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Archiv

18. August 2023

Jahresübung der Gütersloher Gesamtfeuerwehr in Spexard

Rund 150 Einsatzkräfte simulieren im Übungseinsatz, wie mit den Folgen eines Waldbrands umzugehen ist.

Am Übungsort im Gespräch mit Einsatzkräften: der städtische Feuerwehrdezernent Carsten Schlepphorst und Feuerwehrchef Hans-Joachim Koch.
Am Übungsort im Gespräch mit Einsatzkräften: der städtische Feuerwehrdezernent Carsten Schlepphorst und Feuerwehrchef Hans-Joachim Koch.

Haushohe Flammen eines Waldbrands bedrohen eine Wohnsiedlung in Spexard: Mit diesem Szenario hat sich die Gesamtfeuerwehr Gütersloh jetzt im Rahmen ihrer großen Jahresübung auseinandergesetzt. In der Theorie läuft alles immer ganz reibungslos ab, aber wie gestaltet sich ein solch großer Feuerwehreinsatz unter realen Bedingungen? Das haben rund 150 Einsatzkräfte bei ihrer jährlichen Stadtübung am Mittwochabend getestet. „Es ist schon spannend zu sehen, wie sich unsere Leute dann organisieren und wie schnell sie einsatzbereit sind“, so Hans-Joachim Koch, Leiter der Berufs- und Gesamtfeuerwehr. „In diesem Jahr diente die Übung dazu, das gesamte Führungssystem zu überprüfen.“

Um 18.30 Uhr startete die Übung, bei der die Berufsfeuerwehr Gütersloh, die fünf Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr (Gütersloh, Avenwedde, Isselhorst, Spexard, Friedrichsdorf), die Werkfeuerwehren Miele, Pfleiderer und Mohn Media sowie zwei Fahrzeuge der Löschzüge Verl und Sürenheide im Einsatz waren. Die Feuerwehreinheiten aus Verl waren eingeladen, an der Übung teilzunehmen, weil das erdachte Szenario zum Teil auf Verler Gebiet stattfand. Auch die Fachberatung durch „Wald und Holz NRW“ war durch einen Mitarbeiter der Behörde vor Ort gewährleistet.

Das Übungsszenario sah Folgendes vor: In dem Nadelwald auf Verler Stadtgebiet, zwischen der Autobahn A2 und dem Waldweg in Gütersloh, ist es zu einem Waldbrand gekommen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatte sich das Feuer bereits so rasch ausgebreitet, dass die Flammen nun auf eine Wohnsiedlung überzugreifen drohten. Der Schwierigkeitsgrad und die Belastung für die Einsatzkräfte steigerten sich stetig. In dem Test standen die Flammen so hoch und strahlten eine solche Hitze ab, dass auf dem Waldweg keins der 30 eingesetzten Fahrzeuge stehen konnte. Bedeutete: Wasserwerfer kamen zum Einsatz, die Wege für die Löschwasserversorgung wurden länger und zusätzlich mussten die Häuser der Siedlung gekühlt werden, um Schlimmeres zu verhindern.

Während das alles weitestgehend gelang, kümmerten sich die Feuerwehrleute zeitgleich auch um zwei Dachstuhlbrände, die im Zuge des Waldbrands ebenfalls entfacht worden waren. In der Edith-Stein-Schule wurden die „evakuierten Hausbewohner“, gemimt von rund zwei Dutzend Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, betreut. Und dann hatte der Funkenflug auf der anderen Seite der Siedlung auch noch für weitere Feuer gesorgt. Es war also eine Menge zu tun, zu löschen und durchzuführen. „Das alles ist eine große Herausforderung gewesen“, so Wolfgang Pollmeier, Abteilungsleiter Einsatzorganisation der Berufsfeuerwehr Gütersloh. „Auch die Überlegungen, solch eine Übung zu gestalten, sind aufwendig und verlangen uns immer viel ab, aber der Testeinsatz ist letztlich erwartungsgemäß verlaufen“, so seine Bilanz. „Wir werden die einzelnen Punkte der Übung jetzt noch analysieren und auswerten. So kurz nach der Übung können wir aber schon sagen, dass es auf allen Ebenen, bei der Leitung, Führung und Ausführung, aufschlussreiche Erkenntnisse für uns gegeben hat“, erklärt Pollmeier. Um das genau nachzuhalten, sind während des Übungseinsatzes mit einer Drohne Videoaufnahmen gemacht worden.

Insgesamt dauerte die Übung gut zwei Stunden. Bis alle ihre Sachen wieder zusammengepackt hatten, war es dann schon dunkel. Die Anwohner in Spexard waren im Vorhinein über die Übung informiert worden, die Verkehrsteilnehmer mussten während der Zeit in dem Bereich Spexard etwas Geduld mitbringen. „Danke für das Verständnis! Die Übung unter echten Bedingungen durchzuführen, bringt unseren Einsatzkräften in der Zusammenarbeit für den Ernstfall eine Menge wertvoller Erfahrungen“, sagt Hans-Joachim Koch abschließend.