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02. Mai 2023

Klinikum Gütersloh: 500 Patienten erfolgreich mit dem OP-Roboter operiert

Froh über eine schmerzarme Operation: Manfred Stöhr ist im Klinikum Gütersloh mit Unterstützung des Da Vinci-OP-Roboters operiert worden.
Froh über eine schmerzarme Operation: Manfred Stöhr ist im Klinikum Gütersloh mit Unterstützung des Da Vinci-OP-Roboters operiert worden.

Im Klinikum Gütersloh sind seit Erwerb des Da Vinci-OP-Roboters bereits mehr als
500 Patientinnen und Patienten erfolgreich mit Unterstützung des Roboters
operiert worden. Anders als in vielen anderen Häusern operieren im Klinikum
Gütersloh Experten-Teams aus drei unterschiedlichen Disziplinen mit dem
Roboter.

Manfred Stöhr wird heute von seiner Frau aus dem Klinikum Gütersloh abgeholt. Er hat
sich aufgrund eines Tumors die Prostata entfernen lassen. Sein Hausarzt hatte bei der
Vorsorgeuntersuchung einen erhöhten PSA-Wert festgestellt und eine Gewebeprobe
veranlasst, die den Krebsverdacht bestätigt hat. Statt einer langen Narbe hat Manfred
Stöhr nach der Operation nur sechs kleine Schnitte im Bauch, kleiner als ein Zentimeter.
„Ich bin mit 72 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben im Krankenhaus gewesen und
sehr froh, dass die Operation äußerlich kaum sichtbar ist. Denn jeder Schnitt bedeutet ja
Schmerzen.“

Die Urologinnen und Urologen am Klinikum Gütersloh setzen seit Juli 2021 bei
minimalinvasiven Operationen auf die Unterstützung des Da Vinci-Roboters. Der Roboter
hat vier Arme und kann zehnmal besser sehen als ein menschliches Auge. Durch die
millimetergroßen Schnitte in der Bauchdecke von Manfred Stöhr werden Instrumente,
Licht und Kamera in den Bauchraum eingeführt. Zwei weitere Schnitte sind für den
Assistenten erforderlich, damit er beispielsweise Flüssigkeit absaugen kann.

Die Operierenden bedienen eine Konsole, die ihre Hand- und Fingerbewegungen
millimetergenau auf die Operationsinstrumente des Roboters überträgt. Die vier
Roboterarme besitzen einen deutlich größeren Bewegungsradius als die menschliche
Hand. Das macht diese Operationstechnik besonders gewebeschonend und reduziert den Blutverlust. So haben die Patientinnen und Patienten nach der OP geringere Beschwerden
und genesen schneller. Ein weiterer Vorteil: Dank der der größeren Beweglichkeit können
Organe operiert werden, die vorher offen, also von außen operiert werden mussten. „In
unserem Bereich sind das zum Beispiel Nierenoperationen“, erklärt PD Dr. med. Marcus
Horstmann, Chefarzt der Klinik für Urologie, Uroonkologie, minimalinvasive und robotische
Chirurgie. Dr. Horstmann operiert seit 15 Jahren roboterassistiert und gehört damit in
diesem Bereich zu den erfahrensten Ärzten Deutschlands. Der Arzt sieht das
Operationsfeld dreidimensional und stark vergrößert. „Das ermöglicht uns ein extrem
genaues Steuern der Instrumente“, erklärt er. „Das heißt, wir können noch präziser
operieren. Davon profitieren beispielsweise Krebspatienten, weil wir die Funktionsfähigkeit
der Organe besser erhalten können.“

In der minimalinvasiven Chirurgie hat das Klinikum bereits seit vielen Jahren einen
hervorragenden Ruf. Und das nicht nur in der Urologie, sondern auch auf dem Gebiet der
Viszeralchirurgie, die auf Organe im Bauchraum spezialisiert ist, und in der Gynäkologie.
„Von dieser Erfahrung profitieren wir enorm beim Operieren mit Unterstützung des
Roboters“, so PD Dr. med. Matthias Kapischke, Chefarzt der Klinik für Allgemein-,
Viszeral-, Thorax- und minimalinvasive Chirurgie. Denn in allen drei Bereichen operieren
die Chirurginnen und Chirurgen inzwischen mit Unterstützung des Roboters. „Deshalb
bedeutet das roboterassistierte Operieren einen weiteren Schub für die Tumorchirurgie
bei uns im Haus.“ PD Dr. med. Kapischke und seine Kolleginnen und Kollegen in der
Viszeralchirurgie operieren unter anderem Tumore des Dick- und Enddarmes, des
Magens und der Leber minimalinvasiv mit Unterstützung des Da Vinci Roboters.

Auch in der Gynäkologie haben die Operierenden inzwischen über einhundert
Operationen mit Unterstützung des Roboters durchgeführt: „Mit seiner hochauflösenden
Bildgebung in 3D und der 10-fachen Vergrößerung sorgt er vor allem bei hochpräzisen
gynäkologischen Eingriffen für eine verbesserte Sicht der operierenden Ärzte,“ berichtet
Dr. med. Wencke Ruhwedel, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
am Klinikum Gütersloh. „Wir haben bei der Einführung des Roboters von Anfang an das
Ziel verfolgt, eine große Zahl an Operateuren aus unterschiedlichen Fachrichtungen für
das robotergestützte Operieren auszubilden und den Roboter interdisziplinär zu nutzen.
Darüber hinaus ist die Robotik in mehreren zertifizierten onkologischen Zentren
eingebettet, so bringen wir wissenschaftliche Erkenntnisse und Technik zusammen, davon
profitieren wir und die Patienten“, so Dr. Wencke Ruhwedel.
Manfred Stöhr ist froh, dass er schon nach dem Aufwachen kaum mehr als einen
Muskelkater im Bauchraum von der Operation gespürt hat. Für ihn geht es nach dem
Krankenhaus für drei Wochen in die Reha. „Ich möchte bald wieder fit sein, ich bin
inzwischen Rentner, möchte aber bald wieder meine Aufgaben im Heimatverein
übernehmen.“