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Von Grau zu Grün: Schulhof der Grundschule Avenwedde Bahnhof wird großflächig entsiegelt

04.09.2023

Komplette Asphaltfläche wird zurückgebaut – Outdoor-Klassenzimmer entsteht.

Der Plan für den Baustart liegt bereit. (v.l.) Alexandra Becker (Fördermittelakquise im Fachbereich Umweltschutz), Nina Herrling (Beigeordnete für die Bereiche Bauen, Mobilität und Umwelt) und Johanna Großelümern (im Fachbereich Grünflächen verantwortlich für Außenanlagen an Schulen) schauen sich an, wie der Schulhof der Grundschule Avenwedde Bahnhof in Zukunft aussehen wird.
Der Plan für den Baustart liegt bereit. (v.l.) Alexandra Becker (Fördermittelakquise im Fachbereich Umweltschutz), Nina Herrling (Beigeordnete für die Bereiche Bauen, Mobilität und Umwelt) und Johanna Großelümern (im Fachbereich Grünflächen verantwortlich für Außenanlagen an Schulen) schauen sich an, wie der Schulhof der Grundschule Avenwedde Bahnhof in Zukunft aussehen wird.

Was jetzt noch wie eine graue Asphaltwüste anmutet, soll sich ab Herbst zu einer grünen Spieloase verwandeln: Die Stadt Gütersloh wird den Schulhof der Grundschule Avenwedde Bahnhof klimaangepasst entsiegeln und umgestalten. Dafür soll die gut 2300 Quadratmeter große Fläche zunächst komplett vom Asphalt befreit und anschließend begrünt werden. Das Ziel der fachbereichsübergreifend geplanten Maßnahme ist es, den Anteil der versiegelten Flächen deutlich zu reduzieren und somit die Hitzeeinwirkung in den Sommermonaten auf die Kinder, die zu den besonders vulnerablen Personengruppen zählen, zu verringern. Durch die Entsiegelung soll auch der Regenwasserrückhalt verbessert werden, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Abwassersysteme sollen entlastet und Folgen von Starkregenereignissen abgemildert werden.

Der Umbau wird durch das NRW-Landesministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr gefördert. Von den Gesamtkosten in Höhe von 440.000 Euro übernimmt das Land gut 275.000 Euro und damit mehr als 60 Prozent der Investition. Zu verdanken ist die Zusage insbesondere der Fördermittelakquise der Stadt, die von Beginn an in den Prozess eingebunden war und maßgeblich bei der Suche nach passenden Förderprogrammen unterstützt hat.

„Derzeit besteht der Schulhof zwischen dem Schulgebäude und der Turnhalle zu rund 80 Prozent vorwiegend aus Asphalt“, so Nina Herrling, Beigeordnete für Bauen, Mobilität und Umwelt. „Nach dem Umbau soll der Anteil der notwendig versiegelten Flächen lediglich 36 Prozent betragen.“ Diese Bereiche werden vorgehalten als Bewegungs- und als Aufstellflächen für unter anderem Feuerwehrfahrzeuge sowie zur Belieferung von Holzhackschnitzeln zum Betrieb der zentralen Heizungsanlage der Grundschule.

„Die Entwicklung neuer, langfristiger Schattenplätze durch die Neupflanzung von Bäumen, eine naturnahe, extensive Begrünung und die Anlage von Heckenelementen sind Kernpunkte der Planung“, erläutert Nina Herrling. Zukünftig entsteht auch ein grünes Outdoor-Klassenzimmer als Lernort im Freien. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden vorhandenes, intaktes Mobiliar und Spielgeräte, wie Tisch-Sitzbank-Elemente, Fahrradständer, die bestehende Balancier-Seilkombination, eine Balancierbrücke und Natursteinbrocken wiederverwendet. Bei der Umgestaltung werden vorwiegend naturnahe Materialien verbaut und die gesamte Fläche wird möglichst barrierefrei gestaltet.

Die Schulhofsanierung wird von September bis Jahresende durch ein externes Planungsbüro umgesetzt und umfasst mehrere Phasen. „Dabei wird darauf geachtet, dass die Entsiegelung des Schulhofs fachgerecht und nachhaltig erfolgt, um langfristige positive Effekte zu erzielen“, betont die Dezernentin Nina Herrling. Zunächst wird die gesamte Asphaltfläche zurückgebaut und die entsiegelten Flächen werden begrünt, durch vorrangig standortgerechte, möglichst heimische und trockenheitsresistente Pflanzenarten. Wegeflächen aus Drainfugen-/Ökopflaster werden angelegt, ebenso wie offene Flächen aus Sand oder Holzhackschnitzeln. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem Erhalt der vorhandenen Bäume und der Optimierung der Baumstandorte. Ein Hochbeet an einer Bestands-Linde soll erweitert und zusätzlich sollen fünf neue stadtklimaresistente Bäume gepflanzt werden, um die grüne Umgebung des Schulhofs weiter zu verbessern.

Durch die Anlage diverser Vegetationsflächen werden Biotoptrittsteine geschaffen, die dem Erhalt und der Förderung der Biodiversität dienen. Diese Forderung ergibt sich aus dem „Biodiversitätsprogramm der Stadt Gütersloh“ aus dem Jahr 2015, das schrittweise umgesetzt wird. Mit der Umsetzung des „Maßnahmenplans Klimafolgenanpassung“ verfolgt die Stadt Gütersloh zudem seit 2021 umfangreiche Ziele für ein klimaangepasstes Handeln. Zentral sind darin unter anderem die Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen sowie der Erhalt und die Neupflanzung von klimaresilientem Baumbestand an öffentlichen Gebäuden und Flächen.

„Die Entsiegelung des Schulhofs ist ein wichtiger Schritt, um die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen zu verbessern“, erklärt Herrling und ergänzt: „Die Förderung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW ist eine große Unterstützung für die Umsetzung der Maßnahme. Die Entsiegelung des Schulhofs leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimawandelvorsorge und zur Schaffung einer nachhaltigen Umgebung für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Avenwedde Bahnhof.“