16. Februar 2018
Oberstes Ziel: die Sicherung der hochwertigen stationären medizinischen Versorgung in Gütersloh und Umgebung
Planung und Investitionen des Klinikums für die nächsten zehn Jahre auf der Tagesordnung des Finanzausschusses – verstärkte Kooperationen und Appell an die Mitverantwortung des Kreises.
Der Erhalt einer zukunftsfähigen und qualitativ hochwertigen stationären medizinischen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Gütersloh und Umgebung ist das oberste Ziel bei den Planungen und Investitionen im Klinikum Gütersloh für die nächsten zehn Jahre. In seiner nächsten Sitzung am 27. Februar befasst sich der Finanzausschuss mit den Zukunftsplanungen des Klinikums, dessen Gesellschafter die Stadt Gütersloh ist. In einem gemeinsamen Pressegespräch erläuterten jetzt Bürgermeister Henning Schulz, die Erste Beigeordnete Christine Lang, Klinikums-Geschäftsführerin Maud Beste und Aufsichtsratsvorsitzender Matthias Trepper die Zielformulierungen, die Politik, Verwaltung und Klinikums-Führung gemeinsam in mehreren Workshops erarbeitet haben und die nun in einen Beschlussvorschlag für den Finanzausschuss eingegangen sind.
Darin wird das Klinikum Gütersloh als „unverzichtbarer“ Bestandteil einer hochwertigen stationären medizinischen Versorgung charakterisiert. Gleichzeitig wird aber auf die Notwendigkeit umfassender Investitionen für eine den Ansprüchen an den medizinischen Fortschritt genügenden Sanierung und Erweiterung des Hauses in den kommenden zehn Jahren hingewiesen, die – nach Stand heute – mit insgesamt rund 83 Millionen Euro veranschlagt ist.
Diese Summe werde das Klinikum unter den gegenwärtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Wesentlichen nicht allein aus eigener Kraft aufbringen können, heißt es in der Vorlage weiter. Angesichts des erheblichen finanziellen Volumens und der Tatsache, dass nur ca. 50 Prozent der Patienten im Klinikum direkt aus der Stadt Gütersloh kommen, sieht die Beschlussvorlage für den Finanzausschuss den Kreis Gütersloh in der „Mitverantwortung, die notwendigen Investitionen mitzufinanzieren und damit seiner gesetzlichen Aufgabe nach dem Krankenhausgestaltungsgesetz nachzukommen“. Es sei nicht akzeptabel, dass allein die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Gütersloh über Steuerzahlungen die erforderlichen Mittel aufbringen oder an anderer Stelle Verzicht leisten müssten. Weiterhin werden die Krankenhäuser im Gebiet der Stadt Gütersloh aufgefordert, ihre medizinischen Leistungen „zum Wohl der Patienten und zur wirtschaftlichen Stärkung der Häuser besser abzustimmen und wenn möglich aus einer Hand zu erbringen.“
Gemeinsam und kurzfristig wollen nun Politik und Verwaltung darauf hin arbeiten, den Kreis mit ins Boot zu nehmen und eine enge Kooperation von Klinikum und Elisabeth-Hospital zu erreichen. „Mit Blick auf die Zukunft und die Planungen der Landesregierung zur Krankenhausfinanzierung ist eine Abstimmung der medizinischen Versorgungsangebote strategisch entscheidend,“ sagte Bürgermeister Henning Schulz. Ebenso entscheidend ist die Einbindung des Kreises in eine Trägerschaft: „Die Stadt Gütersloh und ihr Klinikum nehmen zu über 50 Prozent eine überörtliche Aufgabe und Verantwortung wahr. Dies ist nur solange kein Problem, wie der laufende Betrieb aus den laufenden Einnahmen gedeckt und die Investitionen vom Land über Zuschüsse refinanziert werden. Letzteres ist jedoch bereits seit vielen Jahren nicht mehr der Fall, “ sagt die Erste Beigeordnete Christine Lang.
„Auch die anstehenden Investitionen sind unumgänglich, will man den Qualitätsstandard der medizinischen Versorgung aufrecht erhalten“, gab Matthias Trepper die Meinung des Aufsichtsrates wieder, der sich intensiv mit den Zukunftsplanungen auseinandergesetzt habe. Alte Gebäudestruktur, gestiegene Fallzahlen bei Patienten mit intensivem Betreuungsbedarf, räumliche Engpässe auf den Intensivstationen, die zur Verschiebung von Operationen und zur Abmeldung von der Notfallversorgung führt, Zimmer die – ohne Nasszelle – nicht mehr aktuellen Standards entsprechen - der Sanierungsbedarf im Haus mit Kerngebäude aus dem Jahr 1939 ist nachvollziehbar. Im Investitionsplan enthalten sind daher unter anderem ein Anbau ans Bettenhaus Süd, dringende Instandsetzungsmaßnahmen im Bettenhaus Innere sowie die Sanierung der Intensivstationen und des OP-Traktes,“ sagte Klinikums-Geschäftsführerin Maud Beste.
„Wir können anstehende Entscheidungen nicht lange hinauszögern,“ sind sich Träger und Klinikums-Geschäftsführung einig, dass nur eine Gesamtstrategie für die Zukunft der stationären medizinischen Versorgung in der gewohnten hohen Qualität zum Erfolg führt. Daher sollen nun umgehend Gespräche mit dem Kreis und den beiden Krankenhäusern geführt werden, wenn der Finanzausschuss der Beschlussvorlage und dem weiteren Vorgehen zustimmt.