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Archiv

23. April 2021

Kreis Gütersloh: Starre Priorisierungsregeln aufweichen

Landrat spricht sich für flexiblere Impfstrategie aus.

Landrat Sven-Georg Adenauer spricht sich für flexiblere Regeln beim Impfen aus. Vor dem Hintergrund, dass es dem Impfzentrum Kreis Gütersloh nur unter großem organisatorischen Aufwand gelingt, die zur Verfügung stehenden Impfdosen zu verabreichen, hat Adenauer sich mit einem Brief an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gewandt. Um einen großen Schritt nach vorne machen zu können, müsse man vor Ort flexibler handeln können, so der Landrat. „Der bürokratische Aufwand zur Umsetzung der ständig komplizierter und detaillierter werdenden Priorisierungsregeln behindert den Impffortschritt.“ Der Aufklärungs- und Nachfragebedarf bei den Betroffenen sei über Hotlines, Mails und Social Media kaum noch zu bewältigen. Adenauer: „Die Menschen verstehen es einfach nicht mehr und ich kann es ihnen nicht verdenken.“

Adenauer regt auch an, größere Cluster bei den älteren Jahrgängen zu bilden, die zuletzt per Brief immer nur im Doppeljahrgang aufgefordert waren, sich über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe einen Termin zu holen. Einige Jahrgänge buchten jedoch nur unzureichend, so dass der Landrat sogar per Videobotschaft zur Terminbuchung aufforderte, um der Sache Schub zu verleihen. Zudem muss das Impfzentrum unter hohem organisatorischem Aufwand und unter hoher Belastung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder Sonderaktionen machen, um keinen Impfstoff am Ende des Tages über zu haben. Auch ein weiterer Punkt liegt dem Landrat am Herzen: Nach den Impfzentren und den niedergelassenen Ärzten sollten schnellstmöglich auch die großen Unternehmen in die Impfkampagne einbezogen werden. Deren Betriebsärzte beziehungsweise Hausärzte, die unterstützen, stünden bereit, begründet Adenauer diesen Wunsch gegenüber Laumann.