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23. April 2026

Kontakt zu Eichenprozessionsspinnern meiden

Abstandhalten ist das wichtigste Gebot – Nester melden unter www.stadt.gt/prozessionsspinner.

Gespinste des Eichenprozessionsspinners
Gespinste des Eichenprozessionsspinners

Der Eichenprozessionsspinner – kurz EPS genannt – wird sich in diesem Jahr erneut in weiten Teilen des Gütersloher Stadtgebiets verbreiten. Als Ursache gilt der menschengemachte Klimawandel, der die Ausbreitung der Art seit den 1990er Jahren begünstigt. Inzwischen hat sich der Eichenprozessionsspinner flächendeckend in der Region etabliert. Besonders stark betroffen waren in Gütersloh im letzten Jahr Straßenzüge mit altem Eichenbestand, vom Stadtring und der Buschstraße über die Hans-Böckler-Straße bis hin zur Sundernstraße. Insgesamt gibt es kaum einen Bereich im Stadtgebiet, in dem Eichen nicht vom Eichenprozessionsspinner befallen sind. Daher ist die Stadt auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen: Standorte von Nestern können unkompliziert über das Online-Portal auf der städtischen Webseite gemeldet werden.

Gemeldete Standorte werden durch die zuständige Fachstelle geprüft und fließen in die laufende Einsatzplanung ein. Eine möglichst genaue Ortsangabe und idealerweise ein Foto des Nestes oder der gefundenen Raupe hilft beim Bearbeitungsprozess. Wo ein erhöhtes Risiko vorliegt, beispielsweise an Schulen oder Kindergärten, kommt ein spezialisierter Fachbetrieb zum Einsatz, der die Raupen professionell mittels Absaugung entfernt. Da eine Entfernung an allen befallenen Standorten jedoch zu aufwändig und zu teuer wäre, appelliert die Verwaltung an alle Bürgerinnen und Bürger, umsichtig mit der saisonal wiederkehrenden Gefahr umzugehen. Das heißt vor allem: Abstand zu befallenen Eichen und sichtbaren Nestern zu halten, Raupen und Gespinste nicht zu berühren, Kinder zu informieren und vom Spielen unter betroffenen Eichen abzuhalten und auch Haustiere konsequent von betroffenen Bereichen fernzuhalten. Bei Symptomen nach Kontakt wie Hautausschlägen mit Schwellungen, Juckreiz und Pusteln (sogenannte Raupendermatitis), schmerzhaften Augenreizungen sowie Atembeschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Auslöser für solche Beschwerden sind die mikroskopisch feinen Brennhaare der EPS-Raupen, die den Giftstoff Thaumetopoein enthalten. Die Härchen sind mit bloßem Auge kaum sichtbar, besitzen aber Widerhaken, mit denen sie sich in Haut und Schleimhäuten festsetzen und abbrechen. Die Haare können sich durch Wind vom Nest lösen und noch lange nach dem Absterben der Raupen ihre Wirkung entfalten. Im Normalfall verlassen die Raupen ihr Nest nur nachts, um zu fressen. Bei Starkregen oder starkem Wind können sie allerdings vom Baum herunter gespült oder geweht werden und sind dann auch am Boden anzutreffen. Auch in diesem Fall gilt: Abstand halten.

Im Stadtgebiet treten parallel auch Gespinstmotten auf. Ihre auffälligen weißen Gespinste sorgen regelmäßig für Verunsicherung und führen häufig zu Verwechslungen mit dem Eichenprozessionsspinner. Der entscheidende Unterschied: Der Eichenprozessionsspinner befällt ausschließlich Eichen und bildet charakteristische, graubraune Nester mit seidig glänzenden Gespinsten am Stamm oder in Astgabeln. Gespinstmotten hingegen befallen vor allem Obstgehölze, Weißdorn oder Pfaffenhütchen und spinnen ganze Äste oder Strauchabschnitte in weiße Gespinste ein. Eine Meldung oder Bekämpfung ist bei Gespinstmotten nicht erforderlich, da von ihnen keinerlei gesundheitliche Gefahr für Menschen oder Tiere ausgeht.