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Missstände in der Pflege beheben

31.01.2022

Arbeitsgemeinschaft Gleichstellungsbeauftragte.

Gleichstellungsbeauftragte aus dem Kreis Gütersloh unterstützen die bundesweite Kampagne ‚Pflegerebellion‘. In einer Video-Schalte bekunden sie Solidarität: (v.l.) Jutta Duffe, (Herzebrock-Clarholz), Andrea Buhl (Rietberg), Marina Schomburg (Harsewinkel), Sandra Werner (Halle), Sabine Heethey (Verl), Susanne Fischer (Rheda-Wiedenbrück), Bettina Ruks (Steinhagen), Inge Trame (Stadt Gütersloh).
Gleichstellungsbeauftragte aus dem Kreis Gütersloh unterstützen die bundesweite Kampagne ‚Pflegerebellion‘. In einer Video-Schalte bekunden sie Solidarität: (v.l.) Jutta Duffe, (Herzebrock-Clarholz), Andrea Buhl (Rietberg), Marina Schomburg (Harsewinkel), Sandra Werner (Halle), Sabine Heethey (Verl), Susanne Fischer (Rheda-Wiedenbrück), Bettina Ruks (Steinhagen), Inge Trame (Stadt Gütersloh).

Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Gütersloh unterstützen die bundesweite Kampagne #pflegerebellion. Pflegekräfte sind keine Ware. Gute Pflege ist lebensrelevant. Dass sie unter schwierigsten bis inakzeptablen Bedingungen arbeiten, war schon vor der Corona-Pandemie nicht hinnehmbar. Durch die Pandemie wurden diese Missstände deutlicher denn je.
Deshalb fragen die Gleichstellungsbeauftragten mit Blick auf die Missstände in der Pflege „#wann, wenn nicht jetzt“ nach Reformen. Dazu zeigen sie – pandemiebedingt – auf virtuelle Weise ihre Solidarität und schließen sich der bundesweiten Protestaktion der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) an. Yvonne Hantke, Gleichstellungsbeauftragte beim Kreis Gütersloh, unterstreicht: „Wir setzen uns für eine Gleichstellungspolitik ein, die sich am Gemeinwohl orientiert. Pflegeberufe müssen endlich aufgewertet werden und die Arbeitsbedingungen grundlegend verbessert werden“.

Viele Pflegekräfte sind am Ende ihrer Kräfte. Schon viel zu lange arbeitet das Pflegepersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unter extremen Bedingungen. Ein Großteil davon sind Frauen. „Wir haben zu vielen Frauen Kontakt, die uns immer wieder von ihren häufig schwierigen Arbeitsbedingungen berichten. Es ist notwendig diese Probleme zu benennen und starke Signale zu setzen, um Veränderungen anzustoßen“, fasst Marina Schomburg, Gleichstellungsbeauftragte aus Harsewinkel zusammen.

Die Situation für Pflegekräfte zeichnet sich aus durch zu wenig Personal für zu viele Patienten und Patientinnen, hohe psychische und physische Belastung, großen Zeitdruck und eine schlechte Bezahlung. Diese Problematik betrifft auch die Gleichstellung der Geschlechter. Weil Pflegekräfte mehrheitlich weiblich sind, leiden Frauen hier besonders.

Dazu zählen beispielsweise die Umsetzung eines angemessenen Mindestlohns und eine Tarifbindung in der Pflegebranche sowie verbesserte Qualifizierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.
Dass dies ein wichtiges Thema auch im Sinne des Fachkräftemangels ist, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln. So steige die Zahl von fehlenden Fachkräften im Pflegebereich bis zum Jahr 2035 auf 500.000. Nach dem Strukturbericht für den Kreis Gütersloh sind im Gesundheits- und Sozialwesen im Kreis Gütersloh 17.229 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Damit beträgt der Anteil der Beschäftigung in diesem Bereich an der Beschäftigung insgesamt 9,5 Prozent.
Ein Drittel der Pflegekräfte überlegt, demnächst umzusatteln, so eine Umfrage des Deutschen Berufsverbandes für Pflegefachberufe DBfK.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gütersloh Inge Trame gibt dazu zu bedenken „Alle von uns können irgendwann auf Pflege angewiesen sein. Wer die aktuellen Rahmenbedingungen kennt, weiß, dass wir dringend einen Systemwechsel in der Pflege brauchen.“

Weitere Informationen zur BAG-Kampagne gibt es unter www.pflegerebellion.de.

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