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Archiv

01. Juli 2020

Große Unterschiede bei Quarantänebedingungen

„Versorgung durch die Subunternehmer muss besser werden“.

Der Kreis Gütersloh hat die Subunternehmer eindringlich aufgefordert, ihren Versorgungsauftrag im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht wahrzunehmen – das war in der vergangenen Woche. Signifikante Verbesserungen könne man seitens der Einsatzleitung aber nicht feststellen. Hintergrund ist der Umstand, dass die Subunternehmer für die Versorgung der Beschäftigten zuständig sind, die bei ihnen angestellt sind. Bei einem Termin mit den Subunternehmern wurde die Erwartungshaltung des Kreises Gütersloh mehr als deutlich formuliert. Der Kreis Gütersloh informierte die Subunternehmer noch einmal ausführlich über die Verfahrensweise, etwa Anforderung und Abholung der Versorgungspakete. Es wurde ebenfalls festgelegt, dass die Subunternehmer ihre Auslieferungen an ihre Mitarbeiter in Quarantäne zu dokumentieren und Ansprechpartner, die für die Versorgung zuständig sind, zu nennen haben. Am Ende sagten alle Subunternehmer zu und dokumentierten mit einer Unterschrift, ihren Versorgungsauftrag wahrnehmen zu wollen. Dennoch ist die Versorgung nicht spürbar besser geworden.

Die Einsatzleitung koordiniert alle Operationen, setzt die Einsatzkräfte ein und kümmert sich mit Unterstützung der Hilfsorganisationen und des THW beispielsweise auch um die Notversorgung. „Die Versorgung der Subunternehmer muss klar besser werden“, fordert jetzt Landrat Sven-Georg Adenauer. Es könne nicht sein, dass das Unternehmen zunächst angekündigt habe, die Versorgung der Tönnies-Mitarbeiter zu übernehmen und nun 60 Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, den Johannitern und des THWs im Dauereinsatz sind. „Gut läuft es unseren Informationen nach bei denjenigen, die direkt bei Tönnies angestellt sind. Gute Waren, tolle Logistik“, erzählt Adenauer. Dass das System der Subunternehmer jetzt für viele auch in der Quarantäne mit Nachteilen für Menschen verbunden sei, ärgere ihn. Darüber hinaus erreichen den Krisenstab immer wieder teils groteske Details vom Umgang der Subunternehmer mit den in Quarantäne lebenden Angestellten und deren Haushaltsangehörigen. Einige davon wurden an die Polizei zur weiteren Veranlassung weitergeleitet beziehungsweise die Subunternehmer direkt darauf angesprochen.