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Archiv

16. September 2019

Gedenken, Feiern und in die Zukunft blicken

Eine Delegationsreise mit weitem Spannungsbogen: 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Grudziadz in Polen.

Rockt die Bühne an der Weichsel: das GTown Rock Orchestra vor großem Publikum.
Rockt die Bühne an der Weichsel: das GTown Rock Orchestra vor großem Publikum.

Symbole und Gesten gehören dazu, wenn Städtepartnerschaftsjubiläen gefeiert werden. Beim Festakt zum 30-jährigem Bestehen war es das Pflanzen einer Linde aus Gütersloh als Symbol für den Frieden. Zuvor hatten die Delegationen aus Gütersloh und der gemeinsamen Partnerstadt Falun/Schweden zusammen mit der Stadtspitze aus Grudzidaz am frühen Morgen schweigend des deutschen Überfalls auf Polen und des Beginns des Zweiten Weltkriegs gedacht. Am Abend zuvor wiederum hatten Musik und Freude über die drei Jahrzehnte währende Städtepartnerschaft im Zentrum gestanden - mit einem fulminanten Auftritt des Gtown Rock Orchestras beim Stadtfest vor der atemberaubenden historischen Stadtkulisse an der Weichsel.

Die Bandbreite zwischen Gedenken und Feiern, zwischen Rückblick auf den Beginn der Partnerschaft und Blick in die gemeinsame Zukunft war also groß bei dieser Delegationsreise mit Bürgermeister Henning Schulz an der Spitze. Er spannte in seinem Grußwort zum Festakt mit Stadtpräsidenten Glamowski und seinem Amtskollegen Storck aus Falun den Bogen. Der Gütersloher Bürgermeister erinnerte daran, dass letztlich auch das Leid der polnischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg „untrennbar mit der Geschichte der Städtepartnerschaft verbunden“ sei. Schulz: „Das ‚Nie wieder‘ und die Annäherung nach so viel Leid sind ein Urgrund der Städtepartnerschaft, die wir 1989 gemeinsam begründet haben. Das Gedenken mahnt uns, uns dauerhaft für ein friedvolles Miteinander einzusetzen. Städtepartnerschaften sind ein wichtiges Instrument für den Frieden, weil sie die Menschen einander nahebringen, über Sprach- und ideologische Grenzen hinweg.“ Städtefreundschaften seien aber kein Selbstläufer. „Sie wollen wie jede Freundschaft gepflegt werden,“ sagte Schulz.

Dafür haben die deutsche Delegation und ihre polnischen Gastgeber in jeder Hinsicht gesorgt. Letztere mit einem großartigen Programm, in das sich der Auftritt der jungen Gütersloher Erfolgsband nahtlos einfügte, die Gütersloher Gäste hatten unter anderem eine Ausstellung im Gepäck, die nun im Museum Grudziadz zu sehen ist: 20 Schwarz-Weiß-Stadtansichten des Gütersloher Fotografen Detelf Güthenke korrespondieren mit Bleistiftzeichnungen der polnischen Künstlerin Zofia Zlok, die seit den 80er Jahren in Gütersloh lebt.

Für die Zukunft wurde – nicht nur durch die erneute Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde – weitere enge Zusammenarbeit vereinbart – unter anderem mit Kulturprojekten. Nicht zuletzt aus diesem Grund gehörte auch Lena Jeckel, Leiterin des Fachbereichs Kultur, zur Delegation. So ist unter anderem der Gegenbesuch einer polnischen Band in Gütersloh für das kommende Jahr geplant. Eine Einladung an den Gütersloher Seniorenbeirat zu einer Veranstaltung mit dem Seniorenbeirat in Grudziadz Anfang Oktober ist ebenfalls geplant. Bis dahin wird aber auch schon wieder eine Schülergruppe aus Grudziadz beim Evangelisch Stiftischen Gymnasium in Gütersloh zu Gast gewesen sein – auf allen Ebenen also ein reger Austausch.

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