08. November 2018
Europapolitik ganz nah
Schülerinnen und Schüler des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums debattierten mit SPD Europakandidat Micha Heitkamp.
Mittwochmorgen, erste und zweite Stunde Politik, Thema Europäische Union und die demnächst anstehende Europawahl – so weit, so gewöhnlich. Anders ist an diesem Morgen aber, dass die Schüler im Evangelisch Stiftischen Gymnasium mit einem Nachwuchspolitiker sprechen, der demnächst vielleicht schon im Europäischen Parlament sitzen könnte. Micha Heitkamp steht für die SPD auf der Liste zur Europawahl und wird im Wahlkampf in Ostwestfalen Lippe unterwegs sein. Mit Heitkamp sprachen die Schüler der zwei Sozialwissenschafts-Kurse und die Mitglieder des Debattierclubs des ESG über aktuelle europapolitische Themen, aber auch insbesondere darüber, wie sich die EU weiter entwickeln kann und soll.
Auch Bürgermeister Henning Schulz beteiligte sich an der Debatte. „Ich finde es toll heute jemanden kennen zu lernen, der aktiv in die Europapolitik involviert ist. Europa ist eben nicht weit weg, sondern oftmals ganz nah und eine Begegnung und Debatte wie heute zeigt uns das erneut“.
Heitkamp ist 28 Jahre alt und stammt aus Minden-Lübbecke. Er ist Vorsitzender der Jungen Sozialisten in OWL und tritt für den „gedachten Wahlkreis OWL“ bei der Europawahl an. „Bei der Europawahl gibt es zwar keine Wahlkreise, aber ich habe mich auf das Gebiet OWL festgelegt“, erklärt Heitkamp. Zwar rechnet sich Heitkamp aufgrund seines Listenplatzes nicht unbedingt einen Platz im Parlament aus, aber das sei für ihn auch nicht der entscheidende Punkt. „Ich möchte den Leuten Europa näher bringen, auch emotional. Ich möchte mit Menschen darüber sprechen, was für ein Europa wir wollen“, sagt Heitkamp.
Zu Beginn der Debatte ging es auch gleich um zukunftsweisende Themen. „Was halten Sie von einem föderalen Europa? Ist die EU nicht zu groß? Sollte es eine europäische Armee geben“? Heitkamp beantwortete alle diese Fragen sehr persönlich. Auch Fragen aus dem Unterricht flossen in die Debatte ein. In den Kursen haben die Schüler etwa darüber diskutiert, ob die EU nicht undemokratisch sei. „Wir haben definitiv einige Defizite und ich würde gerne das EU-Parlament stärken“, antwortete Heitkamp.
Heitkamp wollte aber nicht nur die Fragen der Schüler beantworten, sondern war ebenfalls an den Wünschen und Vorstellungen seiner Gesprächspartner im Hinblick auf die Europäische Union, ihre Institutionen und deren Entwicklung interessiert. So äußerte ein Schüler beispielsweise den Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung in der EU, ein anderer betonte, dass man den Bürgern die Vorteile der EU im Alltag besser aufzeigen müsse.
Zum Ende der 90-minütigen Debatte äußerte Heitkamp noch einen Aufruf, dem sich auch Bürgermeister Henning Schulz uneingeschränkt anschloss: „Geht wählen, engagiert euch – Ihr entscheidet, in welchem Europa wir leben“.