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Richtung Norden, und immer der Musik nach

19.07.2022

WeltStadtMusik im Wapelbad präsentiert das Flensburger „Duo Pabameto“

Die Zwillingsbrüder Melf Torge Nonn (links) und Pay Bandik Nonn setzen basalen Schall in Szene. Die tiefen der Klänge der Bassklarinette passen prima zum stehenden Sound des klassisch gestrichenen Kontrabasses.
Die Zwillingsbrüder Melf Torge Nonn (links) und Pay Bandik Nonn setzen basalen Schall in Szene. Die tiefen der Klänge der Bassklarinette passen prima zum stehenden Sound des klassisch gestrichenen Kontrabasses.

Eine absolut klare Sache, die beiden Musiker im Wapelbad heißen Pay Bandik Nonn und Melf Torge Nonn, aus den Anfangsbuchstaben ihrer Doppelvornamen resultiert der Name des Duos – Pabameto. „Wir spielen vorwiegend unsere eigene Musik. Das Eröffnungsstück war inspiriert aus der finnischen Richtung. In Finnland gibt es die Jenkka, das ist ein Tanz“, informiert Melf Torge das Publikum über den Opener, der ein flottes Tempo von 140 Schritten pro Minute aufweist.

Die klassisch ausgebildeten eineiigen Zwillinge präsentieren im Rahmen der vom Fachbereich Kultur ausgelobten „WeltStadtMusik“ ihr fantastisch klingendes Multiinstrumental-Projekt. Melf Torge sorgt für klangvolle Luftströme, er hat ein Sopransaxophon, eine Klarinette, eine Bassklarinette und eine Irish Flute im Handgepäck. Sein Bruder Pay Bandik, der zur zupfenden Stahlsaiten-Fraktion zählt, benötigt größeren Platzbedarf, er musiziert auf einem Kontrabass, einer Gitarre, einer Irish Bouzouki, einer Mandoline und zieht auch gern die Klangregister eines Akkordeons.

Das Duo, das in Flensburg beheimatet und aufgewachsen ist, fokussiert überlieferte Folklore, vorwiegend aus dem Norden. Typische Themen aus Finnland, Schweden, Dänemark, Schottland, Norddeutschland, dem Münsterland, Flandern und die Nordküste der Bretagne tauchen in ihren neuartigen Arrangements und Kompositionen auf. Die Brüder haben ihre Teenager-Abenteuer mit dem Lokalkolorit einer Ostsee-Mole lautmalerisch vermixt, auf der sie beim Bierchen „die wirklich wichtigen Dinge im Leben erörtert haben.“

„The Siblings Reel Of Our Pier Bridge Beer“ lautet dieser Titel, den sie auf ihrer CD „Two Sisters“ 2021 publiziert haben und nun live on Stage mit heißer Luft, glühenden Saiten und stampfenden Füßen einem fasziniert lauschenden Auditorium präsentierten. „Das Tempo, der Groove, das Feeling“, schwärmt Melf Torge über das urig inspirierende schottische Folk-Festival, das seinen Bruder vom gestrichenen Kontrabass im Handumdrehen in den jazzigen Walking Bass wechseln ließ.

Die beiden Jungs realisieren obendrein besonders anmutige Melodien. Das Liebeslied „And Then She Came Around“, das Pay Bandik für Akkordeon und Klarinette ausgearbeitet hat, kennzeichnet ihre Sensibilität beim ausdrucksvollen Spiel. In diese Schublade passen auch Songs wie das dänische „The Babytune“, welches zärtlichen Applaus generierte, und das Memento „Unvergessen“, das im ruhigen Ton der Bassklarinette an den Großonkel der beiden Künstler erinnert.

Pabameto ist auch im Melting Pot (Schmelztiegel) der Kulturen unterwegs. Ein Abschiebungs-Abschiedsstück namens „Habibi Berlin“ positioniert gesellschaftspolitische Ereignisse gepaart mit orientalischen Klängen, ihr Song „Identity“ nimmt sich tonal der aktuellen Flüchtlingsproblematik an, ausgelöst durch die Kriege in der Ukraine und Syrien. „Wenn man nicht weiß, wo man zuhause ist und im Jetzt niemals ankommen wird“, charakterisiert Melf Torge das dramatische Dilemma.

Schön, dass die beiden sympathischen Nordisch-by-Nature-Musiker zukunftsweisende Motive nicht aus den Augen und Ohren verlieren. Ihre kreative Komparation „Good Times“ zu „Very Good Times“ wurde auf Ansage instrumental perfekt gesteigert. Das belohnte das interessierte Wapelbad-Publikum final mit einem Applaus der Superlative.

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