14. Juli 2025
Politische Teilhabe von Menschen mit internationaler Familiengeschichte stärken
Chancengerechtigkeit und Integration stehen bei Mitgliederversammlung des Landesintegrationsrates NRW in Düsseldorf im Mittelpunkt.

Kürzlich fand die Mitgliederversammlung des Landesintegrationsrates NRW in Düsseldorf statt. Mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 104 Integrationsräten und sieben Integrationsausschüssen kamen dabei zusammen. Den Gütersloher Integrationsrat vertraten neben seinem Vorsitzenden Nabil Anni die Mitglieder Bayan Shibli, Irina Scheit sowie Magdalena Altuntas. Im Vordergrund der diesjährigen Mitgliederversammlung standen die am 14. September anstehenden Integrationsratswahlen und Kommunalwahlen sowie die Novellierung des § 27 Gemeindeordnung NRW. Letztere tritt voraussichtlich am 1. November in Kraft und beinhaltet unter anderem die Zusammenführung der bisherigen Integrationsräte und Integrationsausschüsse zu einem einheitlichen Gremium mit dem Namen „Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration“. Der neue Name stellt heraus, was die zentralen Schwerpunkte der Arbeit sind: Viele Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind in Deutschland aufgewachsen oder leben hier seit Jahrzehnten – d.h. sie benötigen keine Integration, sondern Chancengerechtigkeit, bestehend aus der Bekämpfung von struktureller Diskriminierung, einer diversitätssensiblen Öffnung von Institutionen sowie einem offenen Arbeits- und Ausbildungsmarkt.
Eine besondere Ehre war die Teilnahme von Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. „Nordrhein-Westfalen ist ein Einwanderungsland. Unsere Geschichte ist geprägt von Einwanderung, unsere Identität geprägt von gelebter Vielfalt“, so Wüst in seinem Vortrag. „Auch heute investieren wir in geregelte Integration, denn wir benötigen Fachkräfte und dafür müssen die Menschen, die dauerhaft bei uns bleiben können, noch schneller auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft ankommen. Die Integrationsräte vor Ort und der Landesintegrationsrat leisten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement einen unverzichtbaren Beitrag dazu. Sie sind ein sichtbares Zeichen für gelungene Integration und demokratische Teilhabe.“
Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte der Landesintegrationsrat zudem die Ergebnisse einer Umfrage zur Stärkung der Integrationsarbeit vor Ort. Diese zeigt, dass über die Hälfte der Teilnehmenden sich auch eine Kandidatur bei den kommenden Wahlen vorstellen kann: ein deutliches Signal für ein langfristiges Engagement der Beteiligten und ein klarer Wunsch nach politischer Teilhabe. Der Vorsitzende des Landesintegrationsrates, Tayfun Keltek, sagte abschließend: „Unsere Perspektiven, unsere Sprachen, unsere Erfahrungen sind ein selbstverständlicher Bestandteil der Gesellschaft und kein Hindernis für Integration. Ich rufe daher alle Wahlberechtigten für die Integrationsrats- und die Kommunalwahl auf, am 14. September ihre Stimme abzugeben.“