30. Juni 2026
Junge Menschen wünschen sich mehr Treffpunkte in Gütersloh
Knapp 1.800 Kinder und Jugendliche haben sich an der Jugendbefragung 2026 beteiligt – Ergebnisse fließen in die Fortschreibung des Kinder- und Jugendförderplans ein.
Was brauchen Kinder und Jugendliche in Gütersloh? Wo verbringen sie ihre Freizeit? Welche Angebote kennen sie – und wie möchten sie beteiligt werden? Antworten darauf gibt die diesjährige Jugendbefragung, die die Abteilung Kinder- und Jugendförderung im Rahmen der Fortschreibung des Kinder- und Jugendförderplans durchgeführt hat. Die Onlinebefragung lief vom 28. April bis zum 10. Mai über die Plattform Beteiligung.NRW. Insgesamt haben sich knapp 1.800 Kinder und Jugendliche an der Umfrage beteiligt.
Ein zentrales Ergebnis: Viele junge Menschen wünschen sich mehr Treffpunkte in Gütersloh. Rund 58 Prozent der Befragten nannten „mehr Orte zum Treffen“ als eine der wichtigsten Prioritäten. Auch bei den offenen Antworten spielte dieses Thema eine große Rolle. Genannt wurden vor allem wettergeschützte, nicht-kommerzielle, gut erreichbare und akzeptierte Aufenthaltsorte. Auch die Sport- und Outdoorangebote könnten laut Umfrage verbessert werden.
„Die Rückmeldungen zeigen sehr deutlich: Junge Menschen wünschen sich Orte, an denen sie sich treffen, Zeit miteinander verbringen und einfach sie selbst sein können, ohne etwas kaufen zu müssen“, so Henning Matthes, Beigeordneter für die Bereiche Bildung, Jugend, Soziales und Sport. „Genau solche Räume sind wichtig für ein gutes Miteinander in unserer Stadt. Für uns ist das ein klarer Auftrag, diese Wünsche bei der Weiterentwicklung unserer Angebote und Treffpunkte mitzudenken und junge Menschen dabei aktiv einzubeziehen.“
Auch die Bekanntheit bestehender Angebote wurde abgefragt. Knapp 94 Prozent der Teilnehmenden kennen das Angebot der Schulsozialarbeit. Auch die Ferienspiele kennen die Befragten mit rund 80 Prozent, die Übergangscoaches beziehungsweise die Jugendberufshilfe mit 63 Prozent – in der hauptsächlichen Zielgruppe der 16- bis 20-Jährigen liegt der Wert sogar bei rund 92 Prozent. Die Jugendtreffs haben mit einem Wert von 61 Prozent abgeschnitten und das Jugendparlament mit knapp 60 Prozent. Nachtsport und Streetsoccer sind knapp 21 Prozent der Teilnehmenden bekannt. Rund 47 Prozent der Befragten gaben an, mindestens eines der genannten Angebote bereits genutzt zu haben.
Bei der Frage, wo Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen, wurde mit 76 Prozent vor allem das Zuhause, zu 60 Prozent Freundinnen und Freunde sowie mit 60 Prozent Orte draußen oder in der Stadt genannt. Darauf folgten mit 37 Prozent der Sportverein und mit 34 Prozent online. Etwa neun Prozent nannten Jugendtreffs als hauptsächlichen Freizeitort. Die Befragung zeigt zudem, dass Beteiligung aus Sicht vieler junger Menschen noch ausbaufähig ist. Rund 24 Prozent fühlen sich bei Entscheidungen, die junge Menschen betreffen, voll oder eher einbezogen. Als bevorzugte Beteiligungsformen nannten die Befragten vor allem Onlineformate wie Plattformen oder Apps sowie Beteiligung über die Schulen.
„Die Teilnahme an der Jugendbefragung war freiwillig. Sie liefert durchaus starke inhaltliche Anhaltspunkte für die weitere Entwicklung der Kinder- und Jugendförderung in Gütersloh“, so Ines Lehn, Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendförderung und stellvertretende Leitung des Fachbereichs Jugend und Familie. „Junge Menschen haben klar benannt, was ihnen wichtig ist: Treffpunkte, Beteiligung und gute Informationen. Diese Rückmeldungen nehmen wir mit in die Fortschreibung des Kinder- und Jugendförderplans.“
Eine detaillierte Präsentation der Umfrageergebnisse erfolgt am Donnerstag, 9. Juli, ab 17 Uhr im Jugendhilfeausschuss, der auch per Livestream verfolgt werden kann unter www.politik.guetersloh.de.
Weitere Informationen zur Kinder- und Jugendförderung der Stadt Gütersloh gibt es online auf der städtischen Webseite zur Kinder- und Jugendförderung.