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Archiv

26. April 2018

Naturerlebnis im Klassenzimmer: Gütersloher Grundschüler züchten eigene Schmetterlinge

Von der unscheinbaren Raupe zum farbenfrohen Falter – mit dem Schulprojekt „Faszination Schmetterling“ von der Deutschen UmweltAktion und der Umweltberatung der Stadt Gütersloh sind 13 Grund- und eine Förderschulklasse hautnah dabei, wenn aus der Raupe Nimmersatt ein wunderschöner Distelfalter wird.

Ein farbenfroher Distelfalter: Christiane Pfingst von der Deutschen UmweltAktion zeigt den Erstklässlern, welch schöner Schmetterling einmal aus den unscheinbaren Raupen wird.

Die Klassen 1b, 3a und 3b der Josefschule wurden unter allen Teilnehmern ausgelost und haben die Projektmaterialien vom Fachbereich Umweltschutz kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.
„Wenn der gelbe Schmetterling ein Zitronenfalter ist, wie heißt dann wohl der weiße?“, möchte Christiane Pfingst von der Deutschen UmweltAktion von den Grundschülern der Klasse 1b der Josefschule wissen. „Ein Vanilleschmetterling!“ taufen die Jungen und Mädchen den Kohlweißling kurzerhand um. Der Besuch der Umweltpädagogin, der die Kinder auf spielerische Weise in das Thema „Schmetterling“ einführt, ist jedoch nur ein Bestandteil des Schulprojekts. Neben einem Leitfaden und Tipps für den Unterricht bekommen die Grundschüler auch ihr eigenes Aufzuchtset für die Distelfalter. Zu diesem Set gehören kleine Aufzuchtboxen mit jeweils fünf Raupen des Distelfalters und ein Schmetterlingsnetz, in dem die Falter nach der Verpuppung schlüpfen können. So kann die meist unbeobachtete Metamorphose über einen Zeitraum von etwa drei bis fünf Wochen hautnah von Schülerinnen und Schülern im Klassenzimmer mitverfolgt werden.

„Wir haben das Projekt im letzten Jahr gestartet und es war direkt ein voller Erfolg“, erinnert sich Gisela Kuhlmann vom Fachbereich Umweltschutz der Stadt Gütersloh. In diesem Jahr geht das Projekt in die zweite Runde. Da durfte die selbsternannte Schmetterlingsklasse, die 1b der Josefschule, diesmal natürlich nicht fehlen, weiß Klassenlehrerin Annett Böhm: „Unser Klassentier ist der Schmetterling, deshalb passt das Projekt perfekt zu uns und es ist auch mal etwas anderes. Die Kinder können spielerisch lernen und eigene Entdeckungen und Beobachtungen machen.“

Mit Neugier und Begeisterung inspizieren die Grundschüler die Raupen in den kleinen Plastikboxen und achten ganz genau auf jede Veränderung. Das Fazit: sie sind dicker und größer geworden. In ihrer Aufzuchtbox mit Nährboden sind die Raupen ausreichend mit Nahrung versorgt, aber in der Natur sieht das heutzutage oft anders aus. „Der Distelfalter heißt so, weil sich die Raupe von Disteln ernährt. Aber was glaubt ihr, möchten eure Eltern Disteln im Garten haben?“, will Christiane Pfingst von den Kindern wissen. Denn das stachelige Unkraut ist leider nur bei wenigen beliebt. Damit die Schmetterlinge trotzdem nicht verhungern müssen, basteln die Kinder mit der Umweltpädagogin Samenbällchen mit einer mehrjährigen Saatmischung für die bunten Falter. „Die können die Kinder dann im Schulgarten oder zuhause pflanzen“, erklärt Gisela Kuhlmann, wie jeder einzelne Schüler auch außerhalb des Klassenzimmers zu einer lebenswerten Umgebung für Schmetterlinge beitragen kann.