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Archiv

19. Februar 2026

Altbau-Beispiel macht Mut zum Heizungstausch

Hausbesitzende können sich beim Wärmepumpen-Infotag am Dienstag, 3. März, in der Stadthalle über die Möglichkeiten informieren.

Seit Ende Mai 2025 beheizen Hans-Hermann Strandt und Ingrid Tiedtke-Strandt ihren Altbau von 1890 mit einer Luft-Wärmepumpe, die im Vorgarten steht.
Seit Ende Mai 2025 beheizen Hans-Hermann Strandt und Ingrid Tiedtke-Strandt ihren Altbau von 1890 mit einer Luft-Wärmepumpe, die im Vorgarten steht.

Wie gut der Umstieg auf eine Wärmepumpe in einem älteren Gebäude funktionieren kann, erleben Hans-Hermann Strandt und Ingrid Tiedtke-Strandt seit Ende Mai 2025 in ihrem Altbau von 1890 – mit klassischen Heizkörpern und einer Luft-Wärmepumpe. „Am Anfang hat man natürlich Respekt: Wird das sehr teuer und kriegen wir den Anbau mit der hohen Decke überhaupt warm?“, so die 73-jährige Ingrid Tiedtke-Strandt. Doch das Ergebnis lässt sich sehen – und fühlen. „Wir haben durchgehend angenehme 21 Grad in der Wohnung – manchmal müssen wir die Heizung sogar eher etwas runter regulieren. Und die Wärme ist jetzt viel gleichmäßiger.“ Das Ehepaar hatte das Haus vor 18 Jahren bereits energetisch saniert, denn, so Hans-Hermann Strandt, „wer heizt schon gerne ein Zelt – unabhängig von der Heizungsform?“ Die beauftragte Fachfirma erstellte eine Heizlastberechnung für das gesamte Haus. Am Ende blieb fast alles wie gewohnt: Nur im Wintergarten kam ein zusätzlicher Heizkörper mit Gebläse hinzu und beim hydraulischen Abgleich wurden einige Heizungsventile ausgetauscht. Der 72-jährige Hans-Hermann Strandt betont: „Viele haben die Sorge, dass eine Wärmepumpe in ihrem Zuhause technisch nicht funktionieren würde, aber wir können sagen: Die Technik ist sehr ausgereift und effizient. Mit dem richtigen Unternehmen an der Seite und einer guten Vorab-Beratung konnten auch unsere eigenen Zweifel schnell ausgeräumt werden.“

Eine Möglichkeit genau dafür bietet am Dienstag, 3. März, der Wärmepumpen-Infotag der Stadt Gütersloh. Ab 16 Uhr bieten ein Beratungsmarathon und Vorträge die Gelegenheit, sich individuell zu Fördermöglichkeiten und den Optionen für das Eigenheim zu informieren. Der Eintritt ist frei.

Die Umstellung auf die Luft-Wärmepumpe im Altbau der Strandts von 1890 lief reibungslos – tatsächlich heizungslos waren sie nicht mal einen ganzen Tag.
Die Umstellung auf die Luft-Wärmepumpe im Altbau der Strandts von 1890 lief reibungslos – tatsächlich heizungslos waren sie nicht mal einen ganzen Tag.
Auch die Strandts haben sich vor dem Umbau informiert – mit Videos, Beratungsangeboten von Stadt und Kreis und konnten im Nachgang feststellen: Der Einbau lief überraschend unkompliziert. Insgesamt hat der Prozess für die Installation der Wärmepumpe etwa zwei Wochen in Anspruch genommen. Heizungslos waren sie davon aber nur einen Tag. „Morgens konnten wir noch heiß duschen, dann wurde die alte Heizung ausgebaut, und am Abend lief die Wärmepumpe wieder – Profis wissen, wie man es macht“, berichten die Strandts. Und das oft diskutierte Thema Geräusch? „Draußen hört man sie nur ganz leise, wenn gerade kein Auto vorbeifährt und man wirklich genau hinhört, und drinnen hört man gar nichts – da war unsere alte Gastherme lauter.“ Die gab auch den Ausschlag für den Wechsel, denn in den beiden Jahren zuvor wies sie wiederholt Störungen auf, deren Behebung teuer war. „Da wird man doch nachdenklich“, berichtet Hans-Hermann Strandt. „Und die Heizung geht immer im Winter kaputt, nie im Sommer – das ist Murphys Gesetz. Und dann auch noch freitagabends – genau so war es bei uns auch.“ Den Förderantrag für die Wärmepumpe stellten die Strandts am 24. Dezember 2024. Überrascht und begeistert waren sie dabei von der einfachen Handhabung des Antrags – übersichtlich, wenig bürokratisch, alles digital. Und das Beste: „Die Zusage kam direkt nach dem Abschicken – unser Weihnachtsgeschenk sozusagen.“ Die Auszahlung kam nach vorliegender Rechnung schon gut zwei Wochen später.
Eine Sorge der Strandts: Dass der Wintergarten mit der hohen Decke und den zweifach verglasten Fenstern im Winter nicht warm wird. Ein zusätzlicher Heizkörper mit Gebläse (links im Bild) hat hier Abhilfe geschaffen.
Eine Sorge der Strandts: Dass der Wintergarten mit der hohen Decke und den zweifach verglasten Fenstern im Winter nicht warm wird. Ein zusätzlicher Heizkörper mit Gebläse (links im Bild) hat hier Abhilfe geschaffen.

Der Betrieb der Anlage ist inzwischen weitgehend digital organisiert. „Es wird alles per Fernwartung überwacht. Als es einmal einen technischen Fehler gab, wurde der schnell und unkompliziert per Fernwartung behoben“, so Hans-Hermann Strandt. Die Anlage ist hocheffizient: Der COP-Wert („Coefficient of Performance“), der das Verhältnis von erzeugter Wärmeenergie zu eingesetztem Strom angibt, liegt mit der neuen Wärmepumpe bei ca. 4,8 – d.h. aus 1 kWh Strom werden 4,8 kWh Wärme erzeugt. Im Vergleich: Eine Gastherme kommt hier nur auf einen Wert knapp unter 1. Zugleich sparen die Strandts einiges an Geld, wie Hans-Hermann Strandt berichtet: „Gegenüber der Gastherme müssen wir jetzt grob gerechnet etwa 40 Prozent weniger Energie kaufen für die Heizung.“ Der Rat, den die Strandts an andere Hausbesitzende weitergeben möchten: „Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und schauen Sie nicht nur auf die Kosten. Wichtig ist auch, wo Sie das sicherste Gefühl haben. Wer strahlt Kompetenz aus und steht hinter seiner Arbeit?“

Wer dem Beispiel der Strandts folgen und sich über die Möglichkeiten einer Wärmepumpe für das eigene Haus informieren möchte, ist am Dienstag, 3. März, herzlich im großen Saal der Stadthalle Gütersloh beim Wärmepumpen-Infotag willkommen. Um 16 Uhr startet ein Beratungsmarathon, bei dem auf individuelle Fragen eingegangen wird, ab 18 Uhr folgen Vorträge. Energiesparkommissar Carsten Herbert informiert gemeinsam mit Anja Floetenmeyer-Woltmann, Wärmepumpen-Beirätin der EU-Kommission, herstellerunabhängig zu Heizungstausch, Fördermitteln und rechtlichen Rahmenbedingungen. Lokale Installationsbetriebe sind vor Ort, der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.