15. September 2026
Erste Weichen für interkommunale Zusammenarbeit im Urban Stack gestellt
Smart-City-Förderzeitraum verlängert – KI-Plattform kommt – Erstes Community-Treffen.

Gemeinsam kommt man auf dem Weg zu digitaler Souveränität besser voran: Dieser Überzeugung sind die aktuell zehn Kommunen, die sich der von der Stadt Gütersloh entwickelten digitalen Datenplattform „Urban Stack“ bereits angeschlossen haben. Beim ersten Community-Treffen gab es jetzt konkrete Weichenstellungen und Neuigkeiten.
Urban Stack, die als Gütersloher Smart-City-Projekt gestartete Datenplattform für Verwaltungen, wird in interkommunaler Zusammenarbeit genutzt und weiterentwickelt. Ihre Integration in die Infrastruktur der Verwaltungen und erste gemeinsame Schritte können nun mit mehr Weitblick erfolgen: Güterslohs Digitalisierungsdezernent Carsten Schlepphorst konnte den Vertreterinnen und Vertretern der Partnerkommunen berichten, dass das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen einer Verlängerung des Smart-City-Zeitraums zugestimmt hat. Die Förderung läuft nun bis Ende 2027. Für die beteiligten Kommunen bedeutet das ein zusätzliches Jahr Planungssicherheit und mehr Zeit, die Weiterentwicklung der Plattform und den Austausch voranzutreiben. Mit Ende der Förderung soll der Urban Stack in eine Rechtsform überführt werden.
Gute Nachrichten gab es auch hinsichtlich attraktiver Neuerungen im Urban Stack. So arbeitet das Gütersloher Entwicklerteam bereits an der Version 2. Diese integriert eine souveräne KI-Plattform. Sie wird auf Servern in Deutschland liegen und den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) konform zur europäischen Datenschutzgrundverordnung ermöglichen. Die Erlangung größtmöglicher digitaler Unabhängigkeit von (außereuropäischen) Anbietern ist ein wichtiges Thema in allen Verwaltungen. Einfachere Anwendungen für den Verwaltungsalltag sollen in der Urban-Stack-Gemeinschaft selbst programmiert werden. Dafür arbeitet die Stadt Gütersloh mit einer Low-Code-Plattform: Basierend auf einer Art Baukastensystem, können Anwendungen mit vergleichsweise geringem Aufwand entwickelt und abgeändert werden. Das traf auf viel Interesse. Im Austausch wurde deutlich, dass bei solchen digitalen Tools ein hohes Kooperationspotenzial gesehen wird. Auf positive Resonanz stieß auch eine Mitteilung von Thorsten Schmidthuis, Leiter des Gütersloher Fachbereichs Digitalisierung und Geoinformation: Ab sofort können die Partnerkommunen eine IoT-Plattform (IoT = Internet of Things) mitnutzen, die Gütersloh zur Übermittlung von Sensordaten dient. Über diese Art Datendrehscheibe werden etwa Klimamesswerte übertragen – von der Wetterstation bis in den Urban Stack, wo die Daten verwaltet, analysiert und grafisch dargestellt werden.
Wie die interkommunale Kooperation zielgerichtet gestaltet werden kann, das will man nun in drei Arbeitsgruppen erproben: „Künstliche Intelligenz“, „Low Code“ und „Internet of Things (IoT)“. Vernetzung und Wissensaustausch werden zudem durch regelmäßige Community-Treffen verstetigt. Außer Gütersloh sind aktuell folgende Kommunen Mitglied: Kreis Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Verl, Harsewinkel, Halle (Westf.), Werther (Westf.), Langenberg, Detmold.