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Erfolg bei der Operation von Gebärmutterhalskrebs

31.01.2022

Gynäkologische Krebszentrum am Klinikum Gütersloh.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 5000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 1600 sterben daran. Das Gynäkologische Krebszentrum am Klinikum Gütersloh hat im Rahmen einer multizentrischen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Kimmig von der Universitätsfrauenklinik Essen gezeigt, wie mit der TMMR-Operationstechnik die Heilungschancen deutlich verbessert werden können.

Die Publikation im renommierten Journal of Gynaecological Oncology belegt die Bedeutung der Studienergebnisse für die Behandlung von Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs. „Die TMMR, also die mesometriale Resektion, ist nicht nur eine besonders nervenschonende, sondern auch sehr erfolgsversprechende Operationstechnik“, sagt Chefärztin Dr. Wencke Ruhwedel, Mitautorin der Studie, die bereits seit 2010 die TMMR erfolgreich operiert. „Die Heilungsrate beträgt ca. 90% und ist damit der derzeitigen Standardoperation überlegen. Die Heilungsrate ist definiert als ein Überleben ohne ein Wiederauftreten der Krankheit innerhalb von fünf Jahren.

„Ein weiterer großer Vorteil ist: Die Patientinnen benötigen nach der OP keine adjuvante Strahlentherapie, wie sie sonst bei zusätzlichen Risikofaktoren üblich ist“, so Chefärztin Dr. Wencke Ruhwedel.

Die TMMR-Operationstechnik wurde bereits vor mehr als 20 Jahren an der Universitätsfrauenklinik Leipzig von Prof. Dr. med. Michael Höckel entwickelt. Die Ergebnisse, die Prof. Michael Höckel mit seinem Team in der Universitätsfrauenklinik Leipzig mit ca. 500 Patientinnen im Vergleich zur herkömmlichen Operations-Methode erzielt hat, können jetzt erstmals klinikübergreifend belegt werden. Die erste multizentrische Studie mit 116 Patientinnen bestätigt die exzellenten Überlebensdaten und die größere postoperative Lebensqualität zum jetzigen Zeitpunkt vollumfänglich. An der Studie haben neben dem Klinikum Gütersloh auch die Universitätsfrauenkliniken in Dresden, Essen und Zürich teilgenommen. Die TMMR erreicht in bestimmten Köperregionen Kontrollraten, die herkömmlichen Methoden überlegen sind. Bei der derzeitigen Standardoperation werden zudem häufig Nerven verletzt, die die Blasen-, Enddarm- und Vaginalfunktionen regulieren. Bei der TMMR-Methode, bei der Blase und Darm unberührt bleiben, liegt die behandlungsbedingte Morbidität dagegen nur bei ca. 9 Prozent.

Die neue Operationsmethode, die auch in den medizinischen Leitlinien zur Behandlung von Gebärmutterhals-Karzinomen aufgenommen wurde, basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Tumorausbreitung im menschlichen Gewebe: Demnach wächst der Gebärmutterhalskrebs nicht ziellos nach allen Seiten gleichzeitig, sondern zunächst nur in den Gewebestrukturen entlang embryologisch vorgegebener Wege, die bereits beim ungeborenen Kind im Mutterleib, sind. Für den Erfolg der Operation ist deshalb nicht entscheidend, dass man beim Entfernen des Tumors rundherum einen Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe einhält, sondern dass man den Tumor in genau diesen Gewebestrukturen entfernt.

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