05. Mai 2025
Zum Tag der Vielfalt: Volkshochschule will Spiegel der Gesellschaft sein
Mittwoch, 7. Mai, ist die VHS mit einem Stand auf dem Berliner Platz vertreten - Charta der Vielfalt unterzeichnet.

„Bildung für alle“, so lautet das Credo der Volkshochschulen. In Gütersloh gibt es seit einigen Jahren besondere Bestrebungen, diesem Leitsatz gerecht zu werden. So hat es der Bereich „Diversität“ mit einer eigenen Überschrift in das Programmheft der VHS geschafft. Zunehmend werden Veranstaltungen angeboten, die über verschiedene Diskriminierungsformen aufklären. Dabei wird deutlich: Vielfalt bedeutet nicht nur den Einbezug von Frauen oder von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, sondern auch etwa von Menschen mit Behinderung, armutsbetroffenen Menschen und der LGBTIQ-Community. Die VHS möchte außerdem benachteiligte Zielgruppen besonders ermutigen, Bildungsangebote wahrzunehmen. Dazu hat sie sich beispielsweise 2023 am Programm Urban Xchange beteiligt und führt aktuell das Projekt „Gütersloh klärt auf – Gesundheitskompetenz erweitern“ durch.
Um Vielfalt auch strukturell in der Volkshochschule zu verankern, ist die stellvertretende Leiterin Dr. Mariella Gronenthal in den Diversitätsrat des Landesverbands der Volkshochschulen in NRW entsandt. Das Gremium besteht aus 14 Vertreterinnen und Vertretern von Volkshochschulen aus allen fünf Regierungsbezirken und hat die Aufgabe, die Diversity-Strategie des VHS-Landesverbands in konkrete Vorhaben zu übersetzen. „Diese Arbeit macht mir nicht nur sehr viel Freude, sondern ist auch inspirierend für unser Wirken hier vor Ort,“ so Gronenthal. „Wir wollen, dass sich wirklich alle Menschen, die in Gütersloh leben, bei uns in der VHS willkommen fühlen. Dafür müssen wir stetig unsere Arbeitsweisen hinterfragen, um Barrieren zu erkennen und abzubauen.“
Nun hat der Landesverband auf Initative des Rats die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Der Verband, dem 131 Volkshochschulen in Trägerschaft der Kommunen angehören, bekennt sich damit zu einer Organisationskultur, die der gesellschaftlichen Vielfalt auch innerhalb der Einrichtungen Rechnung trägt. „Kein anderer Weiterbildungsanbieter hält ein so vielfältiges Programmangebot bereit wie die Volkshochschulen. ‚Bildung für alle‘ ist für die Volkshochschulen ein zentrales Prinzip. Deshalb ist es wichtig, dass auch unsere Teams aus Programmplanenden und Kursleitenden vielfältig zusammengesetzt sind, damit wir inhaltlich und didaktisch verschiedene Perspektiven und Bildungsbedürfnisse noch besser berücksichtigen können“, sagt Klaus Hebborn, Präsident des VHS-Landesverbands.
In dem Dokument heißt es: „Wir sind überzeugt: gelebte Vielfalt und Wertschätzung dieser Vielfalt haben eine positive Auswirkung auf unsere Organisation und auf die Gesellschaft in Deutschland.“ Die Volkshochschulen in NRW wollen ein wertschätzendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden ungeachtet ihres Alters, ihrer Herkunft, ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer Fähigkeiten, sozialen oder kulturellen Hintergründe oder ihrer Religion und Weltanschauung schaffen – ganz so, wie es auch für das Programmangebot und die Ansprache unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen gilt.
Diesem Ziel fühlt sich auch die VHS in Gütersloh verpflichtet. Langjährige Kooperationen etwa mit der Frauenberatungsstelle oder neuere wie mit dem VKM – Für Menschen mit Förderbedarf ermöglichen Bildungsangebote für Menschen, für die es im Bildungswesen mitunter hohe Hürden gibt. Am Mittwoch, 7. Mai, wird die VHS außerdem mit einem Stand zum Tag der Vielfalt auf dem Berliner Platz vertreten sein. Und auch der Diversitätsrat ist in Kürze zu Gast in Gütersloh: Auf seine Initiative hat der VHS-Landesverband ein Projekt konzipiert, in dem VHS-Mitarbeitende und Kursleitende darin fortgebildet werden sollen, Diversitätskriterien in ihrer Arbeit stärker zu berücksichtigen. Teilnehmende sollen darin bestärkt werden, ihre diversen Positionen offensiver zu vertreten und sich gegen Diskriminierung zu wehren. „So tragen wir den Vielfaltsgedanken auch in unser Team, das neben den städtischen Mitarbeitenden ja auch rund 300 Dozierende umfasst“, erläutert Mariella Gronenthal.