05. Mai 2026
Lesen gegen das Vergessen: Stimmen der Erinnerung in Wort und Musik
Veranstaltung am 9. Mai in der Martin-Luther-Kirche verbindet Lesung, Musik und Gedenken.

Vergessen ist keine Option: Auch in diesem Jahr lädt die Veranstaltung „Lesen gegen das Vergessen“ dazu ein, sich mit historischen und aktuellen Formen von Ausgrenzung, Verfolgung und Widerstand auseinanderzusetzen. Unter dem Titel „Junge Menschen erleben den Faschismus“ verbindet das Programm am Samstag, 9. Mai, von 11 Uhr bis 13 Uhr, Lesung und Musik.
Im Mittelpunkt stehen Texte von Autorinnen und Autoren wie Ruth Werner, Ilse Losa, Hannah Arendt, Ruth Klüger und Hildegard Knef. Ergänzt werden sie durch bewegende Dokumente, darunter der letzte Brief von Cato Bontjes van Beek, Erinnerungen eines Überlebenden des Massakers von Oradour-sur-Glane sowie aktuelle Stimmen aus dem Buch „Unser Schmerz ist unsere Kraft“, in dem Angehörige von Opfern rechtsextremer Gewalt zu Wort kommen. Die Auswahl spannt einen Bogen von der Zeit des Nationalsozialismus über Nachkriegserfahrungen bis in die Gegenwart. Sie verdeutlicht: Erinnern ist keine rückwärtsgewandte Aufgabe, sondern ein Auftrag für heute – aktueller denn je.
Gelesen werden die Texte von engagierten Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlichen Alters. Mitwirkende sind unter anderem Mitglieder des Seniorenbeirats, Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Initiativen wie den „Omas gegen Rechts“, Schülerinnen der Anne-Frank-Gesamtschule sowie weitere Beteiligte aus der Stadtgesellschaft. Kurze Einführungen der Lesenden geben den Texten einen persönlichen Rahmen.
Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Felix Janßen-Müller, Musiklehrer an der Anne-Frank-Schule und Cellist. Werke von Johann Sebastian Bach, Ernest Bloch und Paul Casals sowie eine zeitgenössische Komposition von Veit Erdmann-Abele werden gespielt. Ein gemeinsames Friedensgebet um 12 Uhr sowie das Glockenläuten setzen einen bewussten Moment des Innehaltens.
Die vom Fachbereich Kultur der Stadt Gütersloh organisierte Veranstaltung findet bereits zum achten Mal statt. Sie versteht sich als offenes Forum des Erinnerns und Gedenkens und möchte zur Auseinandersetzung mit aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus und gesellschaftlicher Ausgrenzung anregen. Begleitend präsentiert die Stadtbibliothek einen thematischen Büchertisch. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.