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28. August 2025

„Die Geschichte hat mich herausgefordert zur Verantwortung und diese ist niemals abgeschlossen“

Stadt Gütersloh eröffnet FrauenOrt NRW für Sabine Gramlich.

Enthüllten gemeinsam die Gedenktafel zu Ehren Sabine Gramlichs: (v.l.) Bürgermeister Matthias Trepper, Julia Kuklik (Leitung Stadtarchiv), Sarah Gonschorek (Vorstand FrauenRat NRW), Gramlichs Söhne Peter (82), Matthias (74), Frank-Sebastian (72) und Rainer Gramlich (79), und Inge Trame (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gütersloh).
Enthüllten gemeinsam die Gedenktafel zu Ehren Sabine Gramlichs: (v.l.) Bürgermeister Matthias Trepper, Julia Kuklik (Leitung Stadtarchiv), Sarah Gonschorek (Vorstand FrauenRat NRW), Gramlichs Söhne Peter (82), Matthias (74), Frank-Sebastian (72) und Rainer Gramlich (79), und Inge Trame (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gütersloh).
„Die Gedanken sind frei“ – mit einer bewegenden Interpretation dieses Lieds begann am vergangenen Dienstag (26. August) die Feierstunde zu Ehren von Sabine Gramlich auf dem Berliner Platz. Ein passender Auftakt für die offizielle Eröffnung des neuen FrauenOrtes NRW und des ersten in Gütersloh, der an die Friedensaktivistin erinnert. Zahlreiche Gäste versammelten sich vor dem Alten Amtsgericht, um gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Trepper, der Vorstandsmitglied des FrauenRates NRW Sarah Gonschorek, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Gütersloh Inge Trame, Stadtarchivarin Julia Kuklik sowie Gramlichs Familienangehörigen die Gedenktafel zu enthüllen. Mit der Tafel würdigt die Stadt das jahrzehntelange Engagement Sabine Gramlichs (1913–2004), die in Gütersloh zur prägenden Stimme der Friedensbewegung wurde. Bürgermeister Matthias Trepper betonte in seiner Ansprache: „Gerade in einer Zeit, in der Frieden und Zusammenhalt vielerorts keine Selbstverständlichkeit mehr sind, ist es umso wichtiger, an Menschen zu erinnern, die mit Mut, Ausdauer und Menschlichkeit für Verständigung eingestanden sind. Sabine Gramlich war eine solche Frau. Ihr Wirken hat Gütersloh geprägt – ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit, für Bildung, für das Miteinander bleibt unvergessen. Möge diese Gedenktafel uns daran erinnern, wie viel eine einzelne Stimme bewirken kann. Und wie wichtig es ist, sich einzusetzen für Frieden, Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit.“

Gramlich lebte seit 1955 in Gütersloh. Neben ihrer Arbeit als Lehrerin engagierte sie sich im Flüchtlingsrat, in kirchlichen Frauengruppen, in der Psychiatrie des LWL-Klinikums, bei Amnesty International und ganz besonders in der Friedensbewegung. Leiterin des Stadtarchivs Julia Kuklik zeichnete einige Stationen aus dem Leben Gramlichs nach und stellte heraus: „Sabine Gramlich war keine Frau, die nur zuschaute. Sie organisierte Kundgebungen, Mahnwachen und Demonstrationen. Sie initiierte das ‚Politische Nachtgebet‘. Und sie beteiligte sich noch mit über siebzig Jahren an Straßenblockaden.“ Ihre eigene Haltung brachte Gramlich einmal so auf den Punkt: „Die Geschichte hat mich herausgefordert zur Verantwortung und diese ist niemals abgeschlossen.“

Das Projekt FrauenOrt NRW wurde vom FrauenRat NRW initiiert und wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Ziel ist es, das Leben historisch bedeutsamer Frauen sichtbar zu machen und dadurch auch heute Frauen und Mädchen zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen. In Gütersloh hatten Gleichstellungsbeauftragte Inge Trame, Stadtarchivarin Julia Kuklik und Eckhard Möller aus dem Arbeitskreis Straßennamen die Bewerbung auf den Weg gebracht. Die Eröffnung war geprägt von einer Mischung aus Musik, persönlichen Erinnerungen und historischen Rückblicken. Emotional ergreifend wurde es vor allem, als zwei ihrer vier Söhne, Peter und Rainer Gramlich, an ihre Mutter erinnerten. Sichtlich bewegt bedankte Rainer Gramlich sich auch bei den vielen Menschen, die seine Mutter unterstützten: „Mutter konnte ihre Aufgaben nicht alleine bewältigen. Daher gilt unser Dank all ihren Wegbestreiterinnen und Unterstützerinnen, die mitgehandelt, mitgesessen, und mitverändert haben.“

Für musikalische Momente sorgte Dagmar C. Weinert, die neben dem Eröffnungslied auch Gedichte und Lieder zum Thema Frieden interpretierte, wie das Lied „Grenzen“ von Dota Kehr, in dem es heißt „Ich melde mich ab, ich will einen Pass, wo einfach nur Erdenbewohner drin steht“. Inge Trame betonte: „Mit dieser Gedenktafel bleibt Sabine Gramlich nicht nur im Stadtbild, sondern auch in unserer Erinnerung lebendig. Ihr Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit – und dafür, dass Frauen in gesellschaftlichen Debatten eine starke Stimme haben – ist uns Verpflichtung und Ermutigung zugleich.“