12. November 2025
Erfolgreiche erste Demokratiekonferenz
70 Bürgerinnen und Bürger tauschen sich zusammen mit Experten Konzepte aus, um Diskriminierung und Demokratiefeindlichkeit vorzubeugen.



Die Demokratie in Deutschland steht zunehmend unter Druck. Radikale Kräfte versuchen, demokratische Grundwerte zu unterwandern. Wie es um die Demokratie in Gütersloh bestellt ist, war Thema der ersten Demokratiekonferenz am Freitag, 7. November, in der Aula der Janusz-Korczak-Gesamtschule. „Schulen sind Schlüsselorte der Demokratie“, so Henning Matthes, Beigeordneter für die Bereiche Soziales und Schule. „Hier begegnen sich täglich Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen – ideal für Dialog und praktische Demokratiebildung.“
Rund 70 Gütersloherinnen und Gütersloher folgten einer gemeinsamen Einladung der Stadt und der Falken und entwickelten in Workshops Ideen zur Stärkung demokratischer Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalts. Konkret ging es um drei Fragen zur lokalen Station: Wo werden in Gütersloh demokratiefeindliche oder diskriminierende Entwicklungen festgestellt? Welche Schritte können angestoßen werden, um dem entgegen zu wirken? Was stärkt die demokratische Kultur vor Ort? Dabei flossen eigene Erfahrungen aus dem Alltag in der Stadt in die Bestandsaufnahme mit ein.
Begleitet wurde das Format von Prof. Dr. Sebastian Kurtenbach. Der Politikwissenschaftler von der Fachhochschule (FH) Münster erklärte in einem Impulsvortrag, wo er aktuelle Herausforderungen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland, NRW und Gütersloh sieht. „Demokratie beginnt dort, wo Menschen sich begegnen. Leute treffen sich im lokalen. Deshalb ist die Demokratiekonferenz so wichtig.“ Nach dem wissenschaftlichen Input gingen die Teilnehmenden in Workshops und erarbeiteten Konzepte.
Initiiert wurde die erste Demokratiekonferenz Güterslohs im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in Gütersloh. Das Projekt wurde Anfang 2025 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ ins Leben gerufen und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Partnerschaft für Demokratie setzt sich dafür ein, demokratisches Engagement und Vielfalt zu fördern sowie gemeinsam Strategien gegen Extremismus, Diskriminierung und Ausgrenzung zu entwickeln.
Henning Matthes, Beigeordneter für den Bereich Soziales, zeigte sich nach der Konferenz mit dem Ergebnis zufrieden: „Schön, dass die Resonanz so groß war. Teilnehmende aus unterschiedlichen Bereichen der städtischen Zivilgesellschaft haben sich eingesetzt und eine rege Diskussion geführt. Mitorganisatorin Claudia Lehmann (Koordinierungs- und Fachstelle Jugendverband SJD – Die Falken (Kreisverband Gütersloh)) ergänzt: „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit den Ergebnissen die wir erarbeitet haben auch weiterkommen.“
Die Ergebnisse der Konferenz fließen in die laufende Situations- und Ressourcenanalyse für Gütersloh ein. Eine Art Bestandsaufnahme. Diese wird Grundlage für zukünftige Maßnahmen und Handlungsempfehlungen sein. Das Projekt ist für acht Jahre angelegt. Die nächste Demokratiekonferenz wird im kommenden Jahr stattfinden.