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Archiv

06. Juni 2018

Membranrohrbelüfter in Putzhagen ausgetauscht

Im Klärwerk Putzhagen wird das Abwasser von 80.000 Bürgern gereinigt, bevor es wieder in die Dalke gelassen wird. Aber auch Reinigungsanlagen müssen mal gereinigt werden.

Mulde für Mulde werden die Sandablagerungen von Grund des Beckens abgetragen.
Mulde für Mulde werden die Sandablagerungen von Grund des Beckens abgetragen.

Zwei von acht Belebungsbecken wurden komplett leergepumpt, um sie zu säubern und Teile am Boden zu wechseln. Dafür tragen zehn Mitarbeiter der Kläranlage in Schutzanzügen zwei Tage lang Sandablagerungen auf dem Boden der Becken ab – ein Knochenjob unter widrigen Bedingungen.

Schon mit Inhalt wirken die Belebungsbecken groß. Normalerweise drehen hier wabernde Flüssigkeiten langsam ihre Runden. Für die Reinigung sind die Becken aber jetzt leer – und das macht Eindruck. Von oben wirken die Männer und Frauen in Helm und Schutzanzug auf dem Grund des Beckens klein. Mundschutz ist Pflicht. Schließlich befinden sich in den Becken viele verschiedene Bakterien, die zur Reinigung zwar wichtig sind, aber nicht in den Körper der Arbeiter am Boden gelangen sollten. Neun Meter vom oberen Rand des Beckens entfernt heben sie schlammige Sandablagerungen in Mulden, die dann per Kran aus dem Becken gehievt werden. Für Unkraut ist das leergepumpte Becken ein guter Nährboden. In der kurzen Zeit, in der das Becken leer stand, hat sich schon einiges an Pflanzen gebildet. Auch die müssen jetzt raus. Denn am Boden der Becken müssen die Membranrohrbelüfter ausgetauscht werden. Hunderte von ihnen bringen Sauerstoff ins Becken. Der Sauerstoff ist notwendig für die biologischen Reinigungsprozesse, die in den Becken stattfinden. Alle zehn Jahre etwa müssen die Sauerstoffdüsen nach und nach in den acht Becken ausgetauscht werden, um Strom zu sparen.

Die Zufuhr des Sauerstoffs verbraucht Energie und wenn die Belüfter etwas älter sind verbrauchen sie mehr davon. Damit die Reinigung in Putzhagen auch weiterhin so energieeffizient und stromsparend wie normalerweise möglich ist, müssen einige Mitarbeiter also regelmäßig mit Schippe und Schutzanzug auf den stickigen und teilweise engen Grund des Beckens hinunter. Mulde für Mulde wird so am Grund der Becken befüllt und am Haken des 25 hohen Krans nach draußen befördert. Wenn die Belüfter dann am Ende der zwei anstrengenden Tage in den Becken ausgetauscht worden sind, kann dort wieder energieeffizient ein Teil des Reinigungsprozesses betrieben werden und die Mitarbeiter haben diesen Knochenjob hinter sich.