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Archiv

10. Oktober 2019

Immer da, aber nicht immer im Blick

Kunst im öffentlichen Raum soll informativ zugänglich gemacht werden.

Prägnantes Kunstwerk vor der Stadthalle: „Mohn-Brunnen: Hören, Sehen, Lesen“ von Karl-Ulrich Nuß.
Prägnantes Kunstwerk vor der Stadthalle: „Mohn-Brunnen: Hören, Sehen, Lesen“ von Karl-Ulrich Nuß.

Von „Güths Mariechen“ bis zur Städtepartnerschafts-Stele: 13 Skulpturen im Gütersloher Stadtraum sind das Ziel einer informativen Rundfahrt gewesen, zu der der Fachbereich Kultur der Stadt Gütersloh und der Verein zur Förderung plastischer Kunst in Stadt und Kreis Gütersloh mit seinen beiden Vorsitzenden Reiner Kuhn und Carsten Moor eingeladen hatten. Mit Fahrrädern steuerten Mitglieder der Stadtverwaltung und des Kulturausschusses, Vereinsfreunde und weitere interessierte Gütersloherinnen und Gütersloher insgesamt neun Stationen an. Als Ziel wird nun angepeilt, im nächsten Jahr die Kunst im öffentlichen Raum informativ zugänglich zu machen – analog zur Handy-App „Actionbound“, die durch mehrere Baudenkmäler in Gütersloh führt.

Auffällig war die Vielfalt, die sich in Gütersloh findet. Die Wahrnehmung der Teilnehmenden wurde auf das gelenkt, was im Alltag oft nicht mehr im Blick, aus kulturpolitischer Sicht jedoch relevant ist. Der Fachbereich Kultur markierte mit der Rundfahrt einen Startschuss zur intensiveren Auseinandersetzung mit Kunst im öffentlichen Raum, zugleich eine Handlungsempfehlung aus dem laufenden Kulturentwicklungsplanungsprozess. Als Herausforderung sahen die Teilnehmenden der Rundfahrt an, die Historie einiger Skulpturen noch weiter zu recherchieren sowie den Bestand lückenlos zu erfassen und informativ aufzubereiten. Dem Fachbereich Kultur geht es nicht um eine Bewertung der Kunstwerke, sondern um eine Dokumentation des Ist-Zustands und einen bewussten Umgang in der Zukunft mit dem Bestand und der Entwicklung dieses Kunstbereichs. Dabei ist es wichtig, der ursprünglichen Intention des jeweiligen Kunstschaffenden so nahe wie möglich zu kommen. Welche Patina ist gewünscht, wo mangelt es an Pflege, wo ist Effektbeleuchtung gewünscht, wo ist es ökologisch nicht sinnvoll und wo unter künstlerischen Aspekten sogar vom Urheber oder von der Urheberin eher als störend bewertet? Da einige der ursprünglichen Entwurfsverfasser oder Gestaltenden inzwischen verstorben sind, ist da einiges an Recherchearbeit notwendig. Die Teilnehmenden der Rundfahrt waren sich einig, dass Wertschätzung für die Skulpturen wichtig ist und der Dialog über Status quo und Zukunft der Kunst im öffentlichen Raum fortgeführt werden muss.

Ein erster Ansatz, der auch die Kunst im öffentlichen Raum berücksichtigt, ist das „Urban.Art.Bingo“. Das „Bingo-Spiel“, das der Fachbereich Kultur zusammen mit den „Urbanisten“ aus Dortmund entwickelt hat, bezieht Street Art, Kunstwerke und Baukultur in das spielerische Raumerkunden ein. Sowohl für Kenner Güterslohs als auch für Touristen gibt es viel zu entdecken. Das Spiel kann im Stadtmuseum, in der Stadtbibliothek und im Fachbereich Kultur (Stadthalle) kostenfrei ausgeliehen werden. Nähere Auskünfte sind im Fachbereich Kultur erhältlich.