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Archiv

17. Januar 2019

Graffitipostkarte ‚The future is female’

Ein historisches Datum: Am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen gehen.

Jutta Duffe, Eva Sperner, Monika Edler-Rustige, Sabine Heethey, Barbara Fleiter, Ellen Wendt, Bettina Ruks, Ulrike Brunneke, Inge Trame, Susanne Fischer und Andrea Buhl (v. l.) von der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsstellen im Kreis Gütersloh stellen zum ersten Wahltag für Frauen am 19. Januar 1919 die Graffitipostkarte ‚The future is female‘ vor. Foto: Kreis Gütersloh
Jutta Duffe, Eva Sperner, Monika Edler-Rustige, Sabine Heethey, Barbara Fleiter, Ellen Wendt, Bettina Ruks, Ulrike Brunneke, Inge Trame, Susanne Fischer und Andrea Buhl (v. l.) von der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsstellen im Kreis Gütersloh stellen zum ersten Wahltag für Frauen am 19. Januar 1919 die Graffitipostkarte ‚The future is female‘ vor. Foto: Kreis Gütersloh

Zur Erinnerung an 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland hat die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsstellen im Kreis Gütersloh die Graffitipostkarte ‚The future is female‘ herausgegeben. Nach jahrzehntelangem Kampf wurde am 12. November 1918 das allgemeine aktive und passive Wahlrecht für Frauen in der Weimarer Verfassung gesetzlich verankert und trat unmittelbar nach Kriegsende in Kraft. „Wir er-innern damit an diesen so wichtigen Meilenstein in der Gleichstellung von Frauen und Männer“, erklärt Ellen Wendt, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Gütersloh.

Auf der Vorderseite der Postkarte ist ein Graffitikunstwerk zu sehen, das die Gleichstellungsstelle der Stadt Gütersloh Anfang des vergangenen Jahres gemeinsam mit den Künstlern Lisa Prizebilla und David Brinktriene an der Weberei Gütersloh entstehen ließ. Interessierte konnten damals live miter-leben, wie das ausdrucksvolle Bild zum Jubiläum des Frauenwahlrechtes an die Wand gesprüht wurde. „Diese Graffiti-Aktion war ein Statement für jene Frauen, die seit 100 Jahren für das Frauenwahlrecht kämpften, erläutert Inge Trame, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gütersloh.

Da das Kunstwerk eine begrenzte Haltbarkeit hat, liegt es jetzt auch als gedruckte Postkarte vor und erinnert weiterhin an die historischen Daten der Frauenbewegung: Am 19. Januar 1919 konnten Frauen zum ersten Mal nicht nur wählen, sondern auch selbst für ein politisches Mandat kandidieren. Somit war es erstmals möglich, sich am politischen Geschehen zu be-teiligen. Die Wahlbeteiligung der weiblichen Bevölkerung war enorm: 82 Prozent der wahlberechtigten Frauen gingen damals wählen. Von den ins-gesamt 423 gewählten Delegierten zogen 37, also 9,6 Prozent weibliche Abgeordnete in das Parlament ein.

Heutzutage sind Frauen, obwohl sie die Hälfte der Wahlberechtigten aus-machen, in politischen Gremien und Ämtern immer noch unterrepräsentiert. „In den Räten und im Kreistag im Kreis Gütersloh liegt der Frauenanteil zwi-schen 18 und 42 Prozent − nach 100 Jahren Frauenwahlrecht − ein teilweise durchaus ernüchterndes Bild“, resümiert Ellen Wendt und fragt sich, woran das liegt und welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit eine politische Partizipation von Frauen gelingt. Wendt ergänzt: „Eine der Herausforderungen in den nächsten Jahren wird es sein, die gesell-schaftliche Teilhabe von Frauen gemeinsam mit anderen Partnerinnen und Partnern zu erreichen.“

Mit der Graffitipostkarte erinnern die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Gütersloh nicht nur an dieses wichtige Datum in der Geschichte der Gleich-berechtigung, sondern sie richten auch den Blick auf die Gegenwart und stellen fest, dass Frauen und Männer nach wie vor nicht in allen Bereichen gleichberechtigt sind.

Die Graffitipostkarten sind bei den Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Gütersloh erhältlich. Infos gibt es auch auf www.pia-online.eu.