarmen Zeiten der Mühlenbetrieb aufrechterhalten werden. Die Mühlenanlage vervollständigt seit 1927 ein Teich, der zunächst als Wasserreservoir für die Mühle diente und später für die Fischzucht verpachtet wurde.

Familie Johanhanhard gründete die Mühlen. 1887 wechselten sie in den Besitz der Familie Eikelmann, die die Kornmühle als Kundenmühle und Futtermittelhandlung betrieben. Seit 2005 besitzt Familie Mattern - ein Zweig der Familie Eikelmann - die Mühle. Wann der Betrieb der Graupen- und Bokemühle aufgegeben wurde, ist nicht mehr bekannt; die Mahlmühle wurde 1988 stillgelegt. Noch heute ist die Stauanlage mit 2 Flutschützen sowie die Getreidemühle einschließlich Inneneinrichtung weitestgehend vollständig erhalten. Von der gegenüberliegenden Graupen- und Bokemühle existiert nur noch das Gebäude.

Mühle Eikelmann, 2008, Foto: Stadt Gütersloh
Mühle Eikelmann, 2008, Foto: Stadt Gütersloh

Autorin und Bildredaktion: Elisabeth Sommer, Historikerin, Gütersloh
http://www.esommerhistorikerin.de/services/index.html

Die Geschichte der Mühle Eikelmann

Nähere Informationen zur Geschichte der Mühle Eikelmann:

  • Johannhanhards Mühle, 1822-1847
  • Zur Familie Johanhanhard, 1554 bis 1886
  • Eikelmanns Mühle, 1884 bis heute

Johannhanhards Mühle
Im Jahre 1822 erhielt der Colon Heinrich Johanhanhard, wohnhaft Nummer 54 zu Verl, von der Königlichen Regierung die Genehmigung, auf der linken - der Verler - Seite des Dalkebaches eine Graupen- und Bokemühle anzulegen. Wann diese Mühle tatsächlich gebaut worden ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. 1836 scheint sie aber bereits seit längerer Zeit in Betrieb gewesen zu sein. Im April 1836 ersuchte Otto Johanhanhard den Wiedenbrücker Landrat von Trzebiatowski um die Erlaubnis, direkt gegenüber auf Avenwedder Gebiet eine Getreidemühle mit 2 unterschlächtigen Gängen errichten zu dürfen. Dabei sollte die bestehende Stauanlage unverändert bleiben. Unter Hinweis auf den mangelnden Bedarf und die zu erwartenden berechtigten Widersprüche der Mühlenbesitzer Markötter und Ruthmann, dessen Mühle nur eine Viertelstunde Fußweg unterhalb der seinigen lag, wurde das Gesuch abgelehnt.

1847 beantragten seine Witwe Anna Maria Johannhanhard und ihr zweiter Ehemann Johann Heinrich Avenwedde die Genehmigung, eine Mühle zum Seifen des Leinens auf dem rechten Dalkeufer anlegen zu dürfen. Gegen diese Mühle gab es keine Einwendungen, sodass am 12. Juli 1847 die landespolizeiliche Bau-Erlaubnis erteilt wurde. Wann diese Baupläne umgesetzt wurden, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Bis 1867 war die Seifenmühle in Betrieb. In dem Jahr baute der Anerbe Johann Peter Johannhanhard die Inneneinrichtung der Mühle zu einer Getreidemühle um. Anstelle des Seifenstampfwerkes richtete er einen Roggen- und einen Buchweizengang ein. Die Genehmigung für diesen Umbau holte er jedoch erst nachträglich ein. Die Königliche Regierung zu Minden erteilte ihm die Konzession am 4. Juli 1867. Ein Strafgeld für den nicht vorab genehmigten Umbau wurde nicht verhängt. Die Regierungsbehörde behielt sich lediglich vor, gegebenenfalls auf seine Kosten einen Merkpfahl setzen zu lassen.

Inneneinrichtung der Getreidemühle, 2012 (Foto: Privatbesitz Familie Mattern)
Inneneinrichtung der Getreidemühle, 2012 (Foto: Privatbesitz Familie Mattern)

Zur Familie Johanhanhard, 1554 bis 1886
Die Familie Johanhanhard lässt sich bis ins Jahr 1554 auf Jacob Hanhard zurückverfolgen. Die Familie Hanhard bewohnte den Halbmeierhof Nummer 54 in der Bauerschaft Verl, die zum Besitz des Grafen zu Rietberg gehörte. Im Schatzregister der Gütersloher Bauerschaft von 1585 wird erstmalig Johann Hanhard mit einem Pachtgeld von 7 Talern aufgeführt. Im 18. Jahrhundert ist der Eigenbehörige Johanhanhard dem Fürsten zu Kaunitz und Rietberg gegenüber abgabepflichtig. Am 4. November 1791 übernahmen Johann Heinrich Johannhanhard und seine Frau Catherina Maria geborene Wullenkord den Hof von seinen Eltern. 1821 bewirtschaftete der Bauer circa 130 Morgen (etwa 332.000 Quadratmeter) Acker-, Wiesen- und Heideland, die vor allem auf Rietberger und zum geringeren Teil auf Reckenberger Gebiet in der Gemeinde Avenwedde lagen. Nach dem Tod ihres Ehemannes bewirtschaftete Catherina Maria Johannhanhard den Hof vom 25. April 1830 bis zum 12. September 1831. Zu diesem Zeitpunkt traten ihr Sohn Otto Johannhanhard und seine Frau Anna Maria, geborene Paulfeuerborn, das Erbe an. Otto Johannhanhard verstarb bereits am 11. Juli 1837. Seine Witwe heiratete in zweiter Ehe Johann Heinrich Avenwedde und führte den Hof mit ihrem Ehemann von Mai 1838 bis November 1857. Ob Johann Heinrich Johanhanhard oder seine Erben die Graupen- und Bokemühle erbauten, muss an dieser Stelle offen bleiben.

Am 13. November 1857 trat der Anerbe Johann Peter Johannhanhard, geboren am 4. Juni 1836, sein väterliches Erbe an. Wirtschaftlich war Johann Peter Johannhanhard langfristig kein Glück beschieden; er musste das Anwesen am 4. August 1886 zwangsversteigern lassen. Colon Josef Kammertöns, wohnhaft Sende Nummer 75, gab mit 36.100 Mark das höchste Gebot ab und erstand neben dem Acker- und Weideland auch ein dazu gehörendes Wohnhaus, ein Heuerlingshaus, einen Schuppen sowie eine Mahl- und Bokemühle. Neben dem Kaufgeld verpflichtete sich der Käufer, bestehende Rechtsansprüche auf den Hof und sein Zubehör zu übernehmen. Bereits im folgenden Jahr verkaufte der neue Besitzer die Mühlenanlage an den damaligen Pächter Josef Eikelmann.

Mühlengebäude mit Pferdewagen im Vordergrund,  ohne Datum, 1940er Jahre (Foto: Privatbesitz Maria Eikelmann)
Mühlengebäude mit Pferdewagen im Vordergrund, ohne Datum, 1940er Jahre (Foto: Privatbesitz Maria Eikelmann)

Eikelmanns Mühle, 1884 bis heute
Als das Johannhanhardsche Anwesen Nummer 54 zu Verl einschließlich Mühlen im Jahre 1886 zwangsversteigert wurde, erscheint im Kaufvertrag unter anderem der Müller Josef Eikelmann (1842-1895) als Pächter der Mühlen. Er hatte die Mühlenanlage seit 1884 in Pacht. Am 18. Mai 1887 verkaufte ihm der neue Besitzer Colon Josef Kammertöns aus Sende die Mühlen. Josef Eikelmann betrieb die Mühle als Kundenmühle und Futtermittelhandlung.

Über Familie Eikelmann als Mühlenbesitzer haben sich nur vereinzelt Nachrichten erhalten. Mit dem Kauf der Mühlen war Müller Eikelmann auch für die Pflege des Gewässers verantwortlich. 1892 ergab eine Begehung des Dalkebaches Graseinwüchse am Ufer, die der Müller beseitigen musste. Anfang 1894 brachte der Anerbe Theodor Eikelmann (1873-1945) zu Avenwedde, Haus Nummer 137, eine Beschwerde gegen den Halbmeier Verlsteffen zu Sende vor. Dieser spüle seit 8 Tagen Sand im Dalkebach, sodass das Wasser von den unterhalb liegenden Bewohnern nicht mehr zu gebrauchen sei. Polizeidiener Hermreck prüfte den Sachverhalt direkt vor Ort. Er konnte laut seinem Bericht vom 7. Februar 1894 die Beschwerde nicht mehr bestätigen.

Die nächste Nachricht über Eikelmanns Mühle liegt mit den Erhebungsdaten von Gewerbeinspektor Trauthan vor. Er führte im September 1900 eine Revision der Getreidemühlen im Bezirk der königlichen Gewerbeinspektion Bielefeld durch. In seinem Bericht vom 27. September des Jahres hielt er unter anderem fest, dass der Müller Theodor Eikelmann, Sohn von Josef Eikelmann, allein in der Mühle arbeite. Seine Arbeitszeit betrage täglich 10 Stunden. 2 Mahlgänge standen dem Müller zur Verfügung, die von einem Wasserrad angetrieben wurden. Die Fallhöhe des Mühlrades betrug 3 Meter.

Eine Aufstellung vom 10. Juni 1910 der Mühlen des Kreises Wiedenbrück führt die Kornmühle als Hauptbetrieb auf. Die Liste nennt die Witwe Josef Eikelmann als Inhaberin der Mühlen. Noch im gleichen Jahr wurde der Wasserradantrieb durch eine Francis-Turbine ersetzt und ein Gasmotor eingebaut, der künftig bei Wassermangel die Mühle antrieb. Außer dem Schrot- und dem Mahl- bzw. Buchweizengang fing ein Beutelkasten das Feinmehl auf, so dass in der Kornmühle mehrere Qualitätsstufen produziert werden konnten.

Die Müller und Mühlenbesitzer Paul Eikelmann (links) und Theodor Eikelmann (rechts) beim Schärfen der Mühlsteine, um 1940 (Foto: Privatbesitz Maria Eikelmann)
Die Müller und Mühlenbesitzer Paul Eikelmann (links) und Theodor Eikelmann (rechts) beim Schärfen der Mühlsteine, um 1940 (Foto: Privatbesitz Maria Eikelmann)

Spätestens 1922 befanden sich die Mühlen im Besitz von Theodor Eikelmann, wohnhaft Avenwedde Nummer 137. Er ließ 1927 einen 3.500 Quadratmeter großen Mühlteich ausheben, um ein Wasserreservoir für die Mühle zur Verfügung zu haben. 1931 modernisierte er die Anlage, indem er den Gasmotor durch einen leistungsstarken Dieselmotor ersetzte. Vor 1944 übertrug er die Leitung der Mühle seinem Sohn Wilhelm, der jedoch früh verstarb. Seine Witwe führte daraufhin die dazugehörende Landwirtschaft weiter, während der ältere Bruder Paul Eikelmann (1904-1956) nach dem Tod des Vaters im Jahre 1945 den Mühlenbetrieb übernahm. Nach dem frühen Tod ihres Ehemannes Paul Eikelmann betrieb seine Witwe Maria Eikelmann als Müllerin die Kornmühle weiter. 1988 gab sie aus Altersgründen den Mühlenbetrieb auf und die Mühle wurde stillgelegt.

Teichanlage bei Eikelmanns Mühle, Stadtarchiv Gütersloh, BB 30580, aus: Otto Hensdiek, Amt Avenwedde - einst und jetzt, hg. von der Amtsverwaltung Avenwedde, Bielefeld 1952, S. 268
Teichanlage bei Eikelmanns Mühle,
Stadtarchiv Gütersloh, BB 30580, aus: Otto Hensdiek, Amt Avenwedde - einst und jetzt, hg. von der Amtsverwaltung Avenwedde, Bielefeld 1952, S. 268

Autorin und Bildredaktion: Elisabeth Sommer, Historikerin, Gütersloh
http://www.esommerhistorikerin.de/services/index.html


Quellennachweis:

  • Gemeinde-Archiv Verl, Nr. B 250
  • Kreisarchiv Gütersloh, Nr. 528
  • Landesarchiv Detmold, M 1 I G, Getreidemühlen, Nr. 302, M 1 I U, Handels- und Gewerbeaufsicht, Nr. 587
  • Privat-Sammlung Heinrich Schierl
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Westfälisches Amt für Denkmalpflege (Hgg.), Wasserkraft in Westfalen. Bestandsaufnahme. Band 1: Kreis Gütersloh, Münster 1986.
  • Auskünfte von Maria Eikelmann und Ralf Mattern

Kurzfilm über das Naturschutzgebiet "Große Wiese"

Der hier gezeigte Kurzfilm zeigt einen Ausschnitt aus dem von Franz Thiesbrummel gedrehten Film über die vielfältige Flora und Fauna im Naturschutzgebiet "Große Wiese".

Der Film im Format .mp4 ist circa 12 MB groß und steht hier (siehe unten) zum Download zur Verfügung. Für die Wiedergabe am PC ist ein mpeg-fähiges Darstellungsprogramm (z.B. Quicktime, Real Player, Flash Player oder Windows Media Player) erforderlich.

Ein Film von DIST-Video Dieter Strüwer


Kontakt und Informationen

Frau Sonja Wolters
Umweltschutz

Tel+49 5241 / 82-2086
Fax+49 5241 / 82-3392
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