27. März 2019
Perspektivwechsel für Sandra Frühauf
Praktikum im Stadtarchiv Gütersloh.

Im Stadtarchiv Gütersloh an der Moltkestraße findet sie nicht nur ein Suchsystem vor, das ähnlich dem des Landesarchives ist. „Das Stadtarchiv Gütersloh ist auf einem guten technischen Stand“, meint Sandra Frühauf. Es gibt keinen Staub und keine Langeweile, sondern Themen, die darauf warten, für das historische Gedächtnis aufbereitet zu werden. Zum Beispiel die Geschichte des Vereins Frau und Kultur, der letztes Jahr aufgelöst wurde. 19 Akten in sechs Kartons wurden übergeben. Dokumente, die die Aktivitäten des bereits im Jahre 1957 gegründeten Vereins belegen: mit kulturellen Vorträgen
von Heine bis Luther und 100 Mitgliedern. Doch nach und nach blieb der Nachwuchs für den Verein aus, so dass die Auflösung beschlossen wurde. Sichten, ordnen und verzeichnen: Sandra Frühauf hat jetzt einen konkreten Eindruck davon, was alles getan werden muss, damit man die Geschichte dieses Vereins gut recherchieren kann.
Stadtarchivar Stephan Grimm betreut laufend Praktikanten im Archiv. Am liebsten junge Menschen mit Interesse an der Geschichte, die sich im Archiv für mehrere Wochen einbringen möchten. „Das macht es einfacher, die Praktikanten in Projekte einzubinden“, so Grimm. So lernen die Praktikanten nicht nur, wie ein Archiv organisiert ist, sie fungieren auch als Botschafter. „Wer sich hier umgeschaut hat, kann besser erzählen, warum die Stadt das Archiv als ihr historisches Gedächtnis braucht“, so Grimm.
Sandra Frühauf schätzt die persönliche Atmosphäre im Gütersloher Stadtarchiv. „Jeder Nutzer wird mit seinem Namen angesprochen, man kann jedem eine Frage stellen. Es ist nicht so anonym wie im Landesarchiv.“ Beruflich kann sich Sandra Frühauf gut vorstellen, in einem Archiv zu arbeiten. Doch für die Sammlung von Dokumenten würde sie sich nur im Beruf interessieren. Privat ist sie radikal. „Was nicht mehr gebraucht wird, kommt weg.“