27. September 2019
VHS „macht Sinn“
100 Jahre Volkshochschule Gütersloh mit Ausstellung, philosophischem Diskurs und Live- Übertragung im WDR gewürdigt.

100 Jahre sind ein Anlass zurückzuschauen, und die VHS Gütersloh tut dies einerseits mit als Faksimiles bereitgelegten Exemplaren des ersten Volkshochschulprogramms in Gütersloh, andererseits mittels einer von der Geschichtspädagogin Nina Martini konzipierten Ausstellung „100 Jahre VHS in Gütersloh“. Auf zwölf im ersten Stock der VHS aufgehängten Tafeln kann der Besucher sich ein Bild machen, wie die Volkshochschule beispielsweise das Thema „Roboter“ oder „Informationsverarbeitung“ schon früh in ihren Angebotskanon einbezogen haben, aber auch der Blick der Rolle der Institute während der Zeit des Nationalsozialismus wird nicht ausgespart.
Das Highlight des Festabends war sicherlich die Live-Aufzeichnung der „Philosophie-Radio“ – Sendung in der schmucken Aula. Zur Einstimmung spielten das Boogie-Brothers-Trio Jazz-, Blues- und Boogie-Woogie-Nummern, bevor um Punkt 20.04 Uhr Jürgen Wiebicke den Philosophen Dr. Christoph Quarch begrüßen konnte. Nicht weniger als „Der Sinn des Lebens“ war Diskussionsgegenstand - ein Thema, um das die akademische Philosophie des 20. Jahrhunderts einen weiten Bogen gemacht hat. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal entspann sich eine spannende und lebhafte Diskussion, in die auch die Zuhörer, viele davon zweifelsohne aktive Teilnehmer des seit 16 Jahren existierenden „Philosophie-Cafés“, mehrfach ihre Beiträge einbrachten, aber auch per Mail eingegangene Statements gewürdigt wurden. Die Diskussionsteilnehmer ergründeten mit „Sinn“ assoziierte Begriffe wie „Moral“, „selbstgeschaffen“, „Nutzen“ und „Bedeutung“ , wobei Einigkeit bestand, dass keiner der vier allein sinnbildend sein kann. „Sinn wird gefunden, nicht erfunden“ – ein weiterer griffiger Kernsatz, der die Diskussion an diesem Abend prägte prägte. Dr. Quarch fasste es schlussendlich folgendermaßen zusammen: “Sinn findet statt, wenn wir in Verbundenheit mit anderen sind“. In diesem Sinne ist der Volkshochschule eine durchaus angemessene Würdigung ihres 100. Geburtstags gelungen.